Greatest Showman (OT: The Greatest Showman)

Satte drei Golden-Globe-Nennungen, und ein rentables Einspielergebnis nebst euphorischem Publikumstenor standen in direktem Kontrast zur vernichtenden Einschätzung zweier geschätzter Kollegen dieses Forums sowie einer recht mageren Ausbeute von nur einer, noch dazu beinahe obligatorischen Nominierung für den „Besten Song“ von Seiten der Academy. Angesichts dieser augenscheinlichen Ambivalenz gestaltete sich die Sichtung des ersten Musicals seit Längerem im Vorfeld als besonders spannend. Das ambitioniert choreografierte Regie-Debut des Australiers Michael Gracey, welcher bis dato ausschließlich visuelle Effekte kreierte, beschäftigt sich mit dem Leben des berühmten Schaustellers und Zirkuspioniers Phineas Taylor Barnum (1810 – 1891) und unternimmt den augenscheinlichen Versuch, auf den erfolgreichen Pfaden anderer Erfolgsproduktionen wie „Moulin Rouge!“ wandeln zu wollen. Doch schon nach kurzer Zeit offenbart sich anhand von „Greatest Showman“, dass die im starren Gute-Laune-Modus laufende, überzuckerte Inszenierung ebendiese Zielsetzung bei Weitem verfehlt und dem im Filmtitel explizit verwendeten Superlativ nur in Ansätzen gerecht zu werden vermag…

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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Gemessen am bescheidenen Budget von gerade einmal 12 Millionen US-$ und einem Pensum von lediglich 30 (!) Drehtagen ist das Werk mit dem sperrigsten Titel der Saison fast schon in die Gattung eines Independent-Films einzuordnen, zieht jedoch im Hinblick auf die relative Anzahl an Honorierungen unzähliger Filmverbände vielfach an seiner kostenintensiv gefertigten Konkurrenz vorbei. Die bereits im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig urveröffentlichte, inzwischen dritte Regieführung des gebürtigen Iren Martin McDonagh generierte zunächst Erwartungen an einen wenig involvierenden Kriminalfilm nach altbekannten, typisch amerikanischen Denkmustern, doch genau unter dieser Prämisse weiß „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ aufgrund seiner Skurrilität und Tragik gleichermaßen zu entwaffnen, provozieren und unterhalten. Was anhand des filmischen Resultates in erster Linie bleibt, ist die nachwirkende Erkenntnis, niemals ausschließlich anhand der Sichtung des Trailers voreingenommen zu urteilen und, dass sich Leinwandproduktionen gerade dann als besonders veritabel erweisen, wenn der herausfordernde und oft misslungene Spagat zwischen zwei scheinbar gegensätzlichen Genres gelingt.
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Shape of Water geht mit satten 13 Oscarnominierungen ins Rennen!

Die Oscar-Nominierungen sind da und wie erwartet ist „The Shape of Water“ der Favorit für die 90. Oscarverleihung, gefolgt von „Dunkirk“ mit 8 und „Three Billboards outside Ebbing Missouri“ mi 7 Nominierungen. Überraschend gut hat auch Paul Thomas Andersons „Der seidene Faden“ mit dem dreifachen Oscarpreisträger Daniel Day-Lewis in seiner letzten Rolle abgeschnitten, aber seht selbst…

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Die dunkelste Stunde (OT: Darkest Hour)

In dieser Saison mutet die Diskrepanz zwischen den US-amerikanischen und den deutschen Kinostartterminen hinsichtlich der potentiellen Anwärter auf den wichtigsten Filmpreis der Welt ungewöhnlich, beinahe schon quälend lang an. Spätestens jetzt, pünktlich zur dicht bevorstehenden Verkündung der diesjährigen Nominierten füllen sich die Spielpläne der hiesigen Lichtspielhäuser jedoch endlich spürbar mit namhafteren Produktionen. Nach dem fast schon experimentierfreudig inszenierten „Anna Karenina“ und dem von Kritikern und Publikum gleichermaßen zerrissenen Fantasy-Epos „Pan“ wandelt Joe Wright wieder auf konventionelleren Pfaden und widmet sein treffend betiteltes Historiendrama „Die Dunkelste Stunde“ dem bedeutendsten, gleichwohl exzentrischsten Staatsmann in der ausgedehnten Geschichte des Vereinten Königreichs. Schlussendlich erweist sich die zeitnahe Inaugenscheinnahme von Wrights inzwischen siebenter Regieführung nicht nur dank seines herausragenden agierenden Hauptdarstellers als ausgesprochen heilsame Erfahrung, sondern auch wegen des unverkennbaren, gekonnt zwischen Nüchternheit und Überzeugungskraft pendelnden Gespürs für ein düsteres, folgenreiches Kapitel europäischer Geschichte, das nicht nur der bloßen Würdigung des Wirkens von Sir Winston Churchill (1874 – 1965) ausgerechnet im Jahr 2017 gefertigt worden ist. Zusätzlich dürfte es Bände sprechen, sich an einem frühen Sonntagnachmittag inmitten eines restlos ausverkauften Kinosaals wiederzufinden, das während des kompletten Abspanns innehielt…

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