Kritik aus dem Lichtspielhaus – #13



The Infiltrator von Brad Furman

Auch gute Leistungen von Bryan Cranston, John Leguizamo, Diane Kruger, Benjamin Bratt und Elena Anaya können nicht über die Formelhaftigkeit des Drehbuches und dem Gefühl das alles dann doch schon mal gesehen zu haben hinwegtäuschen. Ein Thriller mit bekannten Zutaten, solide verarbeitet und mit einem dann wieder stärken Showdown garniert.


Blair Witch von Adam Wingard

Schon Blair Witch Project hat nicht mehr zu bieten als den Mythos hinter dem sich heute ein netter Found Footage-Film verbirgt, nach dem aber auch kein Hahn mehr krähen würde, so ausgelutscht das Genre in der heutigen Zeit ist. Das ist dann auch das Problem des Films von Adam Wingard: Darsteller in Rollen die man nach dem Abspann wieder vergessen hat, noch einschläfernd als der erste Film, Szenen ohne Sinn und Verstand, schlechte Kameraarbeit (selbst für so einen Genre-Vertreter) und was am allerschlimmsten ist: Nicht gruselig. Es bleibt also zu hoffen, dass Wingard mit seinem nächsten Projekt Death Note wieder an den sehr guten The Guest anknüpfen kann und solche Spielereien unter seinem Können sein lässt.


Die Insel der besonderen Kinder (OT: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children) von Tim Burton

Auf dem Papier wie geschaffen für Tim Burton und mit einer Steigerung gegenüber seinem letzten Film Big Eyes, hat man aber immer das Gefühl dass dieser mit angezogener Handbremse inszeniert und sich nicht traut den alten Burton frei zu lassen. Zwar schimmert dieser in einzelnen Szenen immer wieder durch, aber gerade im Finale verliert sich der Regisseur leider zu sehr im Chaos; also das gleiche Problem wie auch schon Paul McGuigan mit Victor Frankenstein. Der Cast um Eva Green, Asa Butterfield und Ella Purnell gefällt aber in den Szenen im titelgebenden Home for Peculiar Children und würde es durchaus rechtfertigen auch die anderen Bücher der Reihe zu verfilmen. Nur dieses Mal mit einem weniger verstockten Regisseur und weniger CGI-Action. Denn an tollen und unterhaltsamen Figuren mangelt es schon dem ersten Film nicht.


Sausage Party – Es geht um die Wurst von Conrad Vernon und Greg Tiernan

Was Hotel Transsilvanien für Adam Sandler, ist Sausage Party für Seth Rogen: Eine Animationsversion der Filme die man am meisten mit ihnen verbindet. Was also bei Sandler der lustige Familienfilm mit Moral am Ende ist, kommt bei Seth Rogen als derber und unpolitischer Spaß daher, der nicht nur mit einem großartigen Alan Menken-Song aufwarten kann, sondern auch mit einer Würstchen/Brötchen-Orgie; was in diesem Fall sehr wörtlich gemeint ist. Vielleicht nicht ganz so schlüpfrig wie Fritz the Cat, aber als Fan von Seth Rogen kommt man voll und ganz auf seine Kosten.


Swiss Army Man von Dan Kwan und Daniel Scheinert

Daniel Radcliffe spielt eine pupsende Leiche. Was im ersten Moment zu sureal wirkt um auch nur im Ansatz gut zu sein, entpuppt sich am Ende als großartiger und zu Herzen gehender Film in dem mehr Wahrheiten über die Menschen und das Leben stecken als in so manchen Film von Woody Allen. Außerdem hat der Film einer der besten Montage-Szenen aller Zeiten; und den besten – wortwörtlichen! – Montage-Song!

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  • Patrick

    Deine Blair Witch-Kritik klingt eher nach ner 1/10! ;-P Da biste am Ende dann doch eher großzügig gewesen, oder?

    Die Insel der besonderen Kinder war endlich mal ein Burton, den ich mochte. Kein Jahrhundertfilm, aber schon gut.

    Sausage Party mochte ich auch. Hat sich auch mal etwas verloren und hätte gerne noch etwas bösartiger sein können, aber war schon nice. Die Orgie fand ich auch sehr geil, gerne mehr davon! ^^