Voll auf die Nuss (OT: Get Squirrely)

Das Plakat wirbt mit den Produzenten von Shrek. Ob es am Ende ein shrekliches Erwachen für alle Animationsfreunde gibt, erfahrt ihr in meiner Review.

Es gibt nicht so viel Platz neben Animationskönig Disney/Pixar: DreamWorks Animation zwar am Box Office kräftig mitverdient, ist man in Sachen Storytelling doch einiges hinten dran und konzentriert sich fast ein wenig zu sehr auf Fortsetzungen; Illumination Entertainment scheint nach der Ausschlachtung des Ich – Einfach unverbesserlich/Minions-Franchise nun mit Pets den nächsten großen Wurf gelandet zu haben und mit Sing wird es 2016 sogar einen zweiten Animationsfilm geben; Blue Sky Studios konnte zuletzt mit Die Peanuts – Der Film überzeugen und versenkt wohl gerade mit Ice Age 5 – Kollision voraus! ihre wichtigste Marke; Aardman Animations dreht von den Kritikern – und mir – geliebte Knetanimationsfilme denen aber der ganz große Erfolg an den Kinokassen verwehrt bleibt; und die Japaner von Studio Ghibli legen seit Erinnerungen an Marnie 2014 eine Pause ein.

Daneben gibt es noch Animationsabteilungen von großen Studios wie Sony Pictures Animation und einige kleinere Animation Studios. Zu denen zählen auch Awesometown Entertainment aus Kanada die unter der Regie von Ross Venokur ihren ersten Animationsfilm Voll auf die Nuss herausbringen. Dass so eine kleine Produktion hier keinen Kinostart bekommen würde war irgendwie klar und so landete der Film direkt in der Videothek bzw. im Einzelhandel.

Zurecht? Jein. Auf der einen Seite ist er einfach kein Film für die große Leinwand: Die Story ist eine weitere Version von Ocean’s Eleven, die in einzelnen Szenen nicht ganz auf das junge Publikum zugeschnitten ist und die Animationen sind auch nicht besonders berauschend und neigen zur Detailarmut, was wiederum Fans des Animations-Genre nur ein müdes Gähnen entlocken könnte. Auf der anderen Seite muss man Venokur zugute halten, dass sein Film, auch dank der guten Nebenfiguren, gerade in der zweiten Hälfte mit dem Diebstahl der Nüsse doch ganz sympathisch wird und durchaus zu unterhalten weiß. Vor allem wenn man bedenkt dass eine totale Katastrophe wie der russische Jets – Helden der Lüfte im Jahr 2013 einen Start in den deutschen Kinos spendiert bekommen hat und gegen den die Animationen aus Voll auf die Nuss wirklich gut aussehen.

Fazit: Nicht die erwartete Katastrophe, aber natürlich Lichtjahre von den Genregrößen Pixar und Disney entfernt. Erwachsene könnten sich an den Animationen stoßen und für Kinder könnte er stellenweise nicht den richtigen Ton treffen.

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