Goodbye, Peter O’Toole und Joan Fontaine!

Da das (Film-)Jahr 2013 in den letzten Zügen liegt, möchte ich diesen speziellen Zeitpunkt nutzen, zwei großen Hollywood-Schauspielern, die leider beide kurz vor dem Weihnachtsfest von uns gegangen sind, Tribut zu zollen und mich von ihnen gebührend zu verabschieden. Zweifelsohne werden ihre Leistungen ihre Lebenszeit überdauern. Ein Hoch auf Peter O’Toole & Joan Fontaine!

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Der irischstämmige Theater- und Filmdarsteller Peter O’Toole verstarb am 14. Dezember 2013 im Alter von 81 Jahren in London. Zwar erlange er vor allem durch die ikonische Darstellung des charismatischen, britischen Offiziers T.E. Lawrence in “Lawrence Von Arabien” von 1962 Weltruhm und eroberte die Herzen der Frauen und Kritiker gleichermaßen im Sturm, dennoch trat er in seiner langen Karriere in weit mehr als 50 anderen erfolgreichen, gelobten und zumeist historischen Produktionen in Erscheinung.

Besonders in Erinnerung bleiben wird die zweifache Besetzung O’Tooles als König Heinrich II. von England. 1964 spielte er ebendiese Rolle an der Seite von Richard Burton und John Gielgud in “Becket”, während er vier Jahre später den selben Monarchen erneut verkörperte, diesmal in “Der Löwe Im Winter“, auf Augenhöhe mit der wundervollen, 25 Jahre älteren Katharine Hepburn, die seine Filmfrau und Antagonistin spielte. Zu den weiteren, unvergessenen Auftritten des Charakterdarstellers zählen seine Darbietungen in “Goodbye, Mr. Chips”, “Der Letzte Kaiser” und der TV-Serie “Fackeln im Sturm”. Bis ins hohe Alter blieb er schauspielerisch präsent und wird heute von vielen jungen Kollegen als Vorbild bezeichnet. Obwohl er ganze 8 (!) Mal als Hauptdarsteller für einen Oscar nominiert worden war, zuletzt im Jahr 2007, konnte er die Auszeichnung leider niemals gewinnen. Aus diesem Grund weigerte er sich zunächst strikt, den Preis für sein Lebenswerk anzunehmen, in der Hoffnung, doch noch eine reguläre Statuette zu erringen, akzeptierte den Ehrenoscar auf Drängen seiner drei Kinder im Jahr 2003 letztlich dennoch, der ihm von Meryl Streep überreicht wurde.

Erst im vergangenen Juli verkündete er öffentlich seinen Ruhestand, da ihm nach eigenen Angaben “…die Kraft und das Herz für die Schauspielerei verloren gegangen” seien und zog sich ins Privatleben zurück. Eine Magenkrebserkrankung ließ O’Toole jedoch keine Möglichkeit, die Zeit zu genießen.

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Nur einen Tag später als O’Toole verstarb die US-amerikanische Joan Fontaine sechsundneunzigjährig in Kalifornien. Die als Joan de Beauvoir geborene Fontaine entstammte einer seinerzeit aufstrebenden und ambitionierten Schauspielerfamilie. Ihre ältere Schwester ist die noch lebende, ebenfalls weltbekannte Olivia de Havilland.

Ihre Karriere begann vor fast genau 80 Jahren. Sie schaffte es, sich schnell im Showgeschäft zu etablieren und erhielt bereits 1941 in der Rolle der Mrs. De Winter als “Beste Hauptdarstellerin” ihre erste von insgesamt drei Oscarnominierungen, unterlag aber zunächst Ginger Rogers. Nur eine Saison danach siegte sie jedoch in Alfred Hitchcocks Psychothriller “Verdacht” und setzte sich gegen ihre Blutsverwandte durch, was zu einem Bruch mit dieser führte. Die erbitterte Geschwisterrivalität konnte niemals beigelegt werden, Olivia und Joan standen sich fortan konkurrenzbedingt und kühl gegenüber.

In den 40ern bis 60ern trat sie in insgesamt 30 Spielfilmen auf, unter anderem in “Liebesleid”, “Brief Einer Unbekannten” und “Ivanhoe” und zuletzt 1994 im Fernsehfilm “Der Gute König”. Die passionierte Hobby-Pilotin war insgesamt vier Mal verheiratet, betätigte sich zudem als Produzentin und starb alterbedingt im Kreis ihrer Familie.

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Ruht in Frieden! Wir werden euch niemals vergessen!

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  • Stefan T.

    Hier noch ein kleines Zitat von Fontaine, das auch zeigt, wie schnell Ehrgeiz ein Verhältnis zerstören kann:

    "Ich habe zuerst geheiratet, habe den Oscar vor Olivia gewonnen, und wenn ich vor ihr sterben sollte, wird sie zweifellos wütend sein, weil ich wieder schneller war."

    • Patrick

      Bei diesem Zitat muss man am Ende ja doch schmunzeln irgendwie!

      Ach man, sowas wie Neid gehört echt in keine Familie!

      Ansonsten muss man Dich hier wieder sehr loben! Ein toller Artikel, der gerne noch mit einem Artikel ergänzt werden kann, indem alle großen und kleineren Schauspieler, sowie großen Persönlichkeiten wie Nelson Mandela, gedacht wird, die uns dieses Jahr verlassen haben.

      Das Du gerade den beiden ein Denkmal gesetzt hast, freut mich persönlich aber sehr.