Meine Filmwoche: 03.02.2014 – 09.02.2014



Memory Effect – Verloren in einer anderen Dimension (OT: Extracted)

Zwar erinnert der für sehr viel weniger Geld gedrehte Film im ersten Moment an Inception, aber sobald man sich im Gehirn des mutmaßlichen Mörders befindet entwickelt der Film eine eigene sehr interessante Welt. Grimm-Darsteller Sasha Roiz macht dabei eine gute Figur und auch der Rest des eher unbekannten Cast (vor allem natürlich Dominic Bogart) macht seine Sache zufriedenstellend. Eine weitere sehr positive Videotheken-Überraschung in diesem Jahr, dem ein größerer Erfolg zu wünschen gewesen wäre. Denn ähnliche Low Budget-Experimente wie Cube liefen zumindest im Kino und Memory Effect wird wohl leider schnell untergehen und für 5 € auf dem Grabbeltisch zu haben sein.


USA – 2013 – 1 Std. 25 Min.
Regie: Nir Paniry
mit Sasha Roiz, Dominic Bogart, Jenny Molin, Rodney Eastmen, Nick Jamison, Ty Simpkins, Brad Culver, Sara Tomko, Frank Ashmore und Richard Riehle
Genre: Sci-Fi, Thriller


Mr. Morgan’s Last Love

Nicht unsympatische, aber zu zäh erzählter Liebesfilm der natürlich in Paris spielt. Michael Caine und Clémence Poésy harmonieren wunderbar zusammen und auch die drei anderen wichtigen Nebendarsteller Justin Kirk, Jane Alexander und Gillian Anderson machen ihre Sache solide. Etwas mehr Schwung hätte Mr. Morgan’s Last Love vielleicht ganz gut zu Gesicht gestanden. Schade.


Frankreich/USA – 2013 – 1 Std. 56 Min.
Regie: Sandra Nettelbeck
mit Michael Caine, Clémence Poésy, Justin Kirk, Jane Alexander und Gillian Anderson
Genre: Drama, Komödie


Smiley Face

Im Grunde eine typische Kifferkomödie wie sie in den 90ern und 2000ern vielfach gab. Was den Film auf ein durch und durch solides Level hebt, ist seine Hauptdarstellerin Anna Faris die noch verpeilter als in ihren Scary Movie-Filme durch die durchgeknallte und zugegeben nicht besonders anspruchsvolle Story wandelt und dabei auf allerlei skurrile Zeitgenossen und Situationen trifft. Für einen gemütlichen Sonntag-Nachmittag auf auf dem Sofa reicht es aber.


USA – 2007 – 1 Std. 28 Min.
Regie: Gregg Araki
mit Anna Faris, Danny Masterson, Adam Brody, John Krasinski, Jayma Mays, Marion Ross und Jane Lynch
Genre: Komödie


Liebe lieber ungewöhnlich – Eine Beziehung mit Hindernissen (OT: Watching The Detectives)

Ein zutiefst warmherziger und gleichzeitig lustig-nerdiger Film über die Liebe, Beziehungen und vor allem über die leider vom Aussterben bedrohte Videotheken-Kultur. Cillian Murphy und Lucy Liu in für sie sehr ungewohnte Rollen, die von ihnen aber mit so viel Hingabe und Spielfreude verkörpert werden, dass man gerne vergisst, dass Liu eigentlich zu alt für die Rolle ist.


USA – 2007 – 1 Std. 30 Min.
Regie: Paul Soter
mit Cillian Murphy, Lucy Liu, Jason Sudeikis, Michael PanesHeather Burns
Genre: Komödie, Romanze


Armour of God – Chinese Zodiac (OT: Shi er sheng xiao)

Nach 22 Jahren der dritte Teil der Armour of God-Reihe und was sol ich sagen: Die Story ist zum wegschnarchen, die Dialoge dümmlich und alleine die Stunts machen den Film ein wenig sehenswert. Das macht es mir nicht unbedingt leicht mit Jackie Chan. Aber vielleicht gebe ich seinen alten Filmen doch mal eine Chance. Schlimmer als Armour of God – Chinese Zodiac kann es einfach nicht werden. Naja: Mal abgesehen von den Rush Hour-Filmen.


Hong-Kong – 2012 – 1 Std. 49 Min.
Regie: Jackie Chan
mit Jackie Chan, Kwon Sang-woo, Liao Fan, Yao Xing Tong, Zhang Lan Xin und Laura Weissbecker
Genre: Martial Arts, Action


Last Passenger – Zug ins Ungewisse (OT: Last Passenger)

Und eine weitere Überraschung: Last Passenger – Zug ins Ungewisse von Debütant Omid Nooshin mit Dougray Scott – manche kennen ihn vielleicht noch aus Mission: Impossible II – in der Hauptrolle. Denkt man im ersten Moment noch einen simplen 08/15-Thriller, erinnert er sehr schnell an die Katastrophen-Klassiker der 70er-Jahre wie Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123, Airport, Flammendes Infero oder auch Die Höllenfahrt der Poseidon. Nur halt in sehr viel kleiner: In einem Londoner Pendelzug. Da musste ich auch an den tollen Roman 253: Der U-Bahn-Roman von Geoff Ryman denken, bei dem ebenfalls verschiedene Personen in einer U-Bahn im Mittelpunkt standen. Man fiebert die meiste Zeit mit den fünf Figuren im Zug mit und Nooshin schaft es tatsächlich die komplette Spielzeit über das Tempo und die Spannung zu halten. Und für einen so kleinen Film sehen die Effekte im Finale dann auch nicht schlecht aus.


Großbritanien – 2013 – 1 Std. 37 Min.
Regie: Omid Nooshin
mit Dougray Scott, Kara Tointon, Iddo Goldberg, David Schofield, Lindsay Duncan, Joshua Kaynama und Samuel Geker-Kawle
Genre: Action, Thriller


Saturday Morning Massacre (OT: Saturday Morning Mystery)

Ich mache es kurz: Es ist Scooby Doo ohne Lizenz. Dadurch hat man am Anfang noch so etwas wie Spaß, der vergeht einem aber doch recht schnell sobald die Story komplett überflüssig wird und der Film sich zu einem schlechten und billigen Horror-Slasher entwickelt.


USA – 2012 – 1 Std. 28 Min.
Regie: Spencer Parsons
mit Ashley Spillers, Josephine Decker, Jonny Mars, Adam Tate und Paul Gordon
Genre: Horror, Komödie


Happy Metal – All We Need Is Love! (OT: Pop Redemption)

Die Franzosen sind immer wieder für eine Überraschung gut: Denn wenn man sich nicht vom DVD-Cover und dem Titel Happy Metal – All We Need Is Love! abschrecken lässt, bekommt man einen charmanten und stellenweise unfassbar witzigen Film serviert der gleichzeitig auch noch eine sehr realistische und schön erzählte Coming-of-Age-Geschichte über eine französische Black Metal-Band erzählt, die auf einem Hippie-Festival auftreten muss. Keine Pointe. Und die Songs sind auch cool.


Frankreich – 2012 – 1 Std. 35 Min.
Regie: Martin Le Gall
mit Julien Doré, Jonathan Cohen, Grégory Gadebois, Yacine Belhousse und Audrey Fleurot
Genre: Komödie


Die Todesliste – Nr. 1 stirbt (OT: The List)

Wie drücke ich es am besten aus? Das war das erste Mal, dass ich während eines Films wirklich eingeschlafen bin. Nicht weil ich irgendwie übermüdet war, sondern weil er so verdammt langweilig war. Ganz einfach.


Großbritanien – 2012 – 1 Std. 30 Min.
Regie: Klaus Hüttmann
mit Anthony Flanagan, Sienna Guillory und Nigel Planer
Genre: Thriller


Prisoners

Was für ein US-Einstand für den kanadischen Filmemacher Denis Villeneuve: Über die Spieldauer von 2,5 Stunden(!) bringt er es mit seinen beiden Hauptdarstellern Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal fertig konstant spannende und tiefgreifende Momente zu erschaffen. Dazu kommen die passenden Bilder von Kamera-Gott Roger Deakins, die dem Film seine unvergleichliche Ausstrahlung gibt. So viel möchte ich auch gar nicht erzählen, denn absolut jeder der einen richtig guten Thriller zu schätzen weiß, wird mit Prisoners seine wahre Freude haben. Außerdem ist es das perfekte Gegenargument zu der oft gehörten These, dass Serien inzwischen die besseren und spannenderen Filme sind.


USA – 2013 – 2 Std. 33 Min.
Regie: Denis Villeneuve
mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Viola Davis, Maria Bello, Terrence Howard, Melissa Leo und Paul Dano
Genre: Thriller


Der Schaum der Tage (OT: L’Ecume des jours)

Oh Michel Gondry. Ich hatte mich sehr auf den Film gefreut und dann serviert der Meister des französischen Surrealismus eine am Anfang noch sympathische Geschichte, die aber mit fortschreitender Dauer immer träger und nichtssagender wird. Fast bekommt man das Gefühl, als ob Gondry sich zu sehr auf die schön gemachten verrückten Einfälle konzentriert als auf die eigentliche Geschichte. Da hilft es auch nicht, dass man mit Romain Duris und Audrey Tautou zwei auf dem Papier passende Hauptdarsteller hat. Denn während Romain Duris noch zu gefallen weiß und sich langsam weiter zu meinem aktuellen französischen Lieblings-Schauspieler mausert, fährt Audrey Tautou ihre Rolle so dermaßen gegen die Wand, dass es eine wahre Schande ist. Man kann halt nicht immer Amelie sein. Da bleibt zu hoffen, dass ihr nächster gemeinsamer Film Beziehungsweise New York von Cédric Klapisch eine bessere Figur macht. Zumindest bekommen sie hier Unterstützung durch die von mir sehr geschätzte Cécile de France, stellt der Film doch den dritten Teil der L’Auberge Espagnole-Reihe (L’Auberge Espagnole – Barcelona für ein Jahr und L’Auberge Espagnole 2 – Wiedersehen in St. Petersburg) dar.


Frankreich – 2013 – 1 Std. 30 Min.
Regie: Michel Gondry
mit Romain Duris, Audrey Tautou, Gad Elmaleh, Omar Sy, Aïssa Maïga und Charlotte Le Bon
Genre: Tragikomödie, Fantasy


Rushmore

Der zweite Film von Wes Anderson und schon spürt man die typischen Markenzeichen: Zeitlupe, wunderbare Dialoge voller Witz und seine charmanten durchgeknallten Figuren. Jason Schwartzman brilliert in seiner Rolle des sonderlichen Max und wird nur noch von Bill Murray in den Schatten gestellt. Schon bei Rushmore spürte man: Hier dreht ein ganz großer und die Filmgeschichte sollte ihm recht geben.


USA – 1998 – 1 Std. 33 Min.
Regie: Wes Anderson
mit Jason Schwartzman, Bill Murray, Olivia Williams, Seymour Cassel und Brian Cox
Genre: Komödie


Snow White & the Huntsman (OT: Snow White and the Huntsman)

Wer hätte nach dem ersten Trailer gedacht, dass Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen am Ende gegen Snow White & the Huntsman haushoch gewinnen wird? Wahrscheinlich die wenigsten. Denn während der Film von Tarsem Singh mit Witz und wunderbaren Einfällen der Geschichte von Schneewittchen, der bösen Stiefmutter und den sieben Zwergen einen neuen Anstrich verpasst, klaut Sanders für seinen Film einfach zu viel (da ein wenig aus Pans Labyrinth, dort eine Prise Herr der Ringe, einen Hauch vom typischen John Lee Hancock-Pathos (REMEMBER THE ALAMO!) und zum krönenden Schluss klatschen wir noch den Hirsch aus Prinzessin Mononoke rein!) und hat auch kein Händchen bei der Schauspielerführung. Denn während Kristen Stewart – die spielen kann, wenn sie einen fähigen Regisseur an ihrer Seite hat – komplett unterfordert ist und so leider in ihren typischen Gesichtsausdruck verfällt der aber mehr ein Denkzettel für die Person auf dem Regiestuhl ist, bekommt Sanders seine Stiefmutter Charlize Theron nie unter Kontrolle und so kann die Oscarpreisträgerin dermaßen ins Overacting verfallen, dass es einen fassungslos zurücklässt. Aber eine Sache kann und darf man Sanders nicht abstreiten: Er hat ein Auge für Bilder; wie er auch schon in seinen Werbesport bewiesen hat. Da ist also noch nichts verloren und vielleicht hat er ja was für seinen zweiten Film dazu gelernt; z. B. wie man richtig mit seinen Schauspielern umgeht.


USA – 2012 – 2 Std. 6 Min.
Regie: Rupert Sanders
mit Kristen Stewart, Charlize Theron und Chris Hemsworth
Genre: Fantasy, Action, Abenteuer

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  • Patrick

    Ich hoffe Du schaffst es neben all den "Direkt-zu-DVD"-Releasen, Kinoflops und überraschenden Perlen noch die aktuellen Oscar-Anwärter aufzuholen, denn unsere Wahl steht ja auch so ab Mitte März an und Du musst natürlich dabei sein! ^^

    Ansonsten wieder schöne kleine Kritiken, die man sich gerne durchliest, da wird Heiko viel zu verlinken haben! 😉

    Was mich erstaunt ist, wie sehr Deine mit Stefans Kritiken bei einigen Filmen auseinander gehen. Mr. Morgan kam bei ihm definitiv auf mind. die doppelte Punktzahl, ebenso "Snow White", aber je meher Meinungen umso besser, die "Wahrheit" liegt vermutlich dazwischen.

    Einige Titel hätten mich aber schon so abgeschreckt, dass ich mich nie getraut hätte diese zu schauen. Erfreulicherweise haste die dann auch schön runtergeputzt, macht ja auch mal Spaß zwischendurch! ^^

  • Dennis

    Das finde ich auch immer am geilsten: Die meisten Titel hier würde ich nicht mal mit der Pinzette anfassen. Herrlich, das Stephan sich das immer antut (warum auch immer) 😀

    • Patrick

      Sadistisch veranlagt? 😉

      • Dann würde ich mir auch jeden Film mit Dolph Lundgren anschauen. 😉 Ich versuche schon immer abzuschätzen, ob mir der Film gefallen könnte und z. B. mache ich meistens einen großen Bogen um Fantasy-Billig HDR-Wikinger-Filme und die meisten Horrorfilme, solange ich durch andere Seiten oder Inhaltsangabe nicht denken könnte, dass er nicht kompletter Rotz ist. Bei Komödien, Dramen und Thriller bin ich inzwischen schmerzfrei und werde halt auch mal belohnt (siehe "Last Passenger" und "Memory Effect", die ich blind mitgenommen wurde).

    • Ich habe eine Flatrate in der Videothek, deswegen werde ich halt manchmal mit DTV-Perlen belohnt; und manchmal kommt halt der typische Videotheken-Scheiß dabei heraus. Müsste ich für jeden Film bezahlen, würde ich mir viele Filme erst gar nicht anschauen; oder erst im TV.