Meine Filmwoche: 27.01.2014 – 02.02.2014



Casa de mi Padre

Wer nicht unbedingt ein Fan von Will Ferrell ist, sollte direkt einen großen Bogen machen. Denn Casa de mi Padre ist kein typischer Will Ferell-Film, sondern die parodistische Version einer mexikanischen Telenovela; mit Will Ferrell! Lässt man sich aber auf dieses Experiment ein, bereitet der Film eine Menge Spaß: Von der übertriebenen Figurenzeichnung, dick aufgetragener Dramatik und Herzschmerz, Gewalt und Romantik-Kitch, bekommt man auch immer wieder Anschlussfehler und sonstige Fehler serviert. Daran kann man sich stören, aber ich hatte meinen Spaß an diesem etwas anderen Will Ferrell-Film.


USA/Mexiko – 2011 – 1 Std. 28 Min.
Regie: Matt Piedmont
mit Will Ferrell, Gael García Bernal, Diego Luna, Génesis Rodríguez, Pedro Armendáriz, Jr., Nick Offerman, Efren Ramirez und Adrian Martinez
Genre: Komödie


2 Guns

Baltasar Kormákur und Mark Wahlberg tuen sich nach Contraband abermals zusammen und holen außerdem noch Denzel Washington mit ins Boot. Das Ergebnis ist ein vergnüglicher Film für Samstag Abend den Sonntag Nachmittag: Ein paar gute Lacher, ein paar nette Szenen, Action die sitzt und zwei Hauptdarsteller die siechlich Spaß haben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. War Kormákurs ebenfalls 2013 in Deutschland gestarteten The Deep ein 5-Gänge Menü, ist 2 Guns leider nur ein fettiger, schneller Burger mit Pommes und Coke: Für den Augenblick genau das richtige, aber das war es dann auch.


USA – 2013 – 1 Std. 49 Min.
Regie: Baltasar Kormákur
mit Denzel Washington, Mark Wahlberg, Paula Patton, Bill Paxton, Fred Ward, James Marsden und Edward James Olmos
Genre: Action, Komödie


11.6 – The French Job (OT: 11.6)

Routiniert gemachter Thriller der sich aber bis zum eigentlichen Coup stellenweise sehr zieht. Dafür entschädigt dann das letzte dritten ein wenig, denn der Bankraub ist tatsächlich spannend in Szene gesetzt. Außerdem verzeiht man dem Film auch dank dem guten Spiel von François Cluzet. Kein Highlight des französischen Thriller-Genres, aber auch keine Bauchlandung, sondern gewohnte Kost die man aber auch schon mal besser gesehen hat.


Frankreich – 2013 – 1 Std. 42 Min.
Regie: Philippe Godeau
mit François Cluzet, Bouli Lanners, Corinne Masiero, Juana Acosta und Johan Libéreau
Genre: Thriller


Feuchtgebiete

Selbstredend thront Carla Juri über dem kompletten Film wie eine Königin und wegen ihr alleine und ihres natürlichen Charmes und Spielfreude lohnt es sich schon mal einen Blick auf die Verfilmung des Buches von Charlotte Roche zu werfen und auch dran zu bleiben. Daneben kann zwar einzig Axel Milberg wirkliche Akzente setzen, aber das ist vertretbar. Was den Film aber ebenfalls noch sehenswert macht, ist die technische Sektion: Zuweilen erinnert das Zusammenspiel von Kamera, Schnitt und Regie sehr an Danny Boyle und es ist durchaus als Kompliment gemeint. Außerdem muss man es David Wnendt wirklich anrechnen, dass er keine Abstriche macht und sein Werk konsequent durchzieht.


Deutschland – 2013 – 1 Std. 49 Min.
Regie: David Wnendt
mit Carla Juri, Axel Milberg, Meret Becker, Christoph Letkowski und Amelie Plaas-Link
Genre: Drama, Komödie


Systemfehler – Wenn Inge tanzt

Überraschenderweise gelungener Teenie-Musik-Film dessen Story und Figuren zwar schon öfters über die Leinwand geschlurft sind, der aber nicht unsympatisch ist. Dank dem tollen Cast um Tim Oliver Schultz und Paula Kalenberg und einem doch nicht unfetzigen Soundtrack bereitet Systemfehler – Wenn Inge tanzt über die komplette Spielzeit sogar einen gewissen Spaß. Nichts für die Ewigkeit, aber wenn die High School Musical-DVD mal nicht zur Hand ist, kann man die Inge ruhig tanzen lassen.


Deutschland – 2013 – 1 Std. 43 Min.
Regie: Wolfgang Groos
mit Tim Oliver Schultz, Paula Kalenberg, Jürgen Tarrach, Tino Mewes, Constantin von Jascheroff, Peter Kraus und Thando Walbaum
Genre: Komödie, Musik


Alles eine Frage der Zeit (OT: About Time)

Nach dem launigen Radio Rock Revolution serviert uns Richard Curtis in seiner dritten Regie-Arbeit wieder einen Film im Geiste von Tatsächlich … Liebe und erzählt in Alles eine Frage der Zeit eine wunderschöne Geschichte über die Liebe, Familie, Freunde und die kleinen Momente im Leben. Und auch wenn es in dem Film um Zeitreisen/Momentsprünge geht, fühlt sich alles so lebensecht, so real und verständlich an, als ob es das Natürlichste auf der Welt ist sich in einen Schrank zu stellen, die Augen zu schließen und einige Minuten/Tage/Wochen/Monate früher wieder herauszukommen. Der Cast ist mit Domhnall Gleeson, Rachel McAdams, Bill Nighy, Tom Hollander, Margot Robbie und Lydia Wilson wie von Curtis nicht anders gewohnt perfekt bis in die letzte Rolle besetzt und ja: Die eine oder andere Träne habe ich auch während der zweiten Stunden hinuntergeschluckt.


Großbritanien – 2013 – 2 Std. 3 Min.
Regie: Richard Curtis
mit Domhnall Gleeson, Rachel McAdams, Bill Nighy, Tom Hollander, Margot Robbie und Lydia Wilson
Genre: Romanze


Der Mondmann (OT: Man on the Moon)

Jim Carrey hat drei wirklich große schauspielerische Leistungen abgeliefert: Vergiss mein nicht!, Die Truman Show und die in meinen Augen beste Leitung seiner Karriere: Die Verkörperung von Andy Kaufman in Der Mondmann. Jim Carrey spielt Kaufman nicht, er IST Andy Kaufman. Mit jeder Faser seines Körpers und perfekt auf den Punkt spielt er sowohl die komischen Augenblicke im Leben von Kaufman, als auch die immer wieder eingestreuten bodenständigen und am Ende sogar tief berührenden kleinen Szenen. Wie schon in seinem Oscar-prämierten Amadeus setzt Miloš Forman gekonnt einem Mann ein filmisches Denkmal, der seiner damaligen Zeit in einer Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn um Meilen voraus war.


USA/Großbritannien/Japan/Deutschland – 1999 – 1 Std. 58 Min.
Regie: Milos Forman
mit Jim Carrey, Danny DeVito, Courtney Love und Paul Giamatti
Genre: Tragikomödie


There Is No Place Like Home – Nichts wie weg aus Ocean City (OT: Girl Most Likely)

Trotz Kristen Wiig fehlt There Is No Place Like Home – Nichts wie weg aus Ocean City die meiste Zeit vor allem eine wichtige Sache: Der Witz und der Charme. Denn bis auf die letzten 20-30 Minuten ist die Arbeit von Shari Springer Berman und Robert Pulcini (die für den wunderbaren American Splendor verantworlich waren) vor allem langweilige Standard-Indie-Kost. Fast scheint es so, als ob den beiden irgendwann gemerkt hätten dass ihr Werk einfach so daherdümpelt und ruck-zuck: Kaum kommen mit Las Vegas und New York mal andere Schauplätze zu tragen, findet der Film auch zu einigen witzigen Augenblicken, die ihm gerade noch so mit einem orangen statt einem dicken roten Auge davonkommen lassen.


USA – 2013 – 1 Std. 43 Min.
Regie: Shari Springer Berman und Robert Pulcini
mit Kristen Wiig, Annette Bening, Matt Dillon, Darren Criss, Christopher Fitzgerald und Natasha Lyonne
Genre: Komödie


Confession (OT: Confession of a Child of the Century)

Ich gebe es ganz einfach zu: Der Film war mir zu Arthouse-mäßig. Kann sein, dass ich das geniale und facettenreiche Spiel von Pete Doherty einfach nicht zu würdigen weiß und die tiefer gehende Bedeutung dieser 2 Stunden sich niemals in mein Herz und mein Gehirn festigen wird und ich dadurch nicht in die nächste Stufe des menschlichen Bewusstsein aufsteige. Aber soll ich euch was sagen? Es ist ganz einfach nicht meine Art von Film.


Frankreich/Großbritannien/Deutschland – 2012 – 2 Std. 0 Min.
Regie: Sylvie Verheyde
mit Charlotte Gainsbourg, Pete Doherty, Lily Cole, August Diehl und Volker Bruch
Genre: Drama


Ass Backwards – Die Schönsten sind wir (OT: Ass Backwards)

June Diane und Raphael Casey Wilson versuchen sich an einem Film im Geiste von Romy und Michele und scheitern damit so dermaßen, dass der Film mit Mira Sorvino und Lisa Kudrow dagegen wie ein Oscar-Preisträger ausschaut. Ab der ersten Sekunde töten einem die beiden Hauptfiguren den letzten Nerv und man wünscht ihnen, dass ihre 5 kg ins Gesicht geschissene Schminke Krebserregend ist. Eine Szene voller Fremdscham reiht sich an die nächste und es ist bezeichnend für den Film, dass die Syncronsprecherin von Alicia Silverstone wahrscheinlich direkt von der Straße geholt wurde, denn so eine lieblos runtergewichste Syncroarbeit habe ich seit langer Zeit nicht mehr erlebt.


USA – 2011 – 1 Std. 30 Min.
Regie: Chris Nelson
mit June Diane, Raphael Casey Wilson, Alicia Silverstone, Jon Cryer, Vincent D’Onofrio, Brian Geraghty, Bob Odenkirk und Paul Scheer
Genre: Komödie


From Hell

Mit Ausnahme von Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen mag ich alle Alan Moore-Verfilmungen; ja: Selbst Constantine. Den von Albert und Allen Hughes verfilmten From Hell mit Johnny Depp als Inspektor Frederick Abberline würde ich ehrlich gesagt sogar noch vor V wie Vendetta einordnen, aber natürlich hinter Watchmen – Die Wächter. In düsteren Bildern wird hier die Ripper-Theorie von Stephen Knight vorgestellt, in dem die Morde mehr oder weniger im Namen der Krone verübt wurde sind. Johnny Depp macht eine sehr gute Figur und spielt seinen Frederick Abberline sehr viel bodenständiger als einige seiner späteren Rollen. Auch Heather Graham als Mary Kelly und natürlich er großartige Ian Holm als Sir William Gull wissen zu überzeugen. So ist From Hell – den ich auch damals in einem kleinen Kino gesehen habe – noch immer einer meiner Lieblings-Comicverfilmungen und noch vor so manchem Marvel-Film anzusiedeln.


USA – 2002 – 2 Std. 2 Min.
Regie: Albert Hughes und Allen Hughes
mit Johnny Depp, Heather Graham, Ian Holm, Robbie Coltrane, Ian Richardson und Jason Flemyng
Genre: Horror, Thriller


I Heart Huckabees

Ach der gute alte David O. Russell und ich: Wir werden irgendwie keine Freunde mehr in diesem Leben. Nach dem soliden Three Kings, kam der überhypte und bestenfalls leicht überdurchschnittlichem The Fighter und dann schaffte es der alte Bastard doch mich mit Silver Linings zu überraschen. I Heart Huckabees dagegen ist ein Langweiler erster Güte: Zu viel Geschwafel – bei dem mir aber wahrscheinlich jeder Philosophie-Student im zweiten Semester entgegen brüllen wird dass ich nur nicht den Zusammenhang verstehe -, Figuren die in einem Wes Anderson-Film mit einem Wes Anderson-Drehbuch und der Regie eines Wes Anderson besser funktioniert hätten und Schauspieler die chronisch unterfordert sind. Naja, außer Dustin Hoffman: Der hatte wohl Spaß.


USA – 2004 – 1 Std. 47 Min.
Regie: David O. Russell
mit Dustin Hoffman, Isabelle Huppert, Jude Law, Jason Schwartzman, Lily Tomlin, Mark Wahlberg und Naomi Watts
Genre: Komödie


Die Hochzeits-Crasher (OT: The Wedding Crashers)

Über die komplette Laufzeit von zwei Stunden unterhalten Owen Wilson und Vince Vaughn mit ihrer eigenen Art für Humor und die meisten Gags sitzen ebenfalls. Zwar bleibt der ganze große Comedy-Wurf aus, aber im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern können die Die Hochzeits-Crasher doch überzeugen. Schon alleine wegen der wunderbaren Isla Fisher, die hier einen Vorgeschmack auf ihre Rolle in Die Hochzeit unserer dicksten Freundin abliefert und dem Pferd ordentlich Zucker gibt.


USA – 2005 – 2 Std. 0 Min.
Regie: David Dobkin
mit Owen Wilson, Vince Vaughn, Christopher Walken, Rachel McAdams, Isla Fisher, Bradley Cooper und Jane Seymour
Genre: Komödie, Romanze

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  • Patrick

    Holla, hast Du viele Film geschafft in der Woche. Erstaunlich zudem wie unterschiedlich Deine Bewertungen ausgefallen sind! Wieder äußerst amüsant zu lesen waren Deine Kurzkritiken wieder einmal, auch wenn nicht bei jeder mir der Inhalt des Werkes deutlich wurde, aber stört nicht sonderlich.

  • kaik

    Wie konnte Jim Carrey nicht nominiert werden, wie, wie, wie, wie…….