Queer Cinema (# 7)

Von den bisher im Zuge dieser Reihe näher beleuchteten siebzehn Filmen widmeten sich in der Tat lediglich zwei Werke lesbischen Protagonistinnen. Es ist somit im Zuge des Gleichbehandlungsgrundsatzes an der Zeit, für einen quantitativen Ausgleich zu sorgen und vier Produktionen vorzustellen und / oder in Erinnerung zu rufen, in denen die jeweils nicht ohne Komplikationen und Schranken verlaufende Liebe zweier Frauen im Fokus steht. Klare Empfehlungen können immerhin für 50 Prozent dieser Produktionen der letzten Dekade ausgesprochen werden.

In diesem Sinne: This one’s for the ladies!

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Pieces Of A Woman

© Netflix

Nachdem in Gestalt von „Mank“ und „The Trial Of The Chicago 7“ bereits zwei heiß erwartete Neuveröffentlichungen inmitten eines nahezu kinolosen Jahres hinter den (subjektiven) Hoffnungen zurückgeblieben sind, befindet sich seit drei Tagen nun endlich ein Werk im Spielplan von Netflix, das Erwartungen nicht nur vollends erfüllte, sondern sie auf vielen Ebenen sogar haushoch übertraf. „Pieces Of A Woman“ stellt die erst zweite englischsprachige Regieführung des Ungarn Kornél Mundruczó dar und wagt den couragierten Versuch, etwas Unbegreifliches nachfühlbar werden zu lassen, denn das Drama gewährt einen tiefschürfenden Blick auf eine tragisch verlaufende Hausgeburt und die immensen psychischen und juristischen Konsequenzen. Uraufgeführt im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig, die letzten September in abgespeckter Form, stattfanden, ist nicht nur die Leistung der mit dem Coppa Volpi prämierten Hauptdarstellerin Vanessa Kirby außergewöhnlich, sondern der unbeschönigende Umgang mit einem niederschmetternden Schicksalsschlag, der unmittelbar an eine vielzitierte Zeile des 19. Jahrhunderts anknüpft: „Kinder zu verlieren, ist schlimmer als selbst zu sterben.“

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Queer Cinema (# 6)

Nachdem in den vorangegangenen Ausgaben der Artikelserie vor allem US-amerikanische Filmproduktionen unter die Lupe genommen worden sind, sollen diesmal fünf Werke im Fokus stehen, die allesamt in Good Old Germany produziert worden sind. Allzu oft steht die deutschsprachige Filmlandschaft in der Kritik und muss sich Vorwürfen aussetzen, dass sie facettenarm, eindimensional und in kreativer Hinsicht oft unkreativ und zu wenig risikofreudig sei und sich allzu häufig am Mainstream orientiere. Insbesondere den Belangen und Wünschen der LGBT-Community wird dabei nur sporadisch entsprochen und es wirkt oft, als würden gelungene Kinoproduktionen mit schwulen oder lesbischen Protagonisten in etwa so selten auftreten wie ein 29. Februar. In der mittlerweile sechsten Ausgabe der Artikelserie soll zumindest partiell ein Versuch unternommen werden, dieser Sichtweise entgegenzutreten, denn drei der fünf vorgestellten Filme aus vier verschiedenen Dekaden erweisen sich durchaus als uneingeschränkt sehenswert und beispielgebend.

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Das Damengambit (OT: The Queens Gambit)

Das Damengambit“ auf Netflix: Wird es eine 2. Staffel geben? | Serien
©Netflix

Als ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt, landet Beth Harmon (Isla Johnston) in einem Waisenhaus. Ganz leicht tut sie sich mit der Situation dort nicht, bis sie eines Tages im Keller den Hausmeister Mr. Shaibel (Bill Camp) beim Schachspiel beobachtet. Schnell entwickelt sie eine Faszination dafür, prägt sich die Figuren und ihre Bewegungen ein und überredet Mr. Shaibel dazu, ihr die Regeln beizubringen. Tatsächlich zeigt sie dabei großes Talent, sehr zum Ärgernis der Heimleitung, die ihr diese Tätigkeit verbieten will, schließlich gilt Schach in den 1950ern als reine Männerangelegenheit. Doch das wird sich ändern. Von ihrer Adoptivmutter Mrs. Alma Wheatley (Marielle Heller) ermutigt, nimmt die inzwischen zu einer jungen Frau herangewachsenen Beth (Anya Taylor-Joy) an Schachturnieren teil und macht sich dort schnell einen Namen als ungewöhnliche, aber brillante Gegnerin… Lesen fortsetzen

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Meine Golden Globe- und Oscarvergabe 2019/2020

Der Jahreswechsel steht bevor und es ist wieder Zeit zurückzublicken! Leider konnte ich bis heute noch nicht Clemency und Honey Boy sichten. Es ist gut möglich, dass Alfre Woodard, Aldis Hodge und Shia LeBeouf nach einer hoffentlich baldigen Sichtung die Vergabe noch einmal durcheinanderwirbeln – für den Moment musst eich sie aber unberücksicht lassen! Trotz dieser Abstinenz ist wieder eine bunte Mischung aus den Nominierten und Preisträgern der Foreign Press (Golden Globes) und der Academy (Oscars) herausgekommen, aber eben auch ganz eigenen Kandidaten, die es meiner Meinung nach verdient gehabt hätten. Kommentare sind wie immer erwünscht! Gerade in diesem Jahr ist dann doch noch einiges, dass mir sauer aufgestoßen ist und ich für mich korrigieren musste!

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Kritikerawards (so far)

The 50 Best Movies of 2020, According to 220 Film Critics | IndieWire

Die ersten Kritikerorganisationen haben gesprochen und ihre Awards vergeben oder zumindest ihre Favoriten bekannt gegeben und wie erwartet mausert sich Nomadland zu dem Kritikerliebling. Ob der Buzz auch bis zu den Oscars im April 2021 anhalten kann wird sich zeigen, aber abgesehen davon gibt es auch einige faustdicke Überraschungen! Da 5 Bloods performt ausgesprochen gut und Kandidaten wie Promising Young Woman, I´m thinking of Ending Things, First Cow und Sound of Metal bauen massiven Buzz auf, während Prestigeprojekte wie Mank, The Trial of the Chicago 7 und Ammonite bislang weitesgehend unter dem Radar laufen, aber lasst uns mal genauer schauen…. Lesen fortsetzen

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The Gentlemen

Sunday 23.08.20 – 20:45 I Sunset Cinema | The Gentlemen – Mobile Kino
©Universum

Mickey Pearson (Matthew McConaughey) hat sich ein kleines Marihuana-Imperium in London aufgebaut, doch damit soll Schluss sein. Er will alles verkaufen, um mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) ein bisschen den Lebensabend zu genießen. Einen Käufer hat er schon, den ebenso vermögenden wie unbarmherzigen Matthew Berger (Jeremy Strong). Aber auch Dry Eye (Henry Golding) hätte gern ein richtig fettes Stück vom Kuchen ab. Und irgendwie verläuft dann sowieso nichts nach Plan, weshalb Mickeys rechte Hand Ray (Charlie Hunnam) im Dauereinsatz ist, um die Scherben wegzukehren. Oder auch mal, um etwas richtig schön kaputt zu machen…

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Klassiker-Relaunch: Was geschah wirklich mit Baby Jane? (OT: What ever happened to Baby Jane?)

Was geschah wirklich mit Baby Jane? (1962) | MUBI
©Warner Bros.

Bette Davis und Joan Crawford zählten zu den größten weiblichen Stars im Hollywood der dreißiger und vierziger Jahre. In den 50er Jahren war ihre beste Zeit jedoch vorbei, die Damen waren gealtert und kein großes Filmstudio war mehr bereit, ihnen große Rollen in Liebesfilmen zu geben, durch die sie vorrangig berühmt geworden waren. Regisseur Robert Aldrich bot schließlich 1962 den beiden Rollen an, die wie für ihre bekannte Rivalität ideal war, mit durchschlagendem Erfolg. Obwohl es danach noch ein Bemühen gab diesen Erfolg zu wiederholen, sollte das einzige Mal sein, dass Davis und Crawford gemeinsam in einem Film auftraten…

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Feud: Die Feindschaft zwischen Bette und Joan (OT: Feud)

©FX

Die Rivalität zwischen den Hollywood-Diven Crawford und Davis zu ihrer Zeit als erfolgreiche Schauspielerinnen war das Zeug, aus dem Klatschkolumnen gemacht werden. Und auch der Film Was geschah wirklich mit Baby Jane zog einen Großteil seines Erfolgs aus den ihn begleitenden Gerüchten über die Kämpfe der inzwischen gealterten Schauspielerinnen, die nun um den Platz im Rampenlicht kämpften. Doch hatten sie beide zu Beginn der 1960er Jahre das gleiche Problem: Ihre Karriere geriet ins Straucheln, sodass jedes verheißungsvolle Angebot willkommen war. Dieser Umstand führte letzten Endes dazu, dass die beiden Diven vor Robert Aldrichs (Alfred Molina) Kamera landeten. Ein gefundenes Fressen für Hedda Hopper (Judy Davis), ihres Zeichens Kolumnistin, die sich über jeglichen Klatsch aus der Traumfabrik freute – ganz im Gegensatz zu Jack L. Warner (Stanley Tucci). Der Chef des produzierendes Studios war sichtlich wenig begeistert, was den Trubel rund um Joan Crawford und Bette Davis anging. Auch ihr Co-Star, Victor Buono (Dominic Burgess), geriet schnell an den Rand des Nervenzusammenbruchs…

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