Stille Nacht – Mörderische Nacht (OT: While She Was Out)

While She Was Out (Still 1)

*Spoiler*-Warnung (aber wer sich den Dreck freiwillig antut ist eigentlich selbst schuld!)

Dieses Machwerk ist wirklich eines der größten Haufen Scheiße, das jemals auf Zelluloid gebannt wurde! Da kann auch Kim Basinger nix ausrichten.

Basinger spielt Della, ein verhuschtes Hausweibchen, das von ihrem Arschloch-Ehemann am Weihnachtsabend erniedrigt und bedroht wird, weil sie vergessen hat die Spielsachen ihrer kleinen Kinder wegzuräumen. Kurz darauf fährt sie noch mal zum Einkaufszentrum um Geschenkpapier zu besorgen. Am dortigen Parkplatz hinterlässt sie an einem Auto eine entnervte Nachricht, weil dieses quer über zwei Plätze steht. Als sie aus dem Geschäft zurück kommt warten jedoch bereits die Insassen des Autos auf sie. Die vier jungen Kerle stellen sich als Psychopathen heraus, die sie bedrohen und einen zu Hilfe eilenden Sicherheitsmann eiskalt erschießen. Della kann sich in diesem Tumult in ihr Auto retten und flieht nun vor den ihr nachsetzenden Möchtegern-Gangstern in ein nahe gelegenes Waldstück, wo sie nach anfänglichem sich-in-die Hose-machens bald in „bester“ Rambo- oder McClane-Manier einen Ein-Frau-Feldzug gegen die Killerbande startet…

Was sich von der Story her zwar noch grundsätzlich ganz interessant anhört ist in der Umsetzung an Schlechtigkeit dagegen nicht zu überbieten!
Angefangen bei der mehr als unbedarften Schauspieltruppe gegen die wohl jedes Laientheater strahlt. Und das trotz recht großer Namen wie der bereits erwähnten Basinger (die ihre Sache als einzige ganz gut macht, was bei diesem Schrott aber rein gar nichts zu heißen hat) oder Lukas Haas. Ihm nimmt man z.B. den eiskalten Killer (der auch noch ernsthaft Chuckie heißt) keine einzige Sekunde ab, die krasseste Fehlbesetzung aller Zeiten! Da wäre selbst Zac Efron als „Terminator“ noch glaubwürdiger. Sein Spiel ist so dermaßen lächerlich und dilettantisch, dass man sich ernsthaft fragt wie er danach noch an eine Rolle in „Inception“ kommen konnte.

Die Darstellungen sind aber sogar noch Gold gegen das an Schwachsinnsideen und Dialogen auf unterster Daily-Soap-Ebene reichen Drehbuchs (es verwundert im übrigen nicht, dass die Autorin auch gleichzeitig Regie geführt hat).
So kann sich Della natürlich in einer Szene in der sie von den (mit einer Pistole bewaffneten!) Jungs in einer ausweglosen Ecke eingekesselt ist mit einem einfachen Schraubenschlüssel (!) befreien, den sie in einem prall gefüllten Werkzeugkasten (!!) stets mit sich rumschleift und sich dabei sogar des ersten kleinen Negerleins, pardon, Verfolgers für immer entledigen. Im weiteren Verlauf wandelt sie sich dann vom vor Angst erstarrten Mäuschen zur brutalen Killeramazone die dann noch die anderen Typen mit Hilfe eines Radkreuzes, eines Schraubenziehers (sie hat ja ihr Köfferchen stets dabei) und, nach einer sensationell schlechten Verführungsszene sogar Chuckie (eher unspektakulär) mit seiner eigenen Schusswaffe um die Ecke bringt. Das ganze ist so unlogisch und hirnrissig, dass es wirklich schon physisch wehtut.

Das allerschlimmste aber (ja, es geht tatsächlicher noch schlechter) sind die zum fremdschämen miesen Dialoge. Da weiß man nicht ob man lachen, heulen oder doch besser gleich auf den vor sich stehenden Plätzchenteller brechen möchte.
So fällt z.B., nachdem sich Della an einem Ast den Arm aufgerissen hat und die Hirni-Killer an eben jener Stelle eine rote Pfütze entdecken, folgender seltendämliche Satz: „Das ist Blut, … das ist ihr Blut… vielleicht ist sie verletzt“ (genau, und vielleicht ist am 25.12. auch Weihnachten, aber so genau weiß man das halt nicht). Zudem geht einem mit der Zeit auch das ständige Genöle der ach so ultraharten Ghetto-Gangster auf den Zeiger („mir ist soooo kalt“ oder „wir werden hier alle sterben“). Da möchte man am liebsten laut zurufen: seid ihr Killer oder Pussies? Echt jetzt, das ist nicht zum aushalten.
Spätestens als einer der Luschis auf einen woher auch immer plötzlich gearteten Eso-Trip kommt („sie ist ein Gespenst, wir können sie nicht umbringen“) muss man sich aber echt zusammenreißen um nicht einfach seinen Fernseher aus dem vierten Stock auf die Straße zu werfen.

Das Ende ist dann ebenfalls an Unlogik nicht zu überbieten. So ruft Della nachdem sie sich ihrer Häscher entledigt hat nicht einfach die Polizei oder flieht nach Mexiko, nein, sie nimmt als einzige Überlebende eines Fünffach-Mordes (von denen sie tatsächlich drei direkt zu verantworten hat) und in einem Gebiet mit der Fläche einer Kleinstadt ihre gesammelte DNS großflächig verteilt hat die Mordwaffe mit sich, fährt nach Hause und erschießt (während ihre Zwillingskinder sanft im Obergeschoss schlafen) auch noch ihren „Götter-Gatten“, oder doch nicht? (uhuhuuu, ja es gibt auch noch ein total crazy Open End, woohoo).

Etwas Positives gibt es allerdings doch über diesen Megaschund zu sagen… nach „nur“ 85 Minuten ist man als Zuschauer endlich erlöst (wobei mir im Direktvergleich selbst der „Herr der Ringe“-Marathon in der Special Extended-Edition kürzer vorkam).


USA – 2008 – 1 Std. 25 Min.
Regie: Susan Montford
mit Kim Basinger, Lukas Haas, Craig Sheffer
Genre: Thriller

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