Nach den Oscars ist vor den Oscars…

Die Academy Awards sind zwar erst vor knapp 11 Tagen verliehen worden, doch so verrückt wie man eben ist, zähle ich euch nun zehn potenzielle Kandidaten für die nächste Oscar-Verleihung auf.

“Inside Llewyn Davis” ist die Geschichte vom gleichnamigen Sänger und Songwriter, der in den 1960er Jahren versucht in der Musikbranche von New York Fuß zu fassen. Die Gebrüder Joel und Ethan Coen (u.a. “No Country for Old Men”) haben nicht nur das Drehbuch geschrieben, sondern führen dabei auch Regie. Vor der Kamera stehen u.a. Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman und F. Murray Abraham. Vor kurzer Zeit ist auch schon ein erster Trailer erschienen.

Ein ganz ein heißer Kandidat wird auch die fünfte Kollaboration zwischen Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio sein. Im Film “The Wolf of Wall Street” geht es um einen erfolgreichen Wall Street Broker, der mit 26 zum Multimillionär wurde und nach einem sehr aufregenden und ereignisreichen Leben, nur wenige Jahre später Bankrott im Gefängnis landet. In weiteren Rollen zu sehen sind u.a. Jonah Hill, Jean Dujardin und Matthew McConaughey.

Nachdem es in den letzten Jahren um Regisseur Ron Howard (u.a. “A Beautiful Mind”) eher ruhiger war, hat er für 2013 wieder ein Großprojekt am Start. Mit “Rush” erzählt er die wahre Geschichte rund um die beiden Formel1-Legenden Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt (Chris Hemsworth). Das Drehbuch stammt von Peter Morgan, der schon für Filme wie “Frost/Nixon” oder “The Queen” verantwortlich war. In weiteren Rollen sind u.a. Olivia Wilde, Tom Wlaschiha und Alexandra Maria Lara zu sehen.

Fast alles was Alexander Payne in den letzten Jahren angefasst hat, wurde auch zu Gold. Filme wie “The Descendants” oder “Sideways” sind Meisterwerke und haben für mehrere Oscars in Paynes Regal gesorgt. Es ist also nur ein logische Schlussfolgerung, dass man seinen neuesten Film “Nebraska” ebenfalls zu den Anwärtern zählen muss. Genaues ist über die Geschichte noch nicht bekannt, nur so viel, dass es eine Art Road-Trip Movie ist, bei der Bruce Dern einen alternden Alkoholiker spielt und sich auf einer Reise mit seinem Sohn, gespielt von Will Forte, befindet.

Die dänische Oscar-Preisträgerin Susanne Bier (“In einer besseren Welt”) verfilmt die gleichnamige Romanvorlage von Ron Rash. In den Hauptrollen zu sehen sind Jennifer Lawrence und Bradley Cooper, die kurz nach “Silver Linings” nun bereits ihren zweiten Film drehen werden. Im Jahre 1929 lebt in North Carolina das frisch verheiratete Ehepaar Pemberton. Kurzerhand erfahren sie, dass Serena (Jennifer Lawrence) keine Kinder gebären kann, worauf sich Ereignisse überschlagen. In weiteren Rollen sind u.a. Toby Jones und Rhys Ifans zu sehen.

2-facher Oscar-Preisträger George Clooney steht ebenfalls mit einem neuen Film in den Startlöchern. “The Monuments Men” handelt von Kunsthistorikern und Kuratoren, die versuchen im zweiten Weltkrieg, bedeutenden Werke sicherzustellen, um diese dann auch ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgeben zu können. Multitasker Clooney wird dabei nicht nur produzieren, Regie führen und Drehbuch schreiben, sondern auch die Hauptrolle spielen. Neben Matt Damon, Cate Blanchett und Bill Murray, werden u.a. auch Jean Dujardin und John Goodman zu sehen sein.

4-fach Oscar-nominierter Drehbuchautor und Regisseur Jason Reitman, hat für seinen neuesten Film eine tolle Riege an Schauspielern verpflichten können. Neben Kate Winslet, Josh Brolin und Tobey Maguire, steht für Reitmans “Labor Day” auch “Dawson’s Creek” Serien-Star James van der Beek vor der Kamera. Es geht dabei um eine Mutter, die gemeinsam mit ihrem Sohn, einem verwundeten Mann ihre Hilfe anbieten. Dieser wird jedoch auch gleichzeitig von der Polizei gesucht.

Fast in jedem Jahr gibt es eine Independent-Perle, die so beliebt ist, dass sie es sogar zu den Oscars schafft. Letztes Jahr war das “Beasts of the Southern Wild” und in diesem Jahr könnte es “Fruitvale” werden. Es geht dabei um den letzten Tag im Leben des 22-jährigen Oscar Grant, der nur wenige Stunden nach den Neujahrs-Feierlichkeiten von einem Polizei-Beamten erschossen wurde. Regie führt Film-Neuling Ryan Coogler. In den Hauptrollen sind u.a. Michael B. Jordan, Melonie Diaz und Oscar-Preisträgerin Octavia Spencer zu sehen.

Wenn das männliche Familienoberhaupt verschwindet, seine krebskranke und medikamentensüchtige Frau ihre 3 Töchter + Anhang zu sich ruft und dabei dunkle Themen wie Drogen, Alkohol, Ehebruch und heimlische Liebschaften ans Tageslicht kommen, dann dürfte Meryl Streep wohl auf dem Weg zu Oscar-Nominierung Nr. 18 sein. In weiteren Rollen sind u.a. Julia Roberts, “Sherlock” Benedict Cumberbatch und Ewan McGregor zu sehen.

Regisseur Steve McQueen hat mit Filmen wie “Shame” oder “Hunger” neue Maßstäbe gesetzt. In seinem neuesten Film “12 Years a Slave” geht es um ‘Solomon Northup’, gespielt von Chiwetel Ejiofor, der im Jahre 1841 entführt und als Sklave in den Süden der USA verkauft wird. Das großartige Cast umfasst u.a. Michael Fassbender, Paul Giamatti, “Beasts of the Southern Wild”-Star Quvenzhane Wallis aber auch Benedict Cumberbatch und Brad Pitt.

Über Johannes Marksteiner

Hauptberuflich: Radio-Redakteur und Sprecher Nebenberuflich: Passionierter Cineast
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Artikel, Oscar. Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.
  • Stefan T.

    Mein Traum wird wahr: McGregor, Roberts und meine geliebte Meryl in EINEM Film! Kann es kaum erwarten! 🙂

  • Heiko_S

    Hey Joschi, schöne Auswahl, aber Du hast den wie ich finde GRÖSSTEN Award-Contender der nächsten Saison noch gar nicht genannt!

    Und zwar "42" von Oscar-Preisträger Brian Helgeland!


    Hierin wird die Geschichte von Jackie Robinson erzählt, und der ist nicht weniger als DIE Baseball-Legende schlechthin. Sozusagen das was für den Fußball Pelé, Franz Beckenbauer und Lionel Messi in Personalunion wären! 😉

    Robinson zählt bis heute nicht nur zu den erfolgreichsten Baseball-Spielern aller Zeiten, der so ziemlich alles gewonnen hat was es in diesem Sport zu gewinnen gibt, er war auch der erste Schwarze im Profi-Basball und gilt zudem als einer der Auslöser für das Civil Rights Movements in den ausgehenden 1950er-Jahren.

    Robinsons Rückennummer, die titelgebende "42", wird ihm zu Ehren übrigens bis zum heutigen Tag nicht mehr beim Baseball eingesetzt.

    "42" gehört daher absolut zu den awardträchtigen Geschichten, zählen doch Sportdramen und Biopics zu den großen Contendern schlechthin. Am besten noch beides zusammen, wie u.a. "The Fighter" oder "Ali" bewiesen haben.

    Ich räume "42" daher berechtigte Chancen für Film, Regie, Drehbuch, Kamera, Ausstattung, sowie Titelheld Chadwick Boseman und ganz besonders HARRISON FORD als Branch Rickey, dem Manager der Robinson entdeckt und gegen alle Widerstände gefördert hat, aus!

    • Heiko_S

      ich meinte natürlich, ich räume ihm Chancen ein,nicht aus. 😀

    • Johannes

      "42" hat nur ein großes Problem: sein Starttermin! Der kommt in einem Monat in den USA raus :/ das killt (genauso wie bei "Gatsby") jegliche Oscar-Chance :/

      • Stefan T.

        Nun ja, der Starttermin ist zwar nicht ganz unwichtig, aber, sofern der Film toll ist und im Gedächtnis, spielt sowas dann doch keine zu große Rolle! "Argo" ist schließlich auch Ewigkeiten vor der Verleihung angelaufen und wurde dennoch "Bester Film".

        • Johannes

          allerdings hatte Argo glaub ich einen Ende August/Anfang September Termin – das ist schon mehr relevant als ein April Termin. Ich weiß nur bei "Das Schweigen der Lämmer", dass es dem frühen Starttermin getrotzt hat.

    • Dennis

      Definitiv 0 Oscar-Nominierungen. Viel zu cheesy und der Starttermin spricht auch dagegen. Der Film ist wirklich alles, aber kein Oscar-Contender, sondern eher ein "Möchtegern". Ihn von all den krassen Projekten, die anstehen, als den "GRÖSSTEN Award-Contender" zu bezeichnen, ist hoffenlich nicht dein Ernst, Heiko 😉

  • Patrick

    Schöne Auswahl! Ich bin ja der Meinung man hätte bei Streep auf Diesen Film mit ihrem 3. oscar warten sollen und Williams oder Close krönen sollen und Davis fúr Doubt oder The Help in supporting, aber egal. Hoffe Kates Rolle hat genügend Potential, ansonsten sind noch weitere Filme mit ihr in der Pipeline und vielleicht geht mein Traum ja doch mochmal in Erfüllung und Leo und kate werden imselben Jahr oder in aufeinanderfolgenden Jahren mit einem Goldjungen geehrt!

    • Stefan T.

      Na, jetzt bin ich platt! Ich erinnere mich noch genau daran, dass du Close in "Albert Nobbs" zwar gut, aber nicht überragend fandest und nun sprichst du ihr den Oscar nachträglich zu?! Du änderst deine Meinung ja auch laufend. 😀