Sex Sells! – Erotik & Wollust auf der großen Leinwand…

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Schon in der hellenistischen Antike wurde der Sexualität in all ihren Facetten ein bemerkenswert hoher Stellenwert beigemessen, denn weder Polygamie stellte ein Tabu dar, noch die sogenannte Knabenliebe, noch die Verwirklichung des aus dem Altgriechischen stammendenden Begriffs “Orgie”. Auf dieses offene Zeitalter folgten bekanntlich deutlich konservativere, von kirchlichen Dogmen geprägte Jahrhunderte und auf der große Leinwand erlebte der intellektuelle Erotikfilm, in dem der Liebesakt sowie alle damit zusammenhängenden Aspekte für das Publikum unmittelbar visualisiert worden ist, erst ab der Mitte der 1960er eine erste Blüte. Gerade Zensurversuche trugen häufig dazu bei, dass diese Filme noch begehrter und erfolgreicher wurden. Angekommen im 3. Jahrtausend verlagerte sich die Prämisse der Filmsparte insofern, als dass es heutzutage immer mehr darum geht, bewusst zu provozieren und die Grenzen zu erweitern und überschreiten, um das Publikum überhaupt noch beeindrucken zu können. Bekanntermaßen ist es häufig die Darstellung sexueller Spielarten fernab aller Konventionen, die zwar abstößt und öffentliche Kontroversen in Gang setzt, aber gleichermaßen ein hohes Maß an Faszination impliziert und darüber hinaus vielfach hohe Einnahmen zu erzielen imstande ist. Freilich geben die wenigsten es offen zu, aber Sex ist aus meiner Sicht doch ein nicht unherblicher, inhaltlicher und zeitloser Köder innerhalb des Filmgeschäfts.

Vielleicht werden nun einige Leser die Brauen heben, dass gerade der jüngste aus unserer illustren Oscar-Gruppe einen Artikel über erotische Streifen der letzten 50 Jahre schreibt, wozu mich im Besonderen ein kürzlich erschienener Film minderer Qualität inspiriert hat, dennoch traue ich mir inzwischen so viel Weitblick zu, mit schlüpfrigen, obszönen, stimulierenden, voyeuristischen, jedoch letzten Endes zutiefst menschlichen Sujets objektiv umzugehen. Die meisten Erotikfilme werden oft besonders breitgefächert und auffallend personenspezifisch bewertet, was speziell an der individuellen Hemmschwelle liegen dürfte. Wenngleich einige der zwanzig von mir ausgewählten (mehr oder weniger bekannten) Produktionen, von denen die meisten aus dem Thriller- und Dramenbereich stammen, darüber hinaus offenlegen, wie nah die Grenze zwischen erotischer Filmkunst und Pornografie miteinander korreliert, erhielten letztlich nur zwei Filme eine FSK-Freigabe ab 18 Jahren.

Aus meiner Sicht muss ein gutes, sexuell angehauchtes Gattungsbeispiel vor allem Atmosphäre, Anspruch, Leidenschaft, schauspielerische Chemie und Lebensrelevanz miteinander verbinden und ebendies ist in der Tat einer höheren Anzahl von Filmen gelungen als man zunächst vermuten würde. Während gelungene Genrevertreter wie “Quills”, “Gefährliche Liebschaften”, “Sleeping Beauty” und “Jung & Schön” bereits hinlänglich rezensiert wurden, werden Produktionen wie “Baise-Moi” und “Total Romance” selbstredend genauso unberücksichtigt bleiben wie Softpornos, die auf irgendeiner entlegenen Alm angesiedelt sind oder zeitweise in Dauerschleife im Nachtprogramm einiger Privatsender liefen… 🙂

Basic Instinct

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Von meinem geschätzten Kollegen Dennis kürzlich als “schlecht gealtert” sowie “unfreiwillig komisch” betitelt, möchte ich zuallererst einen Versuch unternehmen, den zweifach oscarnominierten Erotikthriller mit konsequenter und schnörkelloser Dramaturgie etwas zu rehabilitieren. Durch seine Doppelbödigkeit hebt er sich von allen Trash-Thrillern des Jahrzehnts ab und gerade die Intention, dass Sex bisweilen auch als Waffe in einem perfiden Spiel einsetzbar ist, gefällt mir noch immer fast genauso in demselben Maße wie die darstellerische Chemie zwischen Michael Douglas und der meisterhaft agierenden Sharon Stone als Femme Fatale der Extraklasse namens Catherine Tramell. Neben gerechtfertigten Oscarnominierungen für die (gemessen an Genremaßstäben) überragende Musik und den Schnitt hätte ich mir die entsprechende Anerkennung für Sharons Stones “wunderbar beherrschte und perfekt durchstilisierte Charakterstudie” gewünscht, denn besser war sie aus meiner Sicht bis zum heutigen Tage nie, was nicht nur an der mittlerweile Kultstatus genießenden Verhörszene liegt. Freilich wirkt die dargebotene Weltanschauung aus heutiger Sicht etwas reaktionär und nicht alle Mitglieder des Ensembles überzeugen auf ähnlichem Niveau wie das Hauptdarstellergespann, dennoch stellt Verhoevens Werk einen reißerischen, spannenden, sexuell aufgeladenen und folglich ausgewogenen Genre-Mix dar, der auch nach mehrfacher Sichtung fesselt und nicht eine Minute zu lang geraten ist. Die Fortsetzung von 2006 sollte man jedoch in der Tat tunlichst meiden, denn diese ist in der Tat so plump geraten, dass ich keine Zeit zur Analyse aufbringen will!

USA / F 1992 - 128 Minuten Regie: Paul Verhoeven Genre: Erotikthriller  Darsteller: Michael Douglas, Sharon Stone, George Dzundza, Jeanne Tripplehorn, Denis Arndt, Leilani Sarelle, Bruce A. Young, Chelcie Ross, Dorothy Malone, Wayne Knight
USA / F 1992 – 128 Minuten
Regie: Paul Verhoeven
Genre: Erotikthriller
Darsteller: Michael Douglas, Sharon Stone, George Dzundza, Jeanne Tripplehorn, Denis Arndt, Leilani Sarelle, Bruce A. Young, Chelcie Ross, Dorothy Malone, Wayne Knight

Belle De Jour – Schöne Des Tages (OT: Belle De Jour)

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Eine besonders aphrodisierende, auf einem Roman von 1928 basierende, unter Cineasten inzwischen Klassikerstatus genießende Produktion aus unserem westlichen Nachbarland entstand vor fast einem halben Jahrhundert und löste heftige Diskussionen aus. Ein Grund dafür war die bewusst in Form verruchter, schwer zwischen Realität und Fiktion zu unterscheidender Tagträume arrangierte Visualisierung tabuisierter Fetische, welche die schöne Protagonistin Séverine ihrem Ehemann jedoch nicht zu offenbaren imstande ist. Buñuel hinterließ uns eine schonungslose und aufwühlende Parabel über den erregenden, wenn auch demütigenden Ausbruch aus der bürgerlichen Gesellschaft mit all ihren konventionellen Zwängen. Das Fehlen einer musikalischen Untermalung tut der intensiven, atmosphärischen Dichte keinen Abbruch und besonders die Kreationen von Yves Saint Laurent tragen dazu bei, auch das Auge zu erfreuen. Getragen wird die spannungsreiche, hochsymbolische Geschichte über die tagsüber käufliche Liebe nahezu im Alleingang von einer grandiosen, lasziven wie sensiblen Performance von Catherine Deneuve, die immerhin für den BAFTA nominiert wurde, dort jedoch gegen Katharine Hepburn das Nachsehen hatte. Obschon mir für die Titulierung als ultimatives Meisterwerk ein Quäntchen fehlte, muss das Werk dennoch als frühester und couragierter Triumph des erotischen Kinos angesehen werden, das für viele Nachfolger die Weichen stellte und das, sofern die man des Französischen halbwegs mächtig ist, unbedingt in Originalsynchonisation angesehen werden sollte. Aufgrund der surrealistischen Züge dürfte “Belle de Jour” letzten Endes vieles sein, aber sicherlich kein Film, der allen gefallen möchte.

F / ES 1967 - 101 Minuten Regie: Luis Buñuel Genre: Erotikdrama Darsteller: Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Geneviève Page, Pierre Clémenti, Françoise Fabian, Georges Marchal, Macha Méril
F / ES 1967 – 101 Minuten
Regie: Luis Buñuel
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Geneviève Page, Pierre Clémenti, Françoise Fabian, Georges Marchal, Macha Méril

Blau Ist Eine Warme Farbe (OT: La Vie D’Adèle)

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Wie ich bereits vor Längerem herausgestellt habe, ist der in unserem Forum verhältnismäßig hochgeschätzte, französische Film mit fantastischem Titel auch aus meiner Sicht dank seiner Hauptdarstellerin grundsätzlich sehenswert, aber letztlich einfach zu redundant, langatmig und selbstbezweckend provokativ, um als großartig befunden zu werden. Auch den Academy-Mitgliedern war Kechiches kontrovers diskutiertes Werk aus dem letzten Jahr augenscheinlich mehr als eine Spur zu heiß.

http://dieacademy.de/2014/01/28/blau-ist-eine-warme-farbe-ot-la-vie-dadele/

F 2013 - 175 Minuten Regie: Abdellatif Kechiche Genre: Erotikdrama  Darsteller: Adèle Exarchopoulos, Léa Seydoux, Salim Kechiouche, Jérémie Laheurte
F 2013 – 175 Minuten
Regie: Abdellatif Kechiche
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Adèle Exarchopoulos, Léa Seydoux, Salim Kechiouche, Jérémie Laheurte

Body Of Evidence

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Kürzlich hatte ich das ausgesprochene Glück, mir ein Ticket für die inzwischen zehnte Konzerttournee der wohl kontroversesten Musikkünstlerin unserer Zeit sichern zu können, die sich seit Jahrzehnten immer wieder neu erfindet, dabei jedoch weniger durch Stimme als mithilfe betörender Bühnenshows für viele – auch für mich – als Ikone gilt. Dem Erfolg als Sängerin steht der Status als eine der mit Abstand bescheidensten Schauspielerinnen gegenüber, obwohl sie in “Dick Tracy” und “Eine Klasse Für Sich” annehmbar agierte, bevor sie in “Evita” sogar unerwartet Großartiges leistete. Leider ist ihre darstellerische Leistung als aufreizende Rebecca in “Body Of Evidence” jedoch ähnlich mies wie der Streifen in seiner Gesamtheit, der als billigproduzierter Abklatsch von “Basic Instinct” angesehen werden muss. Edel versuchte unverkennbar, in dessen Fahrwasser mitzuschwimmen und scheitert dabei aus unzähligen Gründen kläglich. Madonnas Körper dürfte der Männerwelt zwar ähnlich gut gefallen wie der von Stone, ihre unglaubwürdige Performance sorgt aber im Zusammenspiel mit einem orientierungslos wirkenden Willem Dafoe sowie den nahezu durchgängig grauenhaften Dialogen dafür, dass die Szenerie deutlich weniger betört als belustigt. Hinzu gesellt sich zudem das Fehlen einer konkreten Aussageabsicht und – abgesehen von der Kerzenwachs-Szene – eines Spannungsbogens auf Kosten einer vollkommen durchschaubaren, klischeebeladenen, mäßig unterhaltenden Handlungsführung. Die fast schon gnädige, punktuelle Bewertung resultiert in erster Linie daraus, dass Archer, Langella und Moore in einer ihrer ersten Rollen ihr Möglichstes gegeben haben, um dem grenzenlos bescheuerten Drehbuch irgendetwas entgegenzusetzen… Liebe Madonna, konzentrier dich bitte auf das, was du kannst!

D / USA 1993 - 99 Minuten Regie: Uli Edel Genre: Erotikthriller Darsteller: Willem Dafoe, Madonna, Joe Mantegna, Anne Archer, Frank Langella, Julianne Moore, Jürgen Prochnow, Stan Shaw
D / USA 1993 – 99 Minuten
Regie: Uli Edel
Genre: Erotikthriller
Darsteller: Willem Dafoe, Madonna, Joe Mantegna, Anne Archer, Frank Langella, Julianne Moore, Jürgen Prochnow, Stan Shaw

Coming Out

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Diesem, von angenehm zurückhaltender, sichtbarer Wollust durchzogenen Film merkt man überdeutlich an, dass er in einer Phase des gesellschaftlichen Umbruchs geschaffen wurde. Die DEFA verhielt sich im Zuge des kollabierenden Systems der DDR zunehmend mutiger und selbstbestimmter sowie verarbeitete eine bis dato durch den Einfluss der SED tabuisierte Thematik. Ohne jedwede voyeuristischen Tendenzen wird das Publikum anhand des Lehrers Philipp Zeuge von dem teilweise langwierigen, inneren und zutiefst verunsichernden Kampf auf dem Weg vom erotischen Interesse gegenüber dem eigenen Geschlecht bis hin zur selbstbezogenen Akzeptanz und den damit verbundenen Konsequenzen im öffentlichen und familiären Umfeld. Insbesondere ebendieser Fokus wurde bis zum Schluss nicht aus den Augen verloren und die inhaltliche Brisanz durch eine behutsame Inszenierung mit zurückgenommenen Klängen, lebensnahen Dialogen und ruhigen Kamerabewegungen verstärkt. Darüber hinaus zeichnen sich die Darsteller, allen voran Protagonist Matthias Freihof, durch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen aus, das eine intime Atmosphäre generiert. Wenngleich die Herangehensweise aus heutiger Perspektive in mehreren Belangen nicht gänzlich frei von Klischees und das Ende doch eine Spur zu abrupt arrangiert worden ist, muss Carows Film jedoch als ein nicht ganz unwichtiger Beitrag für die filmische Identität von homosexueller Liebe und als Plädoyer gegen staatliche Reglementierung angesehen werden, welches erfreulicherweise nicht aus Sensationslust inszeniert wurde.

DDR 1989 - 113 Minuten Regie: Heiner Carow Genre: Erotikdrama Darsteller: Matthias Freihof, Dagmar Manzel, Dirk Kummer, Michael Gwisdek, Werner Dissel, Gudrun Ritter, Walfriede Schmitt, Axel Wandtke, Pierre Bliß, Gudrun Okras
DDR 1989 – 113 Minuten
Regie: Heiner Carow
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Matthias Freihof, Dagmar Manzel, Dirk Kummer, Michael Gwisdek, Werner Dissel, Gudrun Ritter, Walfriede Schmitt, Axel Wandtke, Pierre Bliß, Gudrun Okras

Der Letzte Tango In Paris (OT: Ultimo Tango A Parigi)

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Kommen wir zu einem weiteren, umstrittenen und nicht gerade leicht verdaulichen Werk mit äußerst symbolhafter Wirkung, das die damalige Zuschauerschaft in zwei Lager spaltete. Ich für meinen Teil zähle mich zur Fraktion derer, die Bertoluccis Skandalfilm als überdurchschnittliches Erlebnis befinden. Speziell die Kontrastierung von Geborgenheit, Autonomiestreben, sexueller Hingabe und zwischenmenschlicher Abhängigkeit wurde effektvoll aufgedröselt. Die untergehende Sonne tauchte den visuell komplexen Drehort nicht nur in ein orangegesättigtes Licht, sondern steht als Metapher für die Lebensneige von Paul, der sich nach dem Suizid seiner Frau auf eine Affäre mit der blutjungen, unbekannten Jeanne einlässt. An dem Punkt, an dem die Maske der Anonymität endlich fällt und nicht mehr nur die Körper entblößt werden, erreicht die Inszenierung ihren verwüstenden, evokativen Höhepunkt. Der Umstand, dass die Liaison sich zunehmend in Perversion wandelt, überschritt jedoch temporär meine persönliche Geschmacksgrenze. Dennoch ist man in erster Linie fortwährend gebannt von dem Hauptdarsteller, denn Brandos Darbietung gehört für mich zu den besten Performances in seiner an Höhepunkten nicht gerade armen Karriere, denn viele Szenen wurden bemerkenswerter Weise improvisierend vollzogen. Ich bin überzeugt, dass der dritte Oscar ihm gehört hätte, wenn er nicht eine Saison zuvor für einen derartigen Eklat gesorgt hätte. Schneider zeigte ebenfalls weitestgehend intensive Momente, verschenkte in der Interaktion bisweilen allerdings Potential. Wenngleich mir das heute nicht mehr in selben Maße anstoßende Werk vor ein paar Jahren besser gefallen hat, macht es dem im Titel genannten Gesellschaftstanz alle Ehre, denn es ist sowohl feurig, aggressiv als auch ruckartig und zerpflückt die Ambivalenz rein körperlicher Beziehungen, übertreibt es jedoch vereinzelt mit seiner gestreckten Haltung.

IT / F 1972 - 124 Minuten Regie: Bernardo Bertolucci Genre: Erotikdrama Darsteller: Marlon Brando, Maria Schneider, Jean-Pierre Léaud, Catherine Allégret, Massimo Girotti, Maria Michi
IT / F 1972 – 124 Minuten
Regie: Bernardo Bertolucci
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Marlon Brando, Maria Schneider, Jean-Pierre Léaud, Catherine Allégret, Massimo Girotti, Maria Michi

Der Liebhaber (OT: L’Amant)

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Basierend auf dem 1984 verfassten autobiographischen Roman von Marguerite Duras wird in der Filmadaption die Geschichte einer verbotenen Liaison zwischen einer französischen Schülerin und einem chinesischen Geschäftsmann in Französisch-Indochina der 20er erzählt. Die Autorin war mit der Leinwandfassung leider äußerst unzufrieden, weil sich Annaud fokussiert auf einen, und zwar den amourösen Handlungsstrang der Vorlage beschränkte, was aus meiner Sicht jedoch gerade deshalb als legitim zu erachten ist, weil dies die wertvollsten Phrasen sind und des Weiteren der soziale Kontext nicht aus den Augen verloren wurde. Die wohldosiert eingesetzten Liebesszenen, vielleicht die bestbelichteten der Filmgeschichte, wirken auf den Zuschauer unglaublich reell und leidenschaftlich, sodass man sich bereits zwanzig Jahre vor “Blau Ist Eine Warme Farbe” einen öffentlichen Diskurs darüber führte, ob der Akt der beiden Hauptdarsteller tatsächlich vollzogen worden ist, was von March allerdings beharrlich dementiert wurde. Des Weiteren sind die zeittypischen, aufwendigen Kostüme und Kulissen sowie die erotisierende Farbsymbolik hervorragend gelungen. Was jedoch den größten Pluspunkt darstellt, ist die oscarnominierte Kameraarbeit, welche das exotische Flair des traditionsreichen Lebens im seinerzeitigen Vietnam perfekt einfängt und mit ätherischen Qualitäten ausstattet. In ihrem Debüt bietet Jane March zusammen mit vielen Nebendarstellern eine sensible, überaus identifikationsreiche Leistung, nur Tony Leung Ka-Fai agierte mir bisweilen ein wenig zu behäbig. Unter der Regie des Genies Jean-Jacques Annaud ist nichtdestotrotz ohne Zweifel ein starker Beitrag des neueren, asiatischen Kinos entstanden, den ich in Summe für deutlich zu wenig gewürdigt halte.

F / VN / UK 1992 - 111 Minuten Regie: Jean-Jacques Annaud  Genre: Biographie / Erotikdrama / Historienfilm Darsteller: Jane March, Tony Leung Ka-Fai, Frédérique Meininger, Arnaud Giovaninetti, Melvil Poupaud, Lisa Faulkner, Xiem Mang
F / VN / UK 1992 – 111 Minuten
Regie: Jean-Jacques Annaud
Genre: Biographie / Erotikdrama / Historienfilm
Darsteller: Jane March, Tony Leung Ka-Fai, Frédérique Meininger, Arnaud Giovaninetti, Melvil Poupaud, Lisa Faulkner, Xiem Mang

Eine Verhängnisvolle Affäre (OT: Fatal Attraction)

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Adrian Lynes sechsfach für einen Academy Award vorgeschlagenes Werk gilt heute mit Fug und Recht nicht nur als “Mutter aller Erotikthriller”, sondern auch als ein genreübergreifendes Meisterstück der 1980er. Mit vierzehn Jahren habe ich diesen Film (heimlich) zum ersten Mal gesehen und hatte im Anschluss schlaflose Nächte… Zu Beginn denkt man, dass der zufällig ins Rollen geratene, elektrisierend gefilmte Ehebruch den verwerflichsten Faktor bildet – obschon die Macher augenscheinlich nicht beabsichtigt haben, Untreue als Sünde anzuprangern, doch dieser Fakt ändert sich mithilfe des messerscharfen, wendungsreichen Drehbuchs binnen kürzester Zeit. “Eine Verhängnisvolle Affäre” differenziert sich nach dem Auftakt nämlich zu einem stilsicheren, konsequenten Thriller mit dröhnender und variabler Musik, schnellen Schnittfolgen sowie toller Kameraführung aus und hält inmitten von kurzen Entspannungsphasen mehrfach knallharte Momente bereit, exemplarisch sei die Kaninchenszene genannt. Gerade in den Momenten, in denen man als Zuschauer denkt, man sähe nicht mehr nur bloßes Schauspiel vor sich, spricht das für darstellerische Perfektion. Glenn Close wird aus Obsession und Eifersucht zur unberechenbaren, sich verselbstständigenden Furie und stellt dies beängstigend authentisch dar, weswegen die Rolle nicht nur auf Liste der besten Bösewichte rangiert, sondern aus meiner Sicht als zweitbeste Performance anzusehen ist, die mit dem Goldjungen ausgezeichnet hätte werden müssen! Doch auch Michael Douglas und Anne Archer vermögen, ihr mit stark verkörperten Darbietungen Paroli zu bieten. Das ursprüngliche Ende hat man glücklicherweise als Reaktion auf das enttäuschte Publikum bei Testvorführungen gegen das altbekannte, exzessive, psychotische Duell ausgetauscht, denn gerade dieses lässt “Eine Verhängnisvolle Affäre” zu einem durchgängig aufwühlenden Erlebnis avancieren, bei dem ich bedaure, dass es bei der Oscarverleihung gänzlich leer ausgegangen ist. Darüber hinaus bin ich mir gewiss, dass sich die Zahl der außerehelichen Affären nach Veröffentlichung zunächst einmal schlagartig reduziert haben dürfte.

USA 1987 - 119 Minuten Regie: Adrian Lyne Genre: Erotikthriller Darsteller: Michael Douglas, Glenn Close, Anne Archer, Ellen Hamilton Latzen, Fred Gwynne, Lois Smith
USA 1987 – 119 Minuten
Regie: Adrian Lyne
Genre: Erotikthriller
Darsteller: Michael Douglas, Glenn Close, Anne Archer, Ellen Hamilton Latzen, Fred Gwynne, Lois Smith

Elementarteilchen

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Oskar Roehler nahm sich vor einem Jahrzehnt der filmischen Umsetzung von Michel Houellebecqs skandalträchtigen, gleichnamigen Roman an, in dem sowohl brisante wissenschaftliche, gesellschaftskritische als auch sexualevolutionäre Thesen aufgestellt werden, und lockte damit eine Million Zuschauer in die hiesigen Lichtspielhäuser. Nicht zu Unrecht, wie ich finde. Im Zentrum stehen zwei Söhne einer Hippie-Mutter, deren Leben sich in entgegengesetzte Richtungen entwickelt haben, denn während der eine als enthaltsamer Forscher sein Dasein fristet, gerät der andere aufgrund vieler Enttäuschungen zunehmend in einen Sud aus psychischer Labilität, Grenzüberschreitungen und sexueller Orgien in Nudistencamps und Swingerclubs. Die allererste Sichtung im Kino war besonders schwer zu verkraften, da hier eine dramaturgische Schonungslosigkeit an den Tag gelegt wird, die man in deutschen Produktionen selten vorfindet. Nicht nur durch die ausforschende Kameraführung, der stetig zwischen Zeitebenen und Halluzinationen pendelnde, eigenwillige Erzählstil sowie scharfe Dialoge halten das Interesse wach, sondern letztlich auch die späte, unerwartet bittersüß-ambivalente Entdeckung der Liebe der Brüder. Der wendungsreiche Schlusspart ist es, welcher trotz der anvisierten Sterilität der Bilder die Nüchternheit zu durchbrechen und infolgedessen besonders zu berühren vermag. Garniert wird die provokante, manchmal allerdings etwas zu gewollt philosophisch-intellektuelle Inszenierung durch ein in der Gesamtheit einträgliches, nationales All-Star-Ensemble, denn neben Moritz Bleibtreu, Christian Ulmen und Martina Gedeck brillieren vor allem Nina Hoss und Corinna Harfouch, die erneut beweisen, dass sie auch international bestehen könnten. Lediglich Franka Potente blieb zu blass und ließ Glaubwürdigkeit vermissen. “Elementarteilchen” muss als substantielles Drama bezeichnet werden, doch ist andererseits lange nicht so gut wie ein weiterer, noch zu analysierender Film aus unserem Heimatland.

D 2006 - 108 Minuten Regie: Oskar Roehler Genre: Erotikdrama Darsteller: Moritz Bleibtreu, Christian Ulmen, Franka Potente, Martina Gedeck, Nina Hoss, Uwe Ochsenknecht, Corinna Harfouch, Jasmin Tabatabai, Thomas Drechsel, Tom Schilling, Michael Gwisdek
D 2006 – 108 Minuten
Regie: Oskar Roehler
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Christian Ulmen, Franka Potente, Martina Gedeck, Nina Hoss, Uwe Ochsenknecht, Corinna Harfouch, Jasmin Tabatabai, Thomas Drechsel, Tom Schilling, Michael Gwisdek

Eyes Wide Shut

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Basierend auf der bereits vor 90 Jahren erschienenen, fantastisch geschriebenen “Traumnovelle” von Arthur Schnitzler hielt sich Stanley Kubrick im Zuge seiner letzten Regietätigkeit auffallend eng an die Kernhandlung der Vorlage, verlagerte das Geschehen jedoch in die New Yorker Society unserer Zeit, um Identifikationsmöglichkeiten zur ungewöhnlichen Ehe von Alice und Bill zu schaffen. Zur filmischen Rezeption möchte ich gar nicht allzu viele Worte verlieren, da man diesen erotisierenden Film wenigstens einmal gesehen haben muss, ohne vorab zu viel darüber zu wissen. Nach einem gemächlichen Start kommt es zur beidseitigen Äußerung von sexuellen Wünschen und in Form einer labyrinthartigen Inszenierung fällt es immer schwerer, zwischen Realität und Imagination zu differenzieren, was den essentiellen Anreiz bildet. Neben dem gelungenen Einsatz von technischen Mitteln und pikanten Wortwechseln, besticht vor allem die von krassen, stilistischen Gegensätzen bestimmte musikalische Untermalung. Die zentrale, ausschweifende Maskenball-Sequenz vereint einerseits eine tolle Kamerafahrt sowie berückende Kostüme und verströmt obendrein sowohl liturgische, mystische als auch verführerische Qualitäten. Als Wertungssenkend sehe ich insbesondere den Umstand, dass “Eyes Wide Shut” annähernd eine halbe Stunde zu lang geraten ist und die aufgebaute Spannung nicht durchgängig gehalten werden kann. Tom Cruise gefiel mir in darstellerischer Hinsicht selten besser und Nicole Kidman spielte die Rolle der Alice dermaßen prägnant, dass ich keinen der nachfolgenden Filme mit ihr verpasst habe. Der große Stanley Kubrick verabschiedete sich durch diese langwierig produzierte Arbeit mit einem beeindruckenden, wenn auch extrem speziellen, sinnbildlichen Paukenschlag, der mit einem besonders bizarren Schlusssatz endet und doch auffallend objektiv auf das zielt, was sich der Homo Sapiens zumeist eben nicht traut, in der Realität auszuleben.

USA / UK 1999 - 153 Minuten Regie: Stanley Kubrick Genre: Erotikdrama Darsteller: Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Todd Field, Sky du Mont, Julienne Davis, Marie Richardson, Vinessa Shaw, Rade Šerbedžija
USA / UK 1999 – 153 Minuten
Regie: Stanley Kubrick
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Todd Field, Sky du Mont, Julienne Davis, Marie Richardson, Vinessa Shaw, Rade Šerbedžija

Fifty Shades Of Grey

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Ich weiß offen gestanden nicht, was genau mich geritten hat, mir ebenjenen Film anzusehen, der bei ausnahmslos allen Kritikern durchgefallen ist. In unserer von Erotik gesättigten Welt streben nicht nur viele Menschen nach immer extremeren Sexualpraktiken, sondern auch das sensationshungrige Publikum, was an sich nicht einmal verwerflich wäre, wenn “Fifty Shades Of Grey” seinen Hype halbwegs rechtfertigen würde. Doch leider wurde der grundsätzlich nicht gänzlich uninteressanten Thematik eine vollkommen dümmlich-naive Inszenierung entgegengestellt. Die Geschichte über eine junge Frau, die sich von dem SM-begeisterten Milliardär betören lässt, bedient nahezu jedes Klischee eines misslungenen Erotikfilms und enthält eine Akkumulation aus Dialogen, die häufig seelischer Grausamkeit verdächtig nahekommen. Anas Knechtschaft lässt einen kalt und man empfindet angesichts des Abgleitens in eine infantile Verliebtheit tatsächlich bisweilen Schmerzen – und nein, verehrte Fans der härteren Gangart, das meine ich nicht in passionierter Weise. Der sicherlich nett anzusehende Jamie Dornan bleibt leichenblass und liefert viele unfreiwillig lustige Momente, da er es einfach nicht eine Sekunde lang schafft, glaubhaft als sadistischer Master zu agieren und dürfte die “Goldene Himbeere” jetzt schon für sich gepachtet haben. Einzig und allein Dakota Johnson versucht zumindest, das Beste aus ihrer flapsigen Rolle herauszufiltern und auch die musikalische Zusammenstellung ist streckenweise durchaus gelungen, sicherlich aber zu schade für diesen überlangen, unnötigen und zur Pseudo-Kunst aufgeblasenen Schund. Entgegen der angestrebten Filmintention tut der Kassenerfolg somit wirklich alles – außer zu fesseln. Die Chance auf die Sichtung der etwaigen Fortsetzungen – die Regisseurin hat bereits das Handtuch geworfen – oder die Lektüre der Bücher ist damit endgültig auf den Nullpunkt gesunken.

USA 2015 - 125 Minuten Regie: Sam Taylor-Johnson Genre: Erotikdrama Darsteller: Dakota Johnson, Jamie Dornan, Eloise Mumford, Luke Grimes, Rita Ora, Victor Rasuk, Max Martini, Dylan Neal, Callum Keith Rennie, Jennifer Ehle, Marcia Gay Harden
USA 2015 – 125 Minuten
Regie: Sam Taylor-Johnson
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Dakota Johnson, Jamie Dornan, Eloise Mumford, Luke Grimes, Rita Ora, Victor Rasuk, Max Martini, Dylan Neal, Callum Keith Rennie, Jennifer Ehle, Marcia Gay Harden

Hamam – Das Türkische Bad (OT: Il Bagno Turco)

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Filme mit homosexuellem Inhalt werden vor allem von Personen, die ebenfalls gleichgeschlechtlich lieben besonders kritisch beäugt, weshalb ich mir von “Hamam”, einer italienisch-türkischen Koproduktion, zunächst einmal gar nicht allzu viel erwartet hatte. Umso erfreuter war ich jedoch über das Ergebnis. Insbesondere dann, wenn Sexualität vor dem Hintergrund traditionell-religiöser Sozietäten erläutert wird, ist die Kontroversität beziehungsweise der Grad der Entrüstung häufig besonders hoch und genau darin liegt vielleicht der Reiz des Betrachteten begründet. Aufgrund der poetischen Aufmachung inmitten der fast schon zu flüchtig gezeigten imposanten Metropole Istanbul wird einem erlaubt, zusätzlich beflügelt durch überaus reizvolle Klänge und prägnante Dialoge, gemeinsam mit dem verheirateten Italiener Francesco, der sich in einem geerbten Badehaus in Mehmet verliebt, in die ästhetisch-orientalische Welt einzutauchen. Vereinzelt fehlt es trotz der optisch verströmten Sinnlichkeit in letzter Instanz an erzählerischem Biss, nicht nur, weil die im Dampfbad ihren Anfang nehmende, nicht lange unentdeckt bleibende Affäre der beiden Männer hätte diesmal in der Tat für die Augen des Publikums ausgebaut werden können, sodass ich mir beinahe mehr gewünscht hätte als “nur” eine sinnliche Kusssequenz präsentiert zu bekommen. Im Gegenzug schöpft Özpetek in seinem mutigen Regiedebüt intime Charakteristika aus beiden Kulturkreisen und auch das kleine Ensemble offeriert eine kraftvolle Gemeinschaftsleistung, der man sich nicht entziehen kann. In jedem Fall stellt dieser, nicht direkt auf Erotik, sondern auf Melodramatik und Emotionen ausgerichtete Film gerade deswegen ein couragiertes Porträt über Selbstverwicklung und ihre Folgen dar, weil sie alle insgeheim lebendenden Homosexuellen, auch fernab der islamischen Zivilisation, ansprechen und bestärken dürfte.

IT / TR 1997 - 94 Minuten Regie: Ferzan Özpetek Genre: Erotikdrama Darsteller: Alessandro Gassmann, Francesca d'Aloja, Carlo Cecchi, Halil Ergün, Şerif Sezer, Mehmet Günsur
IT / TR 1997 – 94 Minuten
Regie: Ferzan Özpetek
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Alessandro Gassmann, Francesca d’Aloja, Carlo Cecchi, Halil Ergün, Şerif Sezer, Mehmet Günsur

Hautnah (OT: Closer)

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Im Alter von gerade einmal 13 Jahren durfte ich mir diesen Film erstmals im Kino zu Gemüte führen, doch leider führte die Anhäufung an vulgären Schlagabtauschen dazu, dass der Besuch auf Drängen meines entrüsteten Vaters vorzeitig abgebrochen werden musste. Dies hielt mich jedoch nicht davon, mir “Hautnah” ein halbes Jahr später, auf DVD zuzulegen, denn schon damals empfand ich ihn als überragendes, zutiefst echtes Charakterdrama der allerbesten Sorte, das mich einfach nicht loslassen wollte und mittlerweile zu meinen Genrelieblingen gehört. Nach einem gemächlichen, fast schon romantischen Start erweitert sich der Fokus von zwei Paaren auf eine erotisierende Vierecksgeschichte, in der sich neben einem Partnertausch auch Motive wie Erniedrigung, Eifersucht, Gefühlskälte, Verletzbarkeit, Abhängigkeit, Kontrollausübung, Schuldgefühle und unbändige Sehnsucht schrittweise in effektiver Manier entspinnen können, während eine der Personen bis zum Schluss geheimnisumwoben erscheint. Trotz der anfänglich klar verteilten Rollentypen bleibt es dem Zuschauer überlassen, wer nun Opfer oder Täter innerhalb des lasziven, theaterbasierten Stückes ist, das überdies mit dem fantastischen Song “The Blowers Daughter” im Vor- und Abspann aufwartet. Ellipsen und verdichtete Zeitsprünge werden genauso als tragende Stilmittel eingesetzt wie stellenweise vor Frustration und sexueller wie schwarzhumoriger Drastik sprühende Wortwechsel und einen gleichermaßen beeindruckt als auch hilflos zurücklassen. Nicht zuletzt ist Nichols vorletztes Werk jedoch ein regelrechtes Fest für alle Liebhaber intensiver Schauspieldarbietungen. Während Law und Roberts ihr Können souverän minutiös abrufen konnten, sind es jedoch Portman und Owen, die einem mit ihrer Rafinesse beinahe den Atem rauben. Zweifelsohne dürfte “Hautnah” polarisieren, doch für mich fungiert es letztlich als weiterer Beweis dafür, dass es für ein grandioses Drama nicht viel mehr bedarf als ein harmonierendes Ensemble, dem sich alles andere unterordnet. Mehr als zwei, von Seiten der Academy zugesprochene Nominierungen für die äußerst nah an der Perfektion anzusiedelnde, aufwühlende und verbalerotische Psycho-Studie wären in jedem Fall wünschenswert und angemessen gewesen. Wenn es nach mir gegangen wäre, dürfte Clive Owen sich heute jedenfalls Oscarpreisträger nennen.

USA 2004 - 104 Minuten Regie: Mike Nichols Genre: Erotikdrama Darsteller: Natalie Portman, Jude Law, Julia Roberts, Clive Owen
USA 2004 – 104 Minuten
Regie: Mike Nichols
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Natalie Portman, Jude Law, Julia Roberts, Clive Owen

Im Reich Der Sinne (OT: Ai No Korīda)

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Dieser Film schockierte die Welt vor fast vier Dekaden und wurde von der Staatsanwaltschaft nach der Vorführung auf der Berlinale aufgrund seiner detaillierten Darstellung von Gewalt und rituellem Geschlechtsverkehr, das als Kontrast zu den zeitüblichen Romantik-Filmen fungieren sollte, kurzerhand beschlagnahmt. Umso erstaunlicher mutet es an, dass die grundsätzlich interessante, fernöstliche Story über die bizarre Beziehung der Geisha Abe mit Ishida auf tatsächlichen Ereignissen beruht. Viele Kritiker beschrieben ihn als Highlight des Jahrzehnts, doch dem kann ich mich trotz unverkennbarer Vorzüge nur im Ansatz anschließen. Zugegebenermaßen ist die Zeichnung eines durch erotischen Rausch erreichten Realitätsverlusts, der tödlich endet, von Ōshima unbeschönigend und couragiert angegangen worden und auch Ausstattung und inszenatorische Stilmittel können beeindrucken. Leider fehlt es im Gegenzug völlig an präganten Dialogen und einer nachvollziehbaren Synthese von Lust und den kulturellen Rahmenbedingungen, denn obwohl man die Augen von den fesselnden Liebesszenen kaum abwenden kann, reihen sich diese stetig und ohne konkrete Handlung aneinander, weswegen die Beweggründe der Charaktere im Gegenzug in Gänze verborgen bleiben. Hätte man der Provokanz mehr Tiefe verliehen, wäre der aus Zensurgründen von Frankreich koproduzierte Film seinem Ruf absolut gerecht geworden, so kommt er aus meiner Sicht letzten Endes nicht über eine mutige, bildgewaltige und verhältnismäßig überzeugend gespielte, sich jedoch nur partiell von Softpornos abhebende Pseudo-Kunst hinaus.

JP / F 1976 - 105 Minuten Regie: Nagisa Ōshima Genre: Erotikdrama / Historienfilm Darsteller: Eiko Matsuda, Tatsuya Fuji, Aoi Nakajima, Yasuko Matsui, Meika Seri, Kanae Kobayashi, Taiji Tonoyama
JP / F 1976 – 105 Minuten
Regie: Nagisa Ōshima
Genre: Erotikdrama / Historienfilm
Darsteller: Eiko Matsuda, Tatsuya Fuji, Aoi Nakajima, Yasuko Matsui, Meika Seri, Kanae Kobayashi, Taiji Tonoyama

Intimacy

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2001 gewann ein freizügiger Streifen zur Überraschung vieler den “Goldenen Bären” im Rahmen der Berlinale, welcher augenscheinliche Parallelen zu “Der Letzte Tango In Paris” offenbart, denn auch hierin geben sich zwei Menschen – Jay & Claire – der unkomplizierten Lust hin, ohne sich überhaupt näher zu kennen. Ebendieses verwandte Motiv wird jedoch insofern erweitert, da die Liaison zunehmend Gefühle zutage fördert und die männliche Figur überdies einen Nebenbuhler besitzt. Die überaus sensible Filmgestaltung im Kontrast zur rau gezeichneten britischen Hauptstadt kommt trotz erregender Sequenzen ohne Voyeurismus aus und zeichnet sich durch realitätsnahe Dialoge und den besonders effektiven Einsatz von Handkameras aus, welche es dem Betrachter erlaubt, den verletzbaren und vom Leben enttäuschten Figuren besonders nah zu kommen. Zwar fiel der Erzählfluss insgesamt betrachtet leider etwas zu zäh und redundant aus, im Gegenzug punktet Chéreau wiederum mit einer tief durchdrungenen, involvierenden Personencharakterisierung beider Parteien. Neben überzeugenden Leistungen von Mark Rylance und Kerry Fox in den Rollen der voneinander angezogenen Protagonisten gefiel mir auch der authentische agierende Timothy Spall ein weiteres Mal ausgesprochen gut. Trotz einiger unbestreitbarer Schwächen porträtiert das Werk allerdings vor allem die eventuell unvermeidbare Eigendynamik verdrängter Sehsüchte eindrucksvoll und stellt somit ein gelungenes Beispiel für erotisches Kino des 21. Jahrhunderts dar.

F / ES / UK 2001 - 117 Minuten Regie: Patrice Chéreau Genre: Erotikdrama Darsteller: Mark Rylance, Kerry Fox, Timothy Spall, Alastair Galbraith, Philippe Calvario, Marianne Faithfull, Susannah Harker
F / ES / UK 2001 – 117 Minuten
Regie: Patrice Chéreau
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Mark Rylance, Kerry Fox, Timothy Spall, Alastair Galbraith, Philippe Calvario, Marianne Faithfull, Susannah Harker

Nackt

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“Der Sinn der Liebe ist, sich gegenseitig sichtbar zu machen.” Dies ist einer der zentralen, wertvollen, von mir oft zitierten Sätze dieses Films, der einen besonderen Platz in meinem Filmherzen einnimmt und in dem es – schnell zusammengefasst – um ein Abendessen von drei befreundeten, grundverschiedenen Paaren geht, die per Zufall eine schlüpfrige Wette eingehen, die jede Art von Beziehungskonflikten auf den Tisch bringt. Zwar sei hinzugefügt, dass dieses, den meisten wohl leider unbekannte Werk unter den ausgewählten das braveste bildet und trotz seines Titels keinerlei Geschlechtsakte explizit visualisiert, dennoch sprüht die Geschichte vor Verbalerotik und man kann die intentionierte Botschaft erst nach dem Aufbau einer persönlichen, sexuellen Identität in Gänze nachvollziehen. Mit einem feinen psychologischen Gespür lässt Dörrie einen an den teils äußerst lasziven Eigenarten einer Partnerschaft und in der Zerlegung existenzieller Aspekte wie Neid, Eifersucht, Überlegenheit, Sex unter Freunden, Entfremdung und dem Streben nach Lebenszielen teilhaben, weswegen man sich rasch in mindestens einem der Charaktere wiederfinden kann. Ein geringes Manko stellt die leider etwas belanglos geratene Musik dar, doch dies gleicht speziell die fantastische Darstellerriege wieder aus. Während der sagenhaft attraktive Benno Fürmann eine seiner besten Darbietungen zeigt und auch Heike Makatsch und Jürgen Vogel einen durchgängig bei Laune halten, ist es jedoch Nina Hoss, die mich mit ihrer facettenreichen Präsenz schlichtweg umgehauen hat. Summa summarum ist im Falle von “Nackt” ein wunderbares, ironisch angehauchtes, modernes Kammerspiel entstanden, welches nahezu im Alleingang durch seine sechs Akteure und eine grandiose Dialogisierung überzeugt und das zweifelsohne mehr als eine Sichtung erfordert. Von vielen verkannt, hebt es sich überdeutlich vom deutschen Einheitsbrei ab, unterhält bestens, wirft überdies individuelle Fragen auf und den heterosexuellen Herren sei verraten: Ja, man sieht auch Brüste… Sogar vier davon. 🙂

D 2002 - 100 Minuten Regie: Doris Dörrie Genre: Tragikomödie / Erotik Darsteller: Nina Hoss, Heike Makatsch, Benno Fürmann, Alexandra Maria Lara, Jürgen Vogel, Mehmet Kurtuluş
D 2002 – 100 Minuten
Regie: Doris Dörrie
Genre: Tragikomödie / Erotik
Darsteller: Nina Hoss, Heike Makatsch, Benno Fürmann, Alexandra Maria Lara, Jürgen Vogel, Mehmet Kurtuluş

Nymph()maniac – Volume 1 & 2 (OT: Nymphomaniac)

«Nymphomaniac»

Vorab möchte ich eines konstatieren: Ich mochte “Dogville” und “Melancholia” recht gern, und prinzipiell auch die Anfangsphase des ersten Teils von “Nymphomaniac”. Das unter der Regie des Dänen Lars von Trier realisierte Gemeinschaftsprojekt von fünf Ländern schlug schon vor seiner Veröffentlichung vielversprechend hohe Wellen, hat mich jedoch nur in äußersten Ansätzen überzeugt. Unterteilt in acht Kapitel liefert der kreative Provokateur sicherlich eine verruchte, unbeschönigende, schwer verdaubare, individuelle Chronologie voll von Demütigung und bewusst angestrebten Grenzerfahrungen, doch die Inszenierung verliert sich ab der Filmmitte zusehends in unsubstantiellen, sich endlos wiederholenden Episoden. Das Niveau des knapp überdurchschnittlichen ersten Teils wurde in der Fortsetzung nicht annähernd gehalten und ab der Mitte des Films hatte ich zunehmend weniger Interesse daran, Charlotte Gainsbourgs sowie Stacy Martins bemühtem, aber keinesfalls herausragendem Spiel zuzusehen und ihren vergangenheitsorientierten Seelenstriptease weiter zu verfolgen, Skarsgård wiederum gefiel mir in seinem passiven Rollentypus gut. Zu meiner Verwunderung langweilen einfach weite Teile des Zweiteilers, den ich mir direkt nacheinander zu Gemüte führte, während andere wiederum den zuvor angesprochenen Voyeurismus im Sinne einer “Ich will euch um jeden Preis schockieren!”-Manier geradezu herausfordern. Die Atmosphäre mag deswegen unbestreitbar auch einige poetische, symbolistische und bildgewaltige Augenblicke bereithalten sowie gewollt kühl und spannungsarm gehalten worden sein, doch gerade dann hätte es im Besonderen einer lebhafteren, profunderen Dialogisierung bedurft. Aus all diesen Gründen muss ich mich schlussendlich dem Zitat eines Spiegel-Redakteurs anschließen, der urteilte: “In dieser Story, die angeblich von Geilheit und Glücksstreben berichtet, herrscht die Dramaturgie des Leierkastens.” (Zwar habe ich den Film in seiner Gänze bewertet, würde jedoch knappe 6/10 für den ersten Teil vergeben und nur noch 3/10 für die zweite Hälfte.)

DK / D / F / BE / UK 2013 - 325 Minuten Regie: Lars von Trier Genre: Erotikdrama Darsteller: Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Stacy Martin, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman, Willem Dafoe, Sophie Kennedy Clark, Connie Nielsen
DK / D / F / BE / UK 2013 – 325 Minuten
Regie: Lars von Trier
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Stacy Martin, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman, Willem Dafoe, Sophie Kennedy Clark, Connie Nielsen

Shame

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Wenn sexuelles Verlangen nicht mehr durch Neugier, Freude oder Lust geprägt ist, sondern sich bis zur obsessiven und lebenstbestimmenden Sucht steigert, gleicht dies unter psychologischen Betrachtungsaspekten häufig charakterlicher Selbstzerstörung. Anhand der Hauptfigur Brandon, einem gutaussehenden Mittdreißiger, erlebt das Publikum als stiller Beobachter eine subtil gestaltete Exkursion in die (im wahrsten Sinne des Wortes) nackte und schmerzvolle Verzweiflung einer auf emotionaler Ebene komplett verkümmerten Existenz, die länger als gewöhnlich nachzuwirken vermag. Neben einer unerwartet guten Darstellung von Carey Mulligan und der alles bestimmenden, kaum überbietbaren Leistung von Michael Fassbender besticht McQueens zweites Werk mit dem passenden Titel “Shame” vor allem mithilfe seiner Schonungslosigkeit, was die wiederkehrenden, exzessiven Sexszenen anbelangt, konsequenter Dialogarmut, kühler Farbgebung sowie einer hervorragenden, zermürbenden Kameraarbeit. Zwar kann das Drama über die Auswirkungen der Übersextheit unserer Gesellschaft in der Summe teilweise als etwas zu langatmig erachtet werden und auch die Einführung von ein bis zwei zusätzlichen Personen hätte der Handlungsentwicklung keinesfalls geschadet, dennoch wurde hierin erfreulicherweise nicht des bloßen, exhibitionistischen Selbstzweckes wegen provoziert, sondern aufgrund des stringenten Interesses an psychischen Abgründen. Leider liegt der Verdacht äußerst nahe, dass der bezüglich des Durchschnittsalters reiferen Academy dieser Streifen erneut deutlich zu anrüchig gewesen ist, denn anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, wieso Fassbender für seine kompromisslose One-Man-Show unberücksichtigt geblieben ist.

UK 2011 - 100 Minuten Regie: Steve McQueen Genre: Erotikdrama Darsteller: Michael Fassbender, Carey Mulligan, James Badge Dale, Hannah Ware, Nicole Beharie, Amy Hargreaves
UK 2011 – 100 Minuten
Regie: Steve McQueen
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Michael Fassbender, Carey Mulligan, James Badge Dale, Hannah Ware, Nicole Beharie, Amy Hargreaves

Showgirls

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Im Gegensatz zum ein Jahr später veröffentlichten, ebenfalls unter vielen Gesichtspunkten grausamen “Striptease” mit Demi Moore in der unvorteilhaft gespielten Hauptrolle, der allerdings wenigstens partiell zu unterhalten mag, nehmen die Beteiligten die Sache in “Showgirls” krampfhaft ernst und genau deshalb geht die zwanzig Jahre alte Produktion unter. Verhoeven hat sich mit diesem billigen Streifen garantiert keinen Gefallen getan, denn dieser wirkte auf mich in etwa so reizvoll wie eine Kaltwachsenthaarung. Nicht nur die debilen, sinn- und seelenlosen Dialoge mit hohem Fremdschäm-Faktor sowie billig aussehende Sets und dilettantische eingefügten Musicalelemente schmerzen, sondern auch die im Prinzip nicht vorhandene Erzähllogik, die dafür sorgt, dass sich die zwei Stunden anfühlten, als wären es zwanzig gewesen. Zur Verschleierung dessen sieht man – wie könnte es anders sein – eine Menge an nackter Haut und Momente, die unbedingt erschüttern wollen, einen aber komplett kalt lassen. Parallel zu allen Beteiligten lieferten Berkley, Gershon und der eigentlich von mir aufgrund von Auftritten in Comedy-Serien wie “Sex And The City” geschätzte MacLachlan “Darstellungen”, die absolut jeder Beschreibung spotten. Und jenen Kritikern, die einen satirischen Blick auf das amerikanische Showgeschäft erkannt haben wollen, sei gesagt: Aus jeder filmischen Katastrophe kann man etwas herauslesen, sofern man denn krampfhaft will. Auch gegen die mehrfach geäußerte Prämisse, dass “Showgirls” so schlecht sei, dass er schon wieder als gut befunden werden müsste, verwehre ich mich vehement. Schließlich habe ich wirklich selten solchen, trashigen Schrott sehen müssen, der sich ausnahmslos jede der sieben, “gewonnen Himbeeren” redlich verdient hat.

USA 1995 - 126 Minuten Regie: Paul Verhoeven Genre: Erotikdrama Darsteller: Elizabeth Berkley, Kyle MacLachlan, Gina Gershon, Glenn Plummer, Robert Davi, Alan Rachins, Gina Ravera
USA 1995 – 126 Minuten
Regie: Paul Verhoeven
Genre: Erotikdrama
Darsteller: Elizabeth Berkley, Kyle MacLachlan, Gina Gershon, Glenn Plummer, Robert Davi, Alan Rachins, Gina Ravera

Untreu (OT: Unfaithful)

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Mehr als anderthalb Dekaden nach dem aus meiner Sicht komplett misslungenen “9 ½ Wochen” und dem grandiosen “Eine Verhängnisvolle Affäre” hat Adrian Lyne wieder einen sehenswerten über den Reiz des Verbotenen geschaffen. Das Remake wurde, obschon darin das Rad natürlich keinesfalls neu erfunden wurde, besonders elegant fotografiert und mit angenehmer Pianomusik untermalt und setzt dramaturgisch auf Gegensätze, denn die erste Hälfte fällt in die Kategorie des klassischen Dramas mit stilsicheren Erotikszenen, um im darauffolgenden Akt zunehmend gekonnte, thrillerartige Elemente zu entfalten. Realitätsnahe Themen wie Eifersucht oder das Gefühl, sexuell etwas verpasst zu haben und deswegen trotz eines liebenden Partners schlagartig Lust auf die personifizierte Jugend zu entwickeln, werden intensiv und für den Zuschauer nachvollziehbar rezipiert, ohne dabei übertriebene Absolution zu erteilen. In einem starken Frauenjahr wurde Diane Lane völlig zu Recht für den Oscar nominiert, denn sie verkörpert die Hauptrolle der Connie Summer absolut authentisch und gleichermaßen verführerisch, obwohl gerade sie diejenige ist, die der Anziehungskraft des smarten Martinez erliegt, während auch Gere in der Rolle des gehörnten Ehemannes absolut zu überzeugen weiß. Unglücklicherweise ist es jedoch die relativ belangarme Schlussphase, die einen letztlich etwas enttäuscht zurücklässt.

USA 2002 - 124 Minuten Regie: Adrian Lyne Genre: Erotikthriller / Drama Darsteller: Diane Lane, Richard Gere, Olivier Martinez, Erik Per Sullivan, Chad Lowe, Michelle Monaghan, Kate Burton, Margaret Colin
USA 2002 – 124 Minuten
Regie: Adrian Lyne
Genre: Erotikthriller / Drama
Darsteller: Diane Lane, Richard Gere, Olivier Martinez, Erik Per Sullivan, Chad Lowe, Michelle Monaghan, Kate Burton, Margaret Colin
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17 Responses to Sex Sells! – Erotik & Wollust auf der großen Leinwand…

  1. Patrick sagt:

    Richtig geiler Artikel, inhlatlich gehe ich später noch drauf ein, frage mich nur gerade wieso Du daraus keine "Neue Serie" gemacht hast? Sex interessiert doch jeden von uns und würde bestimmt mit viel Aufmerksamkeit gelesen werden, auch ausschweifende Einzelkritiken würden mich als Leser definitiv zum Lesen animieren. Kannst Du Dir ja nochmal durch den Kopf gehen lassen bzw. abwarten, was die anderen Köpfe dazu sagen! ^^

    Eines vorweg: BASIC INSTINCT ist für mich nach wie vor der beste Eroticthriller, der jemals edreht worden ist und ich liebe den von Anfang bis zum Ende. Sharon Stone habe ich damals vergöttert und Michael Douglas hat mir auch extrem gut in der Rolle gefallen. Zudem mag ich, dass man das Ende doppelt interpretieren kann, so 100% sicher wer die Eispickelmörderin ist, kann man sich nämlich nie sein.
    Habe total Lust den wiedre zu schauen, doch leider weiß ich nicht mehr wer mein STEELBOOK von BASIC INSTINCT hat. Ohne erneute Sichtung würde ich BASIC INSTINCT locker bei 8,5/10 einordnen, da er das Thriller-Genre definitiv in eine neue Richtung geprägt hat. Für mich ein Geniestreich! die Fortsetzung habe ich indes bisher nie gesehen, was ja anscheinend auch gut so ist, auch wenn ich die Hoffnung habe, dass er gar nicht so schlehct ist, wie er immer gemacht wird!

  2. Heiko sagt:

    Mal wieder ein sensationeller Artikel von Dir mit einer interessanten Thematik!

    Einige von Dir rezensierte Filme wie "Der letzte Tango in Paris", "Intimacy" oder auch "Nackt" habe ich bisher noch nicht gesehen, stehen aber schon länger auf meiner Agenda. Ich muss diese wohl jetzt mal wieder weiter nach oben in meiner To-Watch-Liste holen.

    Die meisten Kritiken kann ich übrigens nur so unterschreiben. "Body of Evidence" gehört z.B. definitv zum lächerlichsten was jemals in diesem Genre auf Zelluloid gebannt wurde.
    Bei "Showgirls" gehöre ich jedoch zu der Sorte, die den zwar grässlich finden, sich aber dennoch extrem darüber beömmeln können, da er schon wieder unfreiwillig komisch ist. Mehr als 3/10 kann ich dem aber auch beim besten Willen und allem Spaßfaktor zum Trotz nicht geben.
    "Der Liebhaber" war mir hingegen viel zu schwulstig und am Ende einfach nur egal. Würde ich wohl bei 5/10 einordnen, müsste den dafür aber noch mal auffrischen. Und auch "Shame" gehört bekanntlich nicht zu meinen Lieblingsfilmen. Fassbender ist zwar großartig, aber der Film als ganzes kommt leider nicht über Mittelmaß hinaus, liegt bei mir bei 6/10. Ich weiß allerdings nicht, was du meinst, wenn du schreibst, dass Mulligan UNERWARTET gut sei. Diese Frau spielt IMMER exzellent! 😉

    Mir fehlen hier übrigens noch vier Filme, von denen ich aber natürlich nicht weiß, ob du sie gesehen hast oder nicht.

    Erstmal zwei Filme der Kategorie Murks:

    zum einen "COLOR OF NIGHT" mit Bruce Willis und Jane March in den Hauptrollen. Der ist für einen Erotik-Thriller viel zu harmlos und unausgegoren.

    Und zum anderen "ORIGINAL SIN" mit Antonio Banderas und Angelina Jolie. Bei dem ist es im Prinzip das gleiche Problem, für einen erotischen Film zu behäbig und für einen Thriller fast schon zu lächerlich. Spätestens nach dem gefühlt fünften Twist kann man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln. Ich kenne allerdings das französische Original "Das Geheimnis der falschen Braut" von François Truffaut, mit Catherine Denueve und Jean-Paul Belmondo nicht, der aber um Längen besser sein soll.

    Hier würden aber auch noch zwei weitere großartige Filme hineinpassen:

    "DIE TRÄUMER" von Bernardo Bertolucci, mit Michael Pitt, Eva Green und Louis Garrel. Der Film handelt von einer (quasi) ménage-à-trois im Jahre 1968 in Paris, zwischen einem Amerikaner (Pitt) und einem französischen Zwillingspärchen (Green, Garrel), die auch ein eher intimes, wenngleich nicht sexuelles, Verhältnis zueinander haben. Auf einer weiteren Ebene ist dieser Film auch eine einzige große Liebeserklärung an das europäische, speziell natürlich das französische, Kino der 1960er-Jahre mit vielen entsprechenden Filmzitaten.

    Und "DAS GROSSE FRESSEN" von Marco Ferreri, mit u.a. Marcello Mastroianni und Michel Piccoli, über vier alte Freunde, die sich an einem Wochenende in Begleitung mehrerer Prostituierter, sowie einer weiblichen Zufallsbekanntschaft zu Tode fressen und vögeln wollen. Einer der größten Skandalfilme der 1970er-Jahre, in diesem nicht gerade skandalarmen Filmjahrzehnt. Ich fand ihn auch sehr verstörend, und mich schockt normalerweise so schnell nichts. Diese breit und ausführlich inszenierte ausufernde Dekadenz war schon harte Kost, nichtsdestotrotz ein großartiger Film, bei dem einem aber erstmal der Appetiti auf üppige Speisen vergeht. Also nicht unbedingt an Ostern anschauen. 😉

    Und theoretisch könnte man sogar noch Hitchcocks "MARNIE" mit aufnehmen. Das ist natürlich kein Erotikfilm und es wird auch keine einzige Liebesszene gezeigt. Die Thematik ist aber ebenfalls eindeutig. Sean Connerys Charakter Mark erpresst ja zu Beginn seine beim Firmeneigentum klauen ertappte Sekretärin (Tippi Hedren) zur Heirat um sie sich ihm so sexuell gefügig machen zu können. Natürlich entwickelt der Film dann eine ganz andere Dynamik und offenbart am Ende ein ganz anderes Problem, aber ein erotisch angehauchter Touch schwingt doch immer irgendwie mit.

  3. Patrick sagt:

    So bin durch! Wirklich tolle fokussierte (Kurz)Kritiken, die hoffentlich noch viele Kommentare mit sich ziehen werden!

    Zu einigen Filmem möchte ich noch kurz Worte verlieren.

    Ich finde es schade, dass Du "BLAU IST EINE WARME FARBE" immer weiter runterbewertest, denn ich fand dne wirklich großartig. Zugegeben, die überlange Sexszene hätte nicht Not getan, aber Sex ist nicht nur immer schön anzusehen, sondern auch exzessiv und das kommt dort sehr gut rüber, wie ich finde. Ausgenommen von der kritisch zu beäugenden Sexszene ist ein hervorragendes Drama in 2 Akten gelungen, vom Coming Out bis zur 1. Beziehung, bis hin zu Zerwürfnis dessen, mit aller bitterlichen Konsequentheit. Dabei agieren die beiden Darstelleirnen so authentisch, dass die Cannes-Jury nicht anders konnte und extra die Regeln änderte, um beide Darsteller sowie den Film mit ihren Hauptpreisen zu bedenken. Wäre Blanchetts Jasmine nicht gewesen, hätte Leistungsbezogen Adèle Exarchopoulos eigentlich den Goldjungen zugestanden. Wieder ein Zeichen dafür, dass es eine entsprechende Darstellerkategorie geben sollte, denn das Filmjahr war bei den ausländischen Damen auch wieder eines der Stärksten. Der Film hat folgerichti bei uns ganz gut abgeräumt.

    Was ihr imme rmit HAUTNAH habt werd eich wohl nie verstehen. Hab den 2 Mal gesehen und auch wenn es einige Jahre her ist, habe ich den Hype nie verstanden. Von der Cinema damals verrissen, konnte ich dem auch kaum etwas gegensetzen, Portman spielt gut,a ber etwas Roboterhaft, Owen fand ich als Schauspieler noch nie so dolle und bin SEHR froh drum, dass Freeman sich statt seiner Oscarpreisträger nennen darf! Aber okay, einmal gebe ich ihn mir die Tage nochmal und wenn das dann immer noch nicht fruchtet, dann gebe ich entgültig auf bei dem Werk! 😉

    DER LETZTE TANGO IN PARIS hätte meiner Meinung nach Brandos 4. Oscar sein sollen. Für mich bis dato der beste Darsteller, der wohl je agiert hat, obwohl ich zwischen ihm und Pacino (Serpico) immer am Knobeln bin in dem Jahr, wobei ich Lemmon seien einzigen Hauptdarstelleroscar eigentlich nicht absprechen möchte.

    Wenn wir schon bei Darstelleroscars sind SHAME hätte Fassbenders Oscar sein müssen. Er hat sich in Huner und FISH TANK eigentlich schon für den Oscar empfehlen sollen, doch SHAME wurde schlichtweg übergangen. So gerne und ut ich auch Jean Dujardin mochte in THE ARTISt und froh bin, dass er den Oscar Clooney vor der Nase wegeschnappt hat, ist es eigentlich Fassbender, der die stärkste, weil kompromissloseste Leistung in dem Jahr abgeliefert hat. In einem starken Kopf- an Kopfrennen hat er bei unserer Oscarwahl auch mit 1 Stimme voraus gewonnen, was wieder für den guten Geschmack unserer Autoren und Leser spricht!

    COMING OUT habe ich vor 15 Jahren mal gesehen und fand ihn gut, habe aber genau dieselbe Kritikpunkte aufzuweisen, Die 7/10 passt aber ganz gut.

    SHOWGIRLS hab ich bis dato immer noch nicht gesehen, wollte ich eigentlich tun, weil der ja so schön trashig sein soll, Deine Worte haben mich aber wieder etwas abgeschreckt! ;-))))

    EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄIRE ist in der Tat eine randioser Darstellerfilm. Ich finde die 6 Oscarnominierungen aus heutiger Sicht etwas überzogen, aber CLOSE hätte Cher ruhig schlagen dürfen, wobei Cher auch eine echt gute Schauspielerin ind en 80ern war und ihr Oscar niocht unverdient ist. Definitiv nicht!

    Madonna hat im Gegensatz zu Cher leider wirklich nur einmal in EVITA herausragendes geleistet, ansonsten leider fast nur Grütze abgeliefert, wenn gleich ich sie als Musikern sehr schätze. Ihre Art der Provokationen habe ich immer sehr vergöttert und bin froh, dass sie mit ihrer neuen Platte mich wieder voll in den Bann ziehen konnte. BODY OF EVIDENCE kannste hingegen wirklich vergessen, trotz der eigentlich ganz guten Darstellerriege.

    Endlich ibts mal eien FIFTY SHADES OF REY-Kritik, denn augenscheinlich wollte hier sich keiner outen das Werk gesehen zu haben. Ich habe mich bis dato davor edrückt, denn der ganze Hype schreckt mich eher ab. Alle finden das Buch mies, den Film mies, aber haben beides trotzdem konsumiert. Schlimm! Schlimm, wie man mit so nem Schund soviel Kohle scheffeln kann heutzutage.

    Auf NACKT und INTIMACY haste mich neugierig gemacht, habe ich bislang noch nicht gesehen. Schande auf mein Haupt!

    Hoffe Dein Artikel kriegt noch eine baldige Fortsetzung! Hat Spaß emacht zu lesen!

    • Heiko sagt:

      Wir geben nicht nur vor, "Fifty Shades of Grey" nicht gesehen zu haben, wir haben es auch nicht, also ich zumindest. 😉
      Ich meine wer tut sich ernsthaft so einen Schwachsinn an? Das stand ja wohl schon vom ersten Trailer an fest, dass das Grütze ist.
      Insofern Respekt für Stefan, der das hat wirklich über sich ergehen lassen.

      Und zu Fassbender. Wie gesagt sehr gute Leistung, aber an Jean Dujardin war in dem Jahr absolut kein Vorbeikommen. Granatenleistung!
      Wer ihm für "The Artist" ernsthaft den Oscar abspricht, den kann ich beim besten Willen nicht für voll nehmen! Das ist als würdest du dem "Paten" den Best Pictutre Oscar nehmen und ihn an "Cabaret" geben. Sehr guter Film, der die Nominierung vollkommen verdient hat, aber ein Oscar wäre hanebüchen.

  4. Stefan T. sagt:

    Danke für eure ausführlichen Kommentare. 🙂 Dass dieser Artikel nicht in Serienform erscheint, hat auch wieder den Grund, dass ich mich auf die Filme beschränken wollte, über die es sich auch lohnt zu sprechen und nicht ab der dritten Episode krampfhaft nach Genrevertretern zu suchen und die Sache unnötig auszudehnen, auch wenn sie natürlich noch so brisant sein mag.

    @ Heiko: "Original Sin" wollte ich ursprünglich ebenfalls rezensieren, doch leider kann ich mich bis heute nicht zu einer punktuellen Bewertung durchringen. Wirklich schlecht finde ich ihn nämlich in der Gesamtheit nicht, so komisch das auch angesichts des dilettantischen Drehbuchs klingen mag. Mulligan zählt zu den Darstellerinnen, die sich bisher einfach nicht in mein Herz spielen konnten – auch nicht mit ihrer Darstellung in "An Education", ihre Leistung in "Shame" hat mich aber dennoch überaus positiv überrascht. Bezüglich Dujardins Oscar sind wir uns selbstredend absolut einig, denn ich bezog mich bei meiner Belobigung für Fassbender lediglich auf die wünschenswerte Nominierung, nicht aber einen unbedingten Sieg – nicht, dass das missverstanden worden ist… Dass Madonna sich auffallend oft der darstellerischen Lächerlichkeit preisgegeben hat, verwundert mich hingegen vor allem deswegen, weil in ihren Musikvideos wie "Justify My Love", "Vogue" oder "Bad Girl" so viel Virtuosität und Sinnlichkeit durchscheinen lässt, in den meisten ihrer Filmrollen aber bekanntlich nicht. Im Übrigen danke ich für deine Filmtipps. 🙂

    @ Patrick: "Hautnah" ist soooo gut! Lass dich einfach drauf ein! Wer einmal in einer prekären Fremdgeh-Situation gewesen ist, weiß, wie schmerzhaft realistisch damit umgegangen worden ist und Clive Owen hat mir schon damals echt Angst gemacht, während Portman schon Jahre vor "Black Swan" zeigen durfte, welche Ausdruckskraft allein ihre Blicke und Gesten haben. Von "Roboterhaftigkeit" kann aus meiner Sicht absolut keine Rede sein. "Fifty Shades Of Grey" war gewissermaßen von vorherein zum Scheitern verurteilt, doch ich wollte zumindest mitreden können, wenn ich den Erfolg schon allgemein beanstande.

    • Stefan T. sagt:

      Und bezüglich "Blau Ist Eine Warme Farbe" muss ich leider sagen, dass die zweite Sichtung den geringfügigen Abfall auf immer noch annehmbare 6/10 mit sich gebracht hat, da er zwar wirklich viele Szene, auf dem Weg zum Mündigsein enthält, er sich aber stellenweise zieht wie Kaugummi – wenn auch ein stellweise sehr schmackhaftes… Die zu ausführlichen Sexszenen sind somit nicht einmal das, was ich in erster Linie kritisiere… Das kannst du gern schade finden, aber es sollte wohl erlaubt sein, die eigene Meinung nochmals zu überdenken.

      • Patrick sagt:

        ja natürlich! für mich schon wegen der I FOLLOW RIVERS-Szene ABSOLUT HERAUSRAGEND. hat sich eingebrannt wie ins Mark und die Trennungsgespräche taten für mich fast genauso schlimm weh, wie für das Liebespaar.

  5. kaik sagt:

    "Hautnah" ist fast perfekt – "Basic Instinct" ist absolut perfekt.

    Tolle Ausführungen.

    50 Shades of Schwachsinn hast du sehr gut dargestellt, außer Dakota Johnson fesselt da nix :-)….sinnlos. Ja, warum geht man da rein? Ich bin immer fasziniert von Hypes und versuche, diese zu verstehen. Das hat mir schon wunderbare Filmreihen beschert (Harry Potter, Panem), aber auch furchtbare (50 Shades, Twilight), die dann über den ersten Teil bei mir nie hinausgehen. 50 Shades of Grey ist einfach eine Sehnsucht sexuell frustrierter Hausfrauen oder pseudo-emanzipierter Krähen, die ja so autonom sein wollen, aber zu doof sind, einzuparken. Sorry, aber ist doch so.

    • Patrick sagt:

      hahaha, sehr geiler Kommentar Kai!^^

      • Patrick sagt:

        Hab ihn jetzt auch sehen dürfen/müssen! ;-/

        Das Gute: Die Kamera
        Das Mittelmäßige: Die Musik (Es gab Szenen da passte es gut, andere Songs haben die Stimmung echt gekilllt. er sieht gut aus, darstellerisch joah geht so, Rolle nahm man ihm aber nicht so ab, da er viel zu weich war
        Das Schlechte: Sie!!! Im ernst, sie schaute fast nur gequält, in den Liebesszenen war sie hölzern, bis uaf wenige Akzente, war sie echt grottig. Die Dialoge waren leider wirklich oft grotte und die SM-Szenen waren ein Lacher. Also wenn das SM sein soll, dann hab ich ja schon mehr gemacht! Außerdem passte die Szenen gar nicht in den Film hinein und wirkten wie ein Fremdkörper, der da nur platziert wurde um etwas zu schockieren. Er wirkt abhängiger von ihr, als sie von ihm. hatte nen guten Ansatz, aber lief ins Leere. Wird wohl in Teil 2 ausgebaut, aber wen interessierts?

        Wenn man ihn nicht zu ernst nimmt, dann gehts, aber eigentlich ist der Film echt Murks. Aus der Grundidee hätte man aber was machen können und ich hab da zwar auch oft den Kopf geschüttelt, aber hab schon schlimmeres die letzten 2 Jahre gesehen, daher 3/10 von mir.

  6. Dennis sagt:

    Dann oute ich mich mal. Ich habe 50 Shades of Grey gesehen. Bin sogar allein ins Kino, weil ich ein Kino-Abo habe und im Kino vor meiner Tür nix anderes lief, was ich nicht schon gesehen habe. Wenn man aber mit der Einstellung reingeht, dass es sich um eine unfreiwillige Komödie handelt, funktioniert er wunderbar. Ich habe herzlichst gelacht! Unfassbar miese Dialoge und jede Menge klischeebeladene Situationen machen dieses Machwerk für Filmkenner zum Komödien-Highlight.

    BLAU IST EINE WARME FARBE fand ich ähnlich ermüdend und nichtssagend. Ich habe mich refelrecht durch die 3 Stunden gequält und bin froh, dass ich mir diesen Film nie wieder ansehen muss. Hatte für mich null Ansätze.

    HAUTNAH hingegen ist eine Perfektion. Für mich ne 10/10. Aber Stefan hat das oben schon ganz gut ausgeführt. Der Film funktioniert in erster Linie nur, wenn man Identifikationsflächen findet, die auf eigene Erlebnisse und Reaktionen rückschließen lassen. Ich habe den Film drei oder vier Mal im Kino gesehen und danach noch viele weitere Male auf DVD. Clive Owen ist zudem eine Offenbarung (unbedingt auf englisch sehen – seine synchro stinkt total dagegen an) und dass er den Oscar nicht bekommen hat, ist für mich bis heute noch eine der größten Fehlentscheidungen. Freeman mag ich wirklich gerne, aber diese Langweiler-Performance ohne große Substanz, war ein reiner Karriere-Oscar. Selbst die Nominierung hätte ihm dafür noch nicht mal zugestanden. Da haben die Globes ausnahmsweise besser entschieden.

    • Patrick sagt:

      What??? 10/10? Jetzt gehts aber los! Die vergibst doch Du gefühlt nie und dann für DEN Film? Oh man… muss ich mir den etwa nochmal antun? Ich dneke ich habe genügend Berührungspunkte und bin auch nah am Wasser gebaut, aber da hat mich damals rein gar nichts gepackt, außer das Sandmännchen! 😉

      Bezüglich Freeman, mir egal, es gab schon schlimmere Karriereoscars – ich fand ihn Bombe. War das heimliche Herzstück des Films, der hier mir auch zu schlehct wegkommt, besser als der überschätzte AVIATOR ist er nämlich auf alle Fälle.

      • Dennis sagt:

        Dann bat er dir eben einfach nicht gefallen – das geht dann auch in Ordnung. Ich verstehe ja schließlich auch nicht, was ihr an THE HIURS so toll findet 😉 wenn HAUTNAH dir bis jetzt nicht gefallen hat, wird eine dritte sichtung auch nix ändern. Ich will dir da ganz sicher nix einprügeln…

        Davon abgesehen habe ich weitaus mehr 10/10er als du denkst. 😉 In den letzten Jahren haben das bei mir allerdings kaum noch welche geschafft. Grade jetzt, wo ich wieder die 90er abgrasw, merke ich, dass die Qulität und der Ideenreichtum heutzutage teils leider echt nachgelassen hat.

        • Stefan T. sagt:

          Allein die Szene in "Hautnah", in der Larry Anna manisch über die Art und Weise des Seitensprungs ausfragt, ist ein Schlag in die Magengrube, gleichermaßen aber auch unglaublich echt und zutiefst aufwühlend. Für 10/10 fehlte mir dann zwar doch eine Nuance, dennoch ist selten ein beeindruckenderes Kammerspiel entstanden – besonders nicht (wie angesprochen) in neueren Dekaden…
          Und dir, lieber Patrick, würde ich raten, die Sichtung des Films auch wirklich nur dann nochmal vorzunehmen, wenn du bereit bist, dich wirklich darauf einzulassen. Ein Werk mit der vorgefestigten Meinung anzusehen, dass er einem sowieso nicht gefallen wird, bringt in meinen Augen nämlich recht wenig. 😉

          • Patrick sagt:

            Hey, ich will doch, dass er mir gefällt. An den Darstellern liegt es ja nicht, auch wenn ich Cliwe Owen, außer in Children of Men, irgendwie nicht so recht was abgewinnen kann. Irgendwann kommt der Tag nochmal! ^^

            The Hours fand ich beim 1. Mal gut, aber hat mich ermüdet. Bei der 2. Chance hat er mich geflasht und ich frage mich, was ich daran nur ermüdend fanden konnte! So kann es auch gehen! ^^

  7. Dennis sagt:

    Sorry, für die tippfehler…iphone 😀

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