Mein „Best Picture“-Ranking

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Die Oscars sind vergeben und „Green Book“ wurde von der Academy als „Bester Film des Jahres“ ausgezeichnet – zurecht? Ich werfe einmal ein Blick auf alle nominierten Filme in der Königskategorie und stelle fest einen Totalausfall gab es für mich nicht, aber meine Top 8 hätte wohl definitiv anders ausgesehen. Im Anschluss fordere Euch hiermit einmal mehr auf Euer Ranking im Kommentarfeld zu posten…

08 BLACK PANTHER Image result for Black Panther Poster

Das Schlusslicht der „Best Picture“-Nominierten bildet bei mir der erste Superhelden-Film der es ins finale Line-up geschafft hatte. Der mit Abstand umstrittenste Kandidat unter den Nominierten, stößt vor allem in Deutschland auf Unverständnis. In der Regel wird er als DER Superheldenfilm für die schwarze Community abgetan, der aufgrund der seit Jahren progatierten „Oscars so White“-Kampagne nicht ignoriert werden konnte. Dabei hat er durchaus seine Vorzüge. Er hat darstellerisch durchaus gewisse Vorzüge mit den Oscarnominierten Angela Bassett und Andy Serkis, sowie Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Shooting-Star Laeticia Wright, Martin Freeman, Sterling K. Brown und den Oscarpreisträgern Lupita N´Yongo und Forest Whitaker, auch wenn ich persönlich die Rollen von Boseman und B. Jordan getauscht hätte. Ryan Coogler sei der Erfolg zu vergönnen, denn sein Debüt „Fruitvale Station“ ist ein richtiges Brett, der noch mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. Formell kann man „Black Panther“ nicht viel vorwerfen, vor allem das Produktions- und Kostümdesign ist Top-Notch. Inhaltlich ist „Black Panther“ nicht der Beste, aber auch nicht der Schlechteste des Marvel-Universums. Genauso dürfte er sich auch einreihen. Für einen soliden Film-Abend hat es für mich persönlich gereicht, aber ich hätte definitiv „Beale Street“ gegenüber „Black Panther“ im Line-up bevorzugt!

 

 

 

07 BLACKKKLANSMAN Bildergebnis für BlackKklansman Poster

Ron Stallworth ist der erste afroamerikanische Detektiv, der im Colorado Springs Police Department arbeitet. Entschlossen, sich einen Namen zu machen, begibt er sich tapfer auf eine gefährliche Mission: Den Ku-Klux-Klan zu infiltrieren und zu entlarven. Dazu braucht er allerdings die Hilfe von seinem jüdischen Kollegen Flip Zimmerman. Ron wird telefonisch zum Mitglied des KKK. Um sich tatsächlich mit den Mitgliedern zu treffen, springt Flip ein…

Die Geschichte des Films ist heutzutage aktueller denn je. Mit John David Washington und Adam Driver hat Spike Lee auch direkt mal die perfekte Besetzung bei der Hand. Was ich dem Film höchstens vorwerfen würde, dass die rechtsradikalen Antagonisten allesamt saublöd dargestellt werden. Das pointierte Ende halte ich trotzdem für einen kleinen Geniestreich von Spike Lee. Wenn der Film insgesamt noch etwas bissiger gewesen wäre dann hätte aus einem guten Film und Meisterwerk sein können. Handwerklich und darstellerisch ist er definitiv beachtlich.

 

 

 

6 BOHEMIAN RHAPSODY

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Von den Kritikern zuerst zerrissen, entwickelte sich der Publikumshit des Jahres zum Awardmagneten, der auch jüngst die Oscarverleihung dominiert hat. Das der Erfolg an den Kinokassen auch vier Monate nach Veröffentlichung immer noch beeindruckend ist, liegt vor allem an dem herausragenden Hauptdarsteller Rami Malek (Mr. Robot), der zwar optisch mit der künstlichen Kauleiste etwas gewöhnungsbedürftig aussieht, er aber umso schneller den Film und die Zuschauer an sich reißt und eine eindrucksvolle Performance in der Rolle des extrovertierten Rocksängers Freddie Mercury abliefert, die jüngst mit dem Golden Globe, dem BAFTA und Oscar als „Bester Darsteller“ geadelt wurde.

Der Film krankt zwar hin und wieder leider an den typischen Biopic-Mechanismen, sowie der oberflächlichen Abhandlung der Schattenseiten von Freddie Mercury, aber ich möchte dies für meine Einstufung nicht allzu sehr ins Gewicht fallen lassen, da es viele mitreißende Momente gibt, wie z.B. die Arbeit an den Musikstücken „Bohemian Rhapsody“, dem Live Aid-Festival oder wie „Who wants to live forever“ dramaturgisch eingebaut ist. Da nimmt der Film sich mal die Zeit und atmet das Gefühl dieser einzigartigen Band.

 

 

 

05 VICE – DER ZWEITE MANN Related image

Als bürokratischer Insider lenkte der ehemalige Vizepräsident Dick Cheney den US-Präsidenten George W. Bush maßgeblich in seiner Amtszeit. Vor allem die Entwicklungen im In- und Ausland und dem Einmarsch in den Irak 2003 wegen angeblicher Atomwaffen gehen auf seine Kappe und machten ihn zum einflussreichsten und kontroversesten US-Politiker der jüngsten Vergangenheit.

Nachdem Regisseur Adam McKay vor 3 Jahren den Drehbuchoscar für „The Big Short“ erhalten hat beweist er mit „Vice“, dass er keine Eintagsfliege ist. Um sich herum versammelt er einen Cast der sich gewaschen hat und mit Christian Bale, Amy Adams und Sam Rockwell gleich 3 Darsteller-Nominierungen ergattern konnte. Für mich ist es bisher McKays bester Film, der nicht nur sehr gut inszeniert, geschrieben, sondern vor allem herausragend geschnitten ist. Wo andere politischen Filme durch eine eher behäbige Erzählweise die Konzentration fordert, überzeugt „Vice“, durch sein schnelles Tempo, bösen Dialogen und seine schonungslose Art wie mit der Bush-Cheney-Rumsfeld-Wolfowitz“-Ära abgerechnet wird.

 

 

 

04 A STAR IS BORN

Der in die Jahre gekommene Rockstar Jackson Maine entdeckt die talentierte Sängerin Ally, die ihren Traum von einer Musikkarriere aufgegeben hat. Er fördert sie, nimmt sie mit auf seine Tournee und sie verlieben sich ineinander. Ally wächst mit ihm als Mentor zum Popstar heran, wodurch die persönliche Beziehung der beiden zu leiden beginnt. Jacksons innere Dämonen und seine Alkoholsucht stellen die Liebe der beiden auf die Probe, vor allem als sie berühmter wird als er…

Bradley Cooper ist für mich einer der Schauspieler, die ich immer für etwas überbewertet halte. Hier jedoch liefert er seine Karrierbestleistung ab und kann auch als Regisseur in seinem Debüt überzeugen. Jede Menge neuer Songs runden die nahezu perfekte, sowie mitreißende Adaption des klassischen Stoffes ab! Neben 8 Oscarnominierungen, u.a. als „Bester Film“ und Darstellernominierungen für Lady Gaga, Bradley Cooper und Sam Eliott, sowie der überragenden Kameraarbeit von Matthew Libatique gab es für den Song „Shallow“ den wohlverdienten Goldjungen.

 

 

 

03 ROMA

In ästhetischen und komplett durchkomponierten Schwarz-Weiß-Bildern erzählt er das Leben einer Mittelstands-Familie und deren Haushälterin in der Titel gebenden mexikanischen Hauptstadt ROMA in den frühern 70-er Jahren.

Wo Hollywood vermehrt auf Blockbuster-Filme ohne jeglichen Mehrwert setzen, gehen Streaminganbieter wie Netflix neue Wege und lassen den Regisseuren und Schauspielern vermehrt kreative Freiheit. „Roma“ ist eine Ode an eine glanzvolle Ära Hollywoods und hat jüngst 3 Oscars in den prestigeträchtigen Kategorien „Bester fremdsprachiger Film“, „Regie“ und „Kamera“ erhalten.

Vor allem die letzten 40 Minuten, indem die „politischen Unruhen“ des Landes in die Handlung der Protagonistin integriert worden ist, hat mich überrollt und emotional mitgerissen. Was Hauptdarstellerin Yalitza Aparicio hier in ihrem Leinwanddebüt in diesem letzten Drittel abliefert ist markerschütternd und dürfte ihr letztendlich ihre Oscarnominierung eingebracht haben.

 

 

 

02 GREEN BOOK Image result for Green Book Poster

Der Italo-Amerikaner Tony Lip wird 1962 als Chauffeur angeheuert um den weltbesten Jazz-Pianisten Dr. Don Shirley während seiner Konzerttournee von New York City bis in die Südstaaten zu fahren. Diese Reise bringt zu der Zeit allerdings jede Menge Schwierigkeiten mit sich, so dass sie sich an dem titelgebenden „Green Book“ orientieren müssen, dass die wenigen Unterkünfte, Restaurant und Tankstellen führt, die auch schwarze Kunden bedienen…

Der umstrittene „Best Picture“-Gewinner dieses Jahres punktet durch jede Menge Wortwitz und satirischen Umgang mit dem Thema und weiß in den richtigen Momenten auch ernste Töne anzustimmen.

Der Erfolg ist aber vor allem auf die Chemie seiner zwei Protagonisten Viggo Mortensen und Mahershala Ali zurückzuführen, die ihre Figuren mit soviel Hingabe verkörpern, dass die 130 Minuten wie im Flug vergehen. Für mich geht der Beste Film“-Oscar auch völlig in Ordnung, auch wenn ich kritisiere, dass Ali´s Hauptrolle als Nebendarsteller campaigned wurde und ihm den zweiten Oscar in 3 Jahren beschert hat. Dies ist allen Nebendarstellern einfach nicht fair und hat Richard E. Grant seien Oscar gekostet.

 

 

 

01 THE FAVOURITE – INTRIGEN UND IRRSINNImage result for The Favourite Poster

Im Zentrum des unkonventionellen und zugleich irrwitzigen, für 10 Oscars nominierten Films, des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos, steht die Regentschaft von Anne, dem ersten Oberhaupt des 1707 begründeten Königsreichs Großbritannien sowie deren Verhältnis zu zwei ihrer Hofdamen.

Lanthimos ist für seine unkonventionelle Arbeiten bekannt, doch im Kontext eines Historienfilms entfacht er ein regelrechtes Feuerwerk an Obskuritäten, welches das Triangle um die Oscarpreisträger Emma Stone, Olivia Colman und Rachel Weisz in wahre Spielfreude versetzt. Was die drei Damen hier abfeuern muss man einfach auf großer Leinwand erlebt haben. Ein herrlich vulgärer Streifen, der sich nicht zu ernst nimmt, aber doch so akkurat und detailliert inszeniert ist, dass man glaubt, dass sich alles so zugetragen haben könnte. Schade, dass die Academy sich nicht getraut, es den britischen Kollegen gleich zu tun, die das Werk mit satten 7 englischen Oscars ausgezeichnet haben. Immerhin wurde Olivia Colman mit dem Oscar geadelt und wer sie bis dato noch nicht kannte, sollte schnellstens „Tyrannosaur“ und die Serie „Broadchurch“ nachholen. Lohnen sich!

 

 

 

Wen es interessiert, hier findest Du mein „Best Picture“-Ranking aus dem letzten Jahr (2018).

 

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