Get Out

© Blumhouse Productions

Es ist soweit: Rose (Allison Williams) will ihren Freund Chris (Daniel Kaluuya) ihren Eltern vorstellen und damit den nächsten Schritt in ihrer Beziehung tun. Das er eine andere Hautfarbe hat als sie, tut sie mit den Worten ab, dass ihr Vater Barack Obama gewählt hat und tatsächlich scheinen seine Ängste unbegründet, denn sie werden von den Beiden sehr herzlich empfangen, vielleicht sogar eine Spur zu herzlich…

Auch ohne sich den Trailer anzuschauen ahnt der geübte Zuschauer bereits was es mit der “Gastfreundschaft” auf sich hat. Trotzdem überzeugt GET OUT vor allem durch seine immer düsterer werdenden Atmosphäre. Auch darstellerisch weiß Jordan Peeles Regiedebüt zu überzeugen. Vor allem Catherine Keener und Hauptdarsteller Daniel Kaluuya seien hier lobend erwähnt.

Leider trüben die gelungene Atmosphäre und die Darsteller nicht über die inhaltlichen Schwächen hinweg. GET OUT ist nicht nur sehr stark an DER VERBOTENE SCHLÜSSEL angelegt, sondern wirkt mit seinen Ami-Klischees und seinem überkonstruierten letzten Drittel etwas uninspiriert und nicht konsequent genug, damit er als eine bitterböse Satire vollends funktioniert.

Fazit: Den hohen Vorschusslorbeeren kann ich mich demnach leider nicht anschließen. Als möglichen Oscarcontender, wie er seit start in den USA angepriesen wurde, sehe ich in keinster Weise und wird er letzten Endes auch sicher nicht sein. Eine Sichtung kann man aber durchaus riskieren.

USA 2017 – 104 Minuten
Regie: Jordan Peele
Genre: Horror, Thriller, Satire
Darsteller: Daniel Kaluuya, Allison Williams, Catherine Keener, Bradley Whitford, u.a.
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  • kaik

    Ich gebe ihm 8 – 8,5/10. Gerade das von dir kritisierte Ami-Klischee sah ich als so überzeichnet, dass es für mich als Satire zu verstehen ist – so auch der überkonstruierte Schluss (wie damals dieser Action-Orgien-Fremdkörper bei Ananas-Express). Aber klar, außer vlt. beim Drehbuch wird der in keiner Kategorie auftauchen. Freue mich aber über den Erfolg und dass der Mut von Jordan Peele belohnt wird.

    • Patrick

      In Deutschland ist der aber mit unter 500.000 Besuchern weeeit unter den Erwartungen geblieben! Ich glaube, dass auch am Ende das Drehbuch nicht nominiert wird. Gerade DAS fand ich ja viel zu flach und als Mischung aus “Der verbotene Schlüssel” und “Rate mal wer zum Essen kommt!” auch nicht gerade innovativ oder gut geschrieben. Get out hat eine gute Inszenierung und nen guten Ansatz. Thats it! Aber tut nicht weh zu schauen, aber ist auch kein Überfilm!

      • kaik

        Das Drehbuch würde nominiert, wenn der Film im Winter startet. Aber so erinnert sich keiner mehr dran.

        Na ja, also bei 5 Millionen Dollar Budget und weltweiten Einnahmen von 250 Millionen sind denen die deutschen Besucherzahlen wurscht (wobei ne halbe Millionen für einen Horrorfilm ist schon gut).