Mein Problem mit Nicholas Sparks

Vielleicht sollte ich zuerst anmerken, dass ich mit Nicholas Sparks direkt keine Probleme habe. Ich habe noch nicht mal eines seiner Bücher gelesen. Wo liegt also das Problem mit ihm? Mein Problem liegt in der deutschen Übersetzung der Filme, die auf seinen Romanen beruhen (die logischerweise den gleichen Titel auch als Buch hatten).

Sind die Titel im englischen Original noch vollkommen in Ordnung und – wie mir eine Kontaktperson bestätigte – auch passend zum jeweiligen Inhalt des Buches/Films, hat man sich bei der deutschen Übersetzung wahrscheinlich eine Spur zu sehr an Rosamunde Pilcher orientiert und am Ende passte der deutsche Titel null zum englischen:

  • Message in a Bottle -> Message in a Bottle – Der Beginn einer großen Liebe
  • A Walk to Remember -> Nur mit Dir – A Walk to Remember
  • The Notebook -> Wie ein einziger Tag
  • Nights in Rodanthe -> Das Lächeln der Sterne
  • Dear John -> Das Leuchten der Stille
  • The Last Song -> Mit dir an meiner Seit
  • The Lucky One -> Für immer der Deine
  • Safe Haven -> Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht

Machte man sich bei den ersten beiden Titel zumindest noch die Mühe, den Originaltitel mit einzubinden, warf man dieses bei The Notebook einfach über Bord und kehrte erst wieder in diesem Jahr mit Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht zurück. Es ist noch nicht mal schlimm, wenn man bei einem Autor oder auch Regisseur einen gewissen Rhythmus hat.

Hey, bei John Grisham klappt es ja auch! Nur hat man dort die Tatsache, dass Grisham das gleiche System hat wie die deutsche Übersetzung: Nominativ + Substantiv = Buchtitel.

Okay, bevor jemand meckert: Die englische Sprache kennt nur das The und hat nicht wie wir noch die Unterscheidung zwischen Der, Die und Das. Die einzigen Ausnahmen dieser Regel waren im englischen die Bücher A Time to Kill, Theodore Boone: Kid Lawyer; sowie die Romane, die nicht in der Justizwelt spielten. Deutschland wich bei Berufung von der Regel ab.

Um mal ein Beispiel aus der Filmwelt zu bringen, in dem dieses Prinzip ganz wunderbar in Deutschland funktioniert: Nancy Meyers.

  • The Parent Trap -> Ein Zwilling kommt selten allein
  • What Women Want -> Was Frauen wollen
  • Something’s Gotta Give -> Was das Herz begehrt
  • The Holiday -> Liebe braucht keine Ferien
  • It’s Complicated -> Wenn Liebe so einfach wäre

Auch bei den Filmen von Nancy Meyers hat man sich bei der deutschen Titelübsertzung daran gewöhnt, ein ähnliches Prinzip zu benutzen. Wenn wir z. B. das nächste Mal die Meldung hören, dass der Film Wohin das Herz dich führt bald startet, dann wissen wir: Ah, Nancy Meyers dreht einen neuen Film.

Was man aber bei den Filmen von Nancy Meyers richtig macht ist, dass man die englischen Titel sinngemäß übersetzt und trotzdem den anderen Titel treu bleibt. Okay: Das macht man bei Sparks auch, aber mit dem Originaltitel haben die deutschen Titel überhaupt nichts zu tun. Zumindest mich stört das ein wenig.

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  • Heiko

    Puh, da haste noch mal Glück gehabt. Ich hatte nämlich schon beim Lesen der Überschrift begonnen meine Ärmel hochzukrempeln und gedanklich ein seitenlanges Plädoyer für "Message in a Bottle" und "The Notebook" vorzubereiten. 😉

    So kann ich Dir aber nur beipflichten, die deutschen Verleihtitel sind zum Teil wirklich unter aller Sau. Das ist m.E. aber kein Problem von Sparks oder Meyers-Verfilmungen, sondern ein allgemeines deutsches Phänomen.
    Ich habe z.B. erst unlängst einen Film mit dem Titel "Der Fluch der zwei Schwestern" gesehen, war ziemlich gut, bis auf die Tatsache, dass es keinen Fluch gab. Der englische Originaltitel "The Univited" macht da schon mehr Sinn.

    Diese Thematik wäre aber mal grundsätzlich einen eigenen Artikel wert. 😉