Kritik aus dem Lichtspielhaus – #2


10 Cloverfield Lane von Dan Trachtenberg

Was für ein Debüt von Dan Trachtenberg! Ein atmosphärischer Psycho-Thriller der zu jeder Sekunde fesselt und mit Mary Elizabeth Winstead, John Goodman und John Gallagher Jr. perfekt besetzt ist. Gerade Goodman ist geradezu brilliant in seiner Rolle des immer paranoider werden Bunker-Erbauers Howard und ist gerade in seinen Stimmungsschwankungen furcheinflössender als jede schleimig-spookyige Genre-Kreatur. Leider trüben die letzten Minuten des Films ein wenig den Gesamteindruck, aber irgendwie musste ja der total überflüssige Verweis zu Cloverfield untergebracht werden.


Point Break von Ericson Core

Man muss schon sagen, dass das Original Gefährliche Brandung von Kathryn Bigelow noch ein geradezu geerdeter Film war gegen das was Ericson Core da veranstaltet: Unter dem Deckmantel einer pseudo-esoterisch angehauchten Geschichte – die ich jetzt schon wieder vergessen habe – bekommen wir in bester RedBull-Manier Extremsport-Momente gezeigt, die aber tatsächlich erstklassig unterhalten. Das Problem ist halt der komplette Rest in denen sich der eigentlich talentierte Édgar Ramírez und Luke Bracey Dialoge voller leere Worte zuwerfen.


Tschiller: Off Duty von Christian Alvart

Es ist schon ganz solide Action-Kost die Christian Alvart hier serviert und gerade die Szenen mit Schweiger und seinem Partner Fahri Yardim machen richtig Spaß. Leider fühlt sich der Film an wie zwei aneinandergezimmerte Tatort-Folgen, ist mit über 2 Stunden viel zu lang für das was er eigentlich erzählen möchte und dass gerade bei der ersten Hälfte in Istanbul Taken 2 mehr als offensichtlich Vorbild stand trübte etwas den Gesamteindruck. Hätte man alles schon besser machen können, Herr Alvart und Herr Schweiger.


Dirty Grandpa von Dan Mazer

Für wen dieser Film etwas ist? Möchtest du den zweifachen Oscar-Preisträger Robert De Niro dabei zusehen wie er nur flucht, peinlich-unlustige Szenen herunterkurbelt und noch schlechter spielt als in jedem seiner B-Movies in den Jahren vor? Dann ist der Film perfekt für dich! Siehst du Julianne Hough gerne in der 08/15-Rolle der kontrollfreakhaften Verlobten von Zac Efron? Das ist dein Film! Einzig Aubrey Plaza – die gemerkt haben muss in was für einen Rotz sie hier mitspielt, aber endlich mal richtig auf die Kacke hauen darf – und Jason Mantzoukas bringen etwas wirklichen Humor in diesen sonst absolut davon befreiten Film. Wer Zac Efron im Party-Modus erleben UND einen starken Film sehen möchte, sollte besser zu We Are Your Friends greifen! Wer lieber lachen möchte, schaut sich Bad Neighbors an.


Rock The Kasbah von Barry Levinson

Der Film von Barry Levinson weiß wohl am wenigsten was er eigentlich sein möchte: Medien-Satire? Kriegs-Satire? Kriegs-Film? Musik-Film? Am Ende ist Rock The Kasbah ein unausgegorener Mix aus allen und bringt es sogar fertig jemanden wie Bill Murray komplett zu verschenken. Zooey Deschanel bleibt mehr als unterfordert, Kate Hudson und Bruce Willis waren wohl froh mal wieder für einen bekannteren Regisseur zu arbeiten ohne zu wissen was da am Ende bei herauskommt und am Ende bleibt nicht mehr übrig als ein großes Fragezeichen.

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2 Responses to Kritik aus dem Lichtspielhaus – #2

  1. Patrick sagt:

    Erschreckend natürlich das Einspielergebnis (vor allem in Deutschland) von "Dirty Grandpa", lief echt sehr lange sehr gut.

    10 Cloverfield Lane war sooooo gut und dann kam wirklich die absolut widerwertigste und unnötigste Kehrtwendung aller Zeiten. Gott sei dank nur am Ende, aber gerade da will man den Kinosaal doch mit Freuden verlassen, oder? Da warst Du mit den 7/10 echt gnädig.

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