“Vater und Filmblogger?” Interview 2: Christian von ‘ChristiansFoyer’

Wie versprochen das zweite Interview zum Thema Vater und Filmblogger? Wie bringt man beide Leidenschaften unter einen Hut?. Das erste Interview mit Bullion von Tonight is gonna be a large one. findet man hier.

Nach Bullion war auch Christian von ChristiansFoyer so nett meine kleinen Fragen zu beanworten. Vielen Dank, lieber Christian!

Hallo Christian! Vielen Dank dass du meine Fragen beantwortest. Inwiefern hat sich dein Filmkonsum nach der Geburt deines Kindes verändert? Hat man da überhaupt noch Zeit ins Kino zu gehen oder schaut man mehr Zuhause?

Zeit ist immer da, muss man sich halt nur freischaufeln. Da ich meine Seite mittlerweile nicht mehr „nur“ als Hobby betreibe hat sich mein Filmkonsum höchstens umgeschichtet und verlagert, mengenmäßig aber nicht verringert. Ich bestelle viele Rezensionsexemplare und bin dann ja eh mehr verpflichtet, einen Film anzugucken, als wenn ich ihn mir „privat“ zulege. Kino ist halt abends angesagt, wenn das Kind im Bett und die Frau zu Hause ist und aufpasst, meine Filmgewohnheiten sind also um das Kind herum geplant, gerade auch das Schreiben von Kritiken usw.

Schaut man als Vater einen Film (z. B. Actionfilme) vielleicht anders, als wenn man keine Kinder hat?

Nicht grundsätzlich, würde ich sagen. Filme, in denen z.B. (explizit) Gewalt gegen Kinder gerichtet wird haben mich auch schon vor meiner Vaterschaft gestört, zumindest wenn der Kontext es nicht einigermaßen rechtfertigt (etwa um einem Vater ein Rachemotiv zu verschaffen). Filme, die einen Schwerpunkt bei Vater-Sohn-Beziehungen setzen, erlebe ich aber seit der Geburt meines Sohnes tatsächlich ein Stück „näher“, z. B. Malicks „The Tree of Life“, an dem mich halt besonders die Beziehung zwischen Brad Pitt und seinem Filmsohn fasziniert hat. Auch der angebliche Emotions- und Identifikationsmangel von Nolans „Inception“ wird für mich völlig durch dieses an sich so einfache Motiv aufgehoben: ein Vater möchte zu seinen Kindern. Genügt mir als Anknüpfungspunkt, um involviert zu sein.

Hollywood scheint aktuell Eltern und Schwangere für sich zu entdecken. Was sagst du zu Filmen wie „Was passiert, wenn’s passiert ist“ oder „Friends with Kids“? Hat man als Vater oder zukünftiger Vater eine andere Sichtweise auf solche Filme?

„Friends with Kids“ habe ich nicht gesehen, „Was passiert, wenn’s passiert ist“ hatte auf jeden Fall ein paar Momente, die meine Frau und ich grinsend abgenickt haben, weil sie uns aus unseren eigenen omminösen neun Monaten bekannt vorkamen. Wobei der Film allgemein in seinem Bestreben, möglichst viele Facetten des Kinder kriegens und Eltern werdens zu zeigen, an einer konkreten Intention doch ziemlich weit vorbei zielt und irgendwie alles so ein bißchen und nix richtig thematisiert.

Welchen Film würdest du deinem Kind zum 6.-, 12.-, 16.- und 18.-Geburtstag schenken? Also nach dem Motto: Endlich kannst du dir diesen Film anschauen!

Nicht jeweils nur einen: mit 6 gibt’s die Pixar-Komplettbox, mit 12 die „Herr der Ringe“-Trilogie, mit 16 die Paul Thomas Anderson-Collection und zum 18. die Schwarzenegger-Werkschau. Aber wenn Papas Gene auch nur ein bißchen was mitzureden haben werde ich dem Burschen eh keine Filme kaufen/schenken müssen, die Anschaffung erledigt er dann längst selbst

In „Was passiert, wenn’s passiert ist“ gibt es einen Subplot um eine Gruppe frischgebackener Väter (unter anderem Chris Rock und Thomas Lennon) die sich treffen und mit ihrem Nachwuchs im Park spazieren gehen. Wäre das etwas für dich?

Nee. Fand zwar, dass das der amüsanteste Part des Films war, selbst in so ‘nem Paparudel mitmarschieren würde ich aber nicht. Das kann wohl ganz nett sein, aber ganz allgemein verlangt’s mich nicht sonderlich nach Erfahrungsaustausch und Vergleicherei (so à la »deiner kann weiter springen, dafür kann meiner lauter furzen.«…).

Vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.

Im übrigen kann ich euch die Seite von Christian nur ans Herz legen! Tolle Reviews, aktuelle Trailer (auch zu möglichen Geheimtipps) und Artikel; und ein sehr sympathischer Kerl! Besucht auch gerne seine Facebook-Seite und diskutiert dort mit ihm! In Farbe und Bunt!
(Der letzte Absatz wurde nicht finanziert durch das Komitee zum Fortbestand von ChristiansFoyer.de)

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  • Ich hab zu danken! War eine nette Gelegenheit, um mal ein bißchen Selbstreflexion zu betreiben 😉
    Und natürlich auch vielen Dank für Lob und Empfehlung!

    • Stephan

      Ehre, wem Ehre gebuehrt! 🙂

  • Auch ein sehr schönes Interview. Mal sehen, ob sich noch mehr filmliebende Väter outen.Gerne auch Mütter! 🙂

    • Stephan

      Würde mich natürlich freuen, wenn auch andere filmliebende Väter und Mütter die Fragen beantworten würden. Schauen wir mal.

      • Heiko_S

        Gib doch mal Bill Bescheid, der ist auch Cineast und Vater. 🙂