Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (OT: Frozen)

Die Eiskönigin (2)

Passend zur Winterzeit erscheint die Disney-Version von Hans Christian Andersens “Die Schneekönigin” in den Kinos. Erzählt wird die Geschichte der Königstochter Anna, die sich auf die Suche nach ihrer älteren Schwester Elsa, der Schneekönigin, begibt. Anna wird auf ihrer abenteuerlichen Reise von dem Bergsteigspezialisten und Naturburschen Kristoff sowie dem Rentier Sven unterstützt. Gemeinsam wollen sie Elsa finden, die dafür verantwortlich ist, dass das Königreich Arendelle im ewigen Eis gefangen ist. Die drei Abenteurer müssen sich auf ihrer Reise gegen die Elemente behaupten, begegnen dabei seltsamen Trollen und einem drolligen Schneemann namens Olaf, der sich ihnen ebenfalls anschließt. Werden sie Elsa finden und damit auch das Königreich Arendelle retten können, ehe es im ewigen Eis verschwindet?

Irgendwie lieben wir doch alle Disney-Filme, doch nach der vielleicht stärksten Phase mit Arielle – Die Meerjungfrau, Die Schöne und das Biest, König der Löwen und Aladdin ging es seit Mitte der 90er stetig bergab, um erst Rund 12-15 Jahre später mit „Küss den Frosch“ bzw. „Rapunzel – Neu verföhnt“ wieder kleine Highlights setzen zu können. Dieses Mal ist nicht von Anfang ein Bösewicht der die ganze Welt in ein Schneechaos stürzen möchte, wogegen die Heldin mit ihren Gefährten ankämpfen müssen, sondern es beschreibt das Leiden eines Mädchens die alles zu Eis verwandeln kann und aus Angst und Panik ins Exil flieht um ihre Untertanen sowie ihre kleine Schwester vor sich zu beschützen. Da das Königreich jedoch nicht im ewigen Winter leben kann macht sich das besagte junge Frau auf um ihre Schwester zu besänftigen und dazu zu bringen wieder zurück zu kehren. Also mal was anderes als die übliche Schwarz/Weiß Darstellung der Figuren und auch andere Rollenklischees werden aufgebrochen, welches Positiv zu werten ist.

Die Eiskönigin

Auf der anderen Seite wird fast zu viel gesungen und die Songs sind bei weitem nicht so gut und eingängig wie die Klassiker von Alen Menken. Gerade am Anfang, bis sich Anna auf die Suche nach Elsa begibt, wird ja fast im Minutentakt über Gott und die Welt gesungen. Ich bin mit Disney in den 80er und 90er aufgewachsen und wusste was mich erwarten kann, aber hier wurde es einfach übertrieben, gibt es ja auch Disney Filme in denen nicht bzw. angemessen gesungen wird.
Außerdem kommt der Film am Anfang nicht so recht in Fahrt und war auch nicht so witzig wie erhofft. Erst als der Schneemann Olaf ab der zweiten Hälfte auftauchte, der von Hape Kerkeling wirklich überragend gesprochen wurde, nahm der Streifen ordentlich an Fahrt auf. Den hätte man viel früher einführen sollen. Alles in allem ist Disney hier aber ein weiterer schöner Familienfilm geglückt mit dem man nichts falsch machen kann, gerade zur aktuellen Weihnachtszeit. Den Animationsoscar wird aber hoffentlich Hayao Miyazakis “The Wind Rises” erhalten.

RO 2013 - 112 Minuten  Regie: Călin Peter Netzer mit: Luminița Gheorghiu, Bogdan Dumitrache, Natasa Raab, Florin Zamfirescu Genre: Familiendrama
USA 2013 – 102 Minuten
Regie: Chris Buck, Jennifer Lee
mit: Kristen Bell, Idina Menzel
Genre: Familie, Komödie

 

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  • Stefan T.

    Mir hat er auch gefallen und würde von mir eine solide 7,5/10 bekommen. Er ist weitaus besser als das, was Disney zwischen "Hercules" und "Küss Den Frosch" fabriziert hat, dennoch war ich ebenfalls nicht vollends befriedigt. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass man sich etwas stärker an die wunderschöne, traditionell-literarische Vorlage gehalten hätte. "Let It Go" ist nichtsdestotrotz einer der schönsten Disney-Songs seit Ewigkeiten.