Glaubensfrage (OT: Doubt)

poster_lg01Als ich meinem Freund von dem Tod von Philip Seymour Hoffman berichtete, konnte er es nicht glauben, vor allem, weil nun ein wirklich toller Schauspieler tot ist.
Sofort fragte er mich: Kennst du den Film Masters oder den tollen Film Glaubensfrage?
Nachdem ich den Trailer angeschaut habe, stand fest, morgen schauen wir uns den Film gemeinsam an.

Es kommen immer wieder Schlagzeilen durch, wo die Medien über einen mutmaßlichen Kindesmissbrauch berichten: begangen von Päpsten, Bischöfen- Männer die im Namen Gottes, Gutes lehren und auch danach handeln sollen.
Männer die ein Gelübde abgelegt haben, Männer die sich berufen sehen, anderen Menschen zu helfen, ja sogar sich ihre Probleme und Sünden aufzubürden, indem sie Menschen die Beichte abnehmen.

Doch wie kann und soll man mit solch einem Vorwurf in der Kirche umgehen?
Es ist ein sehr schwerer Vorwurf gegen einen Mann Gottes?! Wem glaubt man wohl eher? Einem jungen Knaben, oder den Eltern die was bemerkt haben oder einem Pfarrer, der Tag für Tag Absolution erteilt und einen “Heiligenschein” trägt?!
Kann es aber auch nicht vorkommen, dass ein Papst zu Unrecht beschuldigt wird, weil es Menschen gibt, die nicht mehr glauben können, dass es Andere gibt, die für ihre Mitmenschen viel tun würden…..Menschen mit Würde behandeln, ihnen Zuneigung geben (platonisch), und ihnen beistehen in schweren Zeiten?

Genau um diese Aspekte geht es in dem Film Glaubensfrage.

Philip Seymour Hoffman spielt hier einen Priester, der in seiner Kirche und Schule unter Verdacht gerät, sich Schülern unsittlich genähert zu haben.

Die Behauptungen kommen von einer verbitterten und angsteinflößenden Obernonne, welche grandios gespielt wird, von Meryl Streep. Sie regiert die Schule unter strengen Regeln…sehr konservativ und mit Furcht. Es ist ihr ein Dorn im Auge, dass der Priester frischen und somit liberalen, Wind in die Kirche und auch in ihre Schule bringen möchte.
Dem Zuschauer bleibt bis zum Schluss verborgen, ob an den Anschuldigungen der Nonne etwas dran ist, oder ob es einfach ein herzensguter Priester ist, der mit Leib und Seele seinen Schülern helfen wollte.

Ein sehr spannender Film, mit wirklich absolut überzeugend und grandios gespielten Rollen.


USA – 2008 – 1 Std. 44 Min.
Regie: John Patrick Shanley
mit Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis
Genre: Drama

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  • Stefan T.

    Stimme in allen Punkten zu! Ein unglaublich guter, intensiver Film mit vier herausragenden Darstellern. Meiner Meinung nach war dies sogar Hoffmans beste Rolle seiner Karriere.

    • Patrick

      "The Devil you know you are dead" gesehen? 😉 Diese und "Capote" natürlich sind wohls eine herausragendsten Arbeiten, aber er war wirklich in allem sehr sehr gut! Wirklich ein herber Verlust!

      • Luisa

        habe ich beide leider auch noch nicht gesehen….stehen aber auf meiner liste

  • Patrick

    Anmerken möchte ich zudem hier noch VIOLA DAVIS, die in knapp 10 Minuten Screen-Time ALLE an die Wand spielt und den Nebendarstelleroscar (anstelle von Penelope Cruz, Vicky Cristina Barcelona) hätte kriegen sollen. Einige meinen ja auch Amy Adams, die gut war, aber Viola hat sogar die große Streep fast blass aussehen lassen. Der "Beginn" einer hoffentlich noch großen Karriere!

    • Stefan T.

      Hätte Adams ihn damals (in meinen Augen gerechtfertigt) bereits erhalten, müsste ich heute keine Angst haben, dass sie Blanchett den Oscar wohl doch noch streitig machen könnte.

      • Patrick

        Wird sie nicht, ansonsten wäre es eine Farce!!! Was aber interessant ist, dass bei Darstellernominierungen in allen 4 Kategorien bis auf 2 Mal 11x mind. ein Acting-Oscar vergeben wurde. Wird "American Hustle" der 3. Film sein? Man kann nur hoffen, dass die Academy nicht schwach wird!

        Blanchett wurde zudem für ELIZABETH übergangen und für viele auch für I´M NOT THERE, ein 3. mal sollten die sich nun wirklich nicht erlauben! Sie hat ihren 2. Oscar wirklich mehr als verdient!