VON DEN MACHERN VON… 2013

Wenn ein Film keinen Kinostart bekommt, dann muss er halt auf anderen Wegen sein Publikum finden. Am bekanntesten müssten die berühmt-berüchtigten Taglines sein: “VON DEN PRODUZENTEN VON…”; “EIN FILM IM STIL VON…”; “VON DEN MACHERN VON…”; und so weiter.

Dass man auf den Covern mit den Regisseuren wirbt, kann ich ja noch irgendwie verstehen; ebenso mit den Autoren, was aber wirklich sehr, sehr, sehr selten vorkommt. Sehr viel beliebter, aber auch gleichzeitig fast ein bisschen hirnrissig, ist der Bezug auf den Produzenten. “VON DEM PRODUZENTEN VON [BEKANNTER HORROR-FILM]”! Als ob ein Produzent ein Gütesiegel für einen Film ist! Okay: Mal z. B. von Jerry Bruckheimer abgesehen.

Was sollen also diese permanenten Taglines? Es ist ein wenig wie auf einem Fischmarkt: Wer am lautesten seine Ware anpreist, bei dem stehen die Kunden. Und gerade jemand der nicht so sehr in dem Thema Film verankert ist, ist natürlich sehr anfällig für solche Werbung: “Hey, das ist von den Typen die diesen Film gemacht haben, von dem alle sprechen. Na dann muss der ja genau so geil sein!”

Aus diesem Grund gibt es diese Werbesprüche, die stellenweise wirklich sehr skurille Blüten trägt. Aber sieht selbst für das Jahr 2013:

Der zweite und dritte von unten sind dabei meine Lieblinge: Beim ersten handelt es sich um einen Flug-Action-Film aus Südkorea mit dem Titel Into the Sun – Kampf über den Wolken. Und statt sowas wie “die südkoreanische Antwort auf TOP GUN” oder sowas zu schreiben, beruft man sich darauf, dass das Special Effects-Team von Iron Man und Transformers an dem Film mitgearbeitet hat. Was auch noch komplett gelogen ist, wenn man mal einen Blick auf IMDB wirft: Keiner von den Special Effects-Leuten arbeitete an Iron Man und Transformers und auch Macrograph – die Firma die für die visuelle Effekte zuständig war – war nicht für die Special Effects bei den US-Filmen verantwortlich. Die einzigen Firmen die sowohl an Iron Man als auch an Transformers mitgearbeitet haben, waren Digital Domain, Gentle Giant Studios und Kerner Optical. Ich habe also keine Ahnunh, wie der dt. Verleih auf diese Schnapsidee gekommen ist.

Der zweite Film ist ein SciFi-Horrorfilm mit Christian Slater: The Ark – Wir sind nicht allein und wirbt groß und fett mit “VOM OSCAR-PRÄMIERTEN KREATIVEN KOPF VON STAR WARS“. Zur seiner Verteidigung sei gesagt: Regisseur Roger Christian hat für seine Arbeit an Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung den Oscar für das bestes Szenenbild erhalten. Was mich aber echt zum Lachen bringt, ist die Sache mit dem kreativen Kopf. Aber hey: Auch schlechte Werbung ist Werbung und irgendwie muss man seine Filme ja unter das Volk bringen. Und “VOM OSCAR-PRÄMIERTEN KREATIVEN KOPF VON STAR WARS” klingt nun mal besser als “VON DEM TYPEN DER BATTLEFIELD EARTH – KAMPF UM DIE ERDE VERBROCHEN HAT”.

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  • Patrick

    Habe mich darüber auch schon mehrere Male bukiert, aber wäre nie auf die Idee gekommen, dass es anderen auch so geht. Echt erbärmlich, dass sowas anscheinend zieht. Zugegeben, wenn Oscarpreisträger mitgewirkt haben zieht das zumindest bei mir auch mal kurz die Aufmerksamkeit auf sich, aber ich würde mir trotzdem keine Gurken reinziehen. Sowas sieht man in der Regel ja schon im Trailer, wobei man manchmal auch dann nicht von Gurken verschont bleibt wie letztes Jahr "Man of Steel" oder wenn Freundinnen einen zu einem unlustigen deutschen Film überreden. ich brauch einfach mehr Freunde um mich herum mit besserem Filmgeschmack (wie Euch)! *lach*