Batman / Batmans Rückkehr (OT: Batman Returns) / Batman Forever / Batman & Robin

Batman
(Tim Burton, USA/Großbritanien 1989)

Der erste Batman-Film von Tim Burton zeichnet sich vor allem durch zwei Sachen aus: Das Setting und natürlich Jack Nicholson als Joker. Aber auch Michael Keaton kann durchaus Akzente als dunkler Rächer setzen, obwohl man seine Wahl schon mit gemischen Gefühlen betrachten kann. Und Kim Basinger? Die macht auch keine schlechte Figur als Reporterin und schlägt sich sehr viel besser, als eine andere blonde Kollegin von ihr später.

Das einzige was aus heutiger Sicht sehr seltsam anmutet, sind die von Prince kombinierten Songs; inkl. Tanzeinlage. Aber was man schon sagen: Wir befinden uns halt in einem Tim Burton-Film. Und bei seiner ersten Batman-Regie hat er sich noch zurückgehalten.

Im Endeffekt ein guter Start in die Reihe der Hunger auf mehr machte.

USA/Großbritanien – 1989 – 2 Std. 5 Min.
Regie: Tim Burton
mit Michael Keaton, Kim Basinger und Jack Nicholson
Genre: Fantasy/Thriller/Action


Batmans Rückkehr (OT: Batman Returns)
(Tim Burton, USA/Großbritanien 1992)

Drei Jahre nach ihrem Erfolg mit dem ersten Film, kehrten Tim Burton und Hauptdarsteller Michael Keaton nach Gotham City zurück und warfen mit Kim Basinger und Billy Dee Williams (der im ersten Film Harvey Dent verkörperte) zwei im Vorgänger noch wichtige Figuren auf den Müll. Dazu gesellten sich mit Michelle Pfeiffer, Danny DeVito und Christopher Walken gleich drei Gegenspieler und der Film wurde insgesamt mit noch mehr Burton-typischen Wahnsinn und grotesken Humor überschüttet.

Nur hätte man ein wenig Geld von der ausufernden Kullisse für ein gutes Drehbuch abzweigen können, denn was Autor Daniel Waters – der im Jahr vorher schon Hudson Hawk verbrochen hatte – hier zusammenschustert, kann man fast als Katastrophe bezeichnen: Bruce Wayne wird noch mehr als im ersten Film zu einer Randfigur degradiert; der in der Vorlage eigentlich als Gentleman angelegte Pinguin, verkommt durch das Spiel von Danny DeVito zu einem dicken Berserker den man nicht ernst nehmen kann, von Burton aber als Hoffnung für Gotham City dargestellt wird: Na sicher doch! Über die Sache mit dem „er wurde von Pinguinen in der Kanalisation aufgezogen“ werde ich einfach hinwegsehen, denn das ist mir einfach zu dumm; auch wenn es wohl auch schon in den Comics die Hintertrundgeschichte der Figur war. Hier hätte ich mir von Burton einen weniger durchgeknallten Weg gewünscht.

Harvey Dent-Ersatz Max Shreck („gespielt“ von Christopher Walken) verkommt noch mehr als Batman zum reinen Stichwortgeber für seine beiden Bösewicht-Kollegen und sein Plan mit dem Kraftwerk zeigt mal wieder überdeutlich, was für ein Haufen Grütze das Drehbuch doch ist: Denn der Plan ist vollkommen bei den Haaren herbeigezogen und hat eigentlich keine Relevanz für den Film!

Als einzige kann Michelle Pfeiffer in der Rolle der Selina Kyle überzeugen: Am Anfang noch das graue Mauerblümchen, verkörpert Pfeiffer sowohl diese als auch die spätere 180-Grad-Wendung als Catwoman mit einer jederzeit wunderbar anzuschauenden Performance; und das liegt nicht nur an ihrem Kostüm. Natürlich könnte man auch hier wieder einwenden, dass ihre Figur nicht wirklich realistisch ist, aber bei diesem Film auch nur einen Funken Realismus zu verlangen ist fast so unmöglich wie einen Whooper bei McDonalds zu bekommen.

Dass der Film keine vollendete Katastrophe wird, liegt – neben dem Spiel von Pfeiffer – an der Burton-typischen Ausstattung und dass der Film komplett zum Weihnachtszeit spielt gibt ihm da natürlich eine Carte blanche: Leise rieselt der Schnee und noch viel mehr als bei Batman wird der dunkle Aspekt der Geschichte und von Gotham City immer wieder durch den durchgeknallten Burton-Stil durchbrochen. Das hat einem doch das Drehbuch etwas vergessen zu lassen.

Batmans Rückkehr ist dem Vorgänger haushoch unterlegen und mit einer anderen Catwoman wäre der Film wahrscheinlich noch viel unerträglicher geworden. Es war also die richtige Entscheidung, dass sich Burton und Keaton danach aus Gotham City zurückzogen.

USA/Großbritanien – 1992 – 2 Std. 6 Min.
Regie: Tim Burton
mit Michael Keaton, Michelle Pfeiffer und Danny DeVito
Genre: Abenteuer/Fantasy/Thriller/Action


Batman Forever
(Joel Schumacher, USA/Großbritanien 1995)

Es dauerte abermals drei Jahre, bevor die Fledermaus wieder Recht und Ordnung in Gotham City herstellen konnte: Statt Burton nahm Joel Schumacher auf dem Regiestuhl platz und Val Kilmer schlümpfe in das rumdum erneuerte Batman-Kostüm (inkl. Bat-Nippel). Der bereits in Batmans Rückkehr aufgeweichte triste und fast schon melancholische optische Stil wich unter Schumacher einem noch durchgeknallteren. Dafür sorgten schon alleine Tommy Lee Jones und Jim Carrey als Two-Face und Riddler. Jones hat man danach nie wieder so hemmungslos beim Over-Acting gesehen und Jim Carrey… nun, Jim Carrey ist einfach Jim Carrey. Fast könnte man meinen, dass sich beide in einem Wettstreit befinden, wer der bessere Joker ist, so durchgeknallt legen beide ihre Figuren an. Hier passen also das grelle Setting mit dem überdeutlichen Dick Tracy-Touch und die beiden Bösewichte wunderbar zusammen und bereiten eine Menge Spaß.

Das große Problem, das ich mit Batman Forever dann habe ist Val Kilmer. Nicht deswegen, weil er vielleicht schlecht spielt – ganz im Gegenteil: Er war in meinen Augen besser als Keaton in der Rolle -, sondern dass er fast schon eine Pre-Nolan-Performance abliefert: Sein Batman grübelt und ist innerlich zerissen zwischen dem strahlenden Millionär Bruce Wayne und dem fast schon depresiven Rest seiner Persönlichkeit. Was unter der Regieführung eines Christopher Nolan und in seinem mit Batman Begins eingeführten Stil der Erzählung wahrscheinlich wunderbar gepasst hätte, fühlt sich bei Schumacher leider etwas fehlt plaziert an. Aber das liegt nicht an Kilmer.

Ebenfalls keinen Vorwurf kann man Chris O’Donnell machen: Er gibt den jungen, sich nach Rache verzehrenden und rebellischen Dick Grayson durch und durch solide und schaft eine gute Ausgangslage für einen späteren Film. Dieser Robin hat nicht mehr viel mit dem aus der Serie gemeinsam; und das ist auch gut so.

Einzig Nicole Kidman als Psychologin Chase Meridian verkommt noch viel mehr als Kim Basinger zur traurigen und überflüssigen Nebenfigur, die stellenweise sogar richtig nervt. Dass Kidman es besser kann, hat sie ja in den nachfolgenden Filmen – und mit dem Alter – eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Hier aber ist sie so überflüssig wie ein Gesichtspeeling bei Two-Face.

Was also hätte ich mir für Batman Forever gewünscht? Ich hätte mir von Joel Schumacher einen ernsthaftere Herangehensweise an den Batman-Stoff gewünscht und dass er sich für eine Richtung entscheidet. So aber bleiben am Ende zwar ein fader und knallbunter Nachgeschmack, aber auch die Hoffnung, dass man im vierten Film den bereits angedeuteten ernsthaften, realistischen und auch dunkleren Weg konsequent weitergeht.

Doch die Geschichte sollte uns eines Besseren belehren.

USA/Großbritanien – 1995 – 2 Std. 2 Min.
Regie: Joel Schumacher
mit Val Kilmer, Tommy Lee Jones und Jim Carrey
Genre: Fantasy/Thriller/Action


Batman & Robin
(Joel Schumacher, USA/Großbritanien 1997)

Ach Gott: Wo soll ich nur anfangen?

Bei den Bat-Nippeln?

Bei den schlechten One-Linern?

Bei dem vollkommen verschenkten George Clooney, der hier zwar George Clooney ist, aber nicht Bruce Wayne, sondern nur extrem seltsame und fast schon erschreckend banale Sätze von sich gibt?

Bei Chris O’Donnell, dessen Robin zu einem Abziehbild seiner Rolle in Batman Forever geworden ist?

Bei Arnold Schwarzenegger, bei dessen Spiel man das Gefühl hat dass er zuvor eine Shakespeare-Auffühtung gesehen hattte und unbedingt etwas davon in seine Rolle als Mr. Freeze einfließen wollte?

Bei Uma Thurman, die bei ihrem Auftritt als von den Toten auferstandene Dr. Pamela Isley mit zerrissenen Klamotten sehr viel heißer ist als später im Poison Ivy-Kostüm, aber sonst keine Akzente setzen kann?

Bei Alicia Silverstone, die zwar ganz niedlich ist und vielleicht zusammen mit Kilmer und O’Donnell in einem ernsthaften Batman-Film eine interessante Barbara Wilson/Batgirl abgegeben hätte?

Bei der vollkommen verkorksten Regieführung von Schumacher, der soviele Fehler übersehen hat und seine Darsteller alle nicht in die richtigen Bahnen lenken kann?

Und was hatte eigentlich Elle Macpherson in diesem Film verloren?

Ich weiß es nicht! Hier: Nimmt meine Bat Credit Card und ätzt mir diesen Film aus meinen Hirnwindungen! Dabei werde ich sicherlich mehr Spaß haben, als bei diesem Schundwerk!

USA/Großbritanien – 1997 – 2 Std. 5 Min.
Regie: Joel Schumacher
mit George Clooney, Arnold Schwarzenegger und Chris O’Donnell
Genre: Fantasy/Thriller/Action


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