Guns and Girls (OT: Guns, Girls and Gambling)

Wo bleiben eigentlich Kurt Russel und Kevin Costner? Ich dachte wir drehen hier “3000 Miles to Graceland – Part 2”?

Na toll: Ein neuer Film mit Christian Slater! Das muss ja eine Perle der Filmgeschichte werden! Ein Highlight des Jahres! Gerne erinnere ich mich an die letzten dahingerotzen DTV-Produktionen und natürlich an den Film, der das gesamte Filmwerk von ihm für alle Zeiten in den Schatten stellen wird: Alone in the Dark! Yeah: Der Titel lautet Guns and Girls! Auf dem Cover ist eine Alte mit Riesentitten! Und Gary Oldman als Elvis! Und… naja… Christian Slater… spielt er schon wieder einen Elvis-Darsteller? Wie damals in diesem Verbrechen mit Namen 3000 Miles to Graceland (dt. Titel: Crime is King… HAHA! Gott! Was liebe ich die deutschen Verleihfirmen für ihre Titel!)? Für den Rotz schämen sich Costner und Russel noch heute! Und die müssen sich für so manchen Scheiß schämen! Vor allem der Costner! Jetzt sagt mir nicht in dem Film geht es um Knarren und Weiber? Ach im Originaltitel kommt noch das Wort Gambling vor? Also Knarren, Weiber, Casinos, Cary Oldman und Christian Slater? Jungs: Stellt das Bier kalt! Das könnte eine Menge Spaß versprechen…

Aber okay, ich möchte erst meckern, wenn ich den Film gesehen habe. Was haben wir denn: Typ macht bei Elvis-Imitationswettbewerb mit und am Ende verschwindet eine wertvolle Indianermaske und er ist der Verdächtigte. Die Frage: Wer hat die verdammte Maske? Er? Oder einer der anderen Elvis-Klone: Der schwule Elvis? Der asiatische Elvis? Der kleinwüchsige Elvis? Oder Elvis-Elvis? Ja: Der Kerl heißt einfach Elvis-Elvis. Weil er den Wettbewerb gewonnen hat! Außerdem ist er Gary Oldman! Der beste Freund von Batman! Aber ich schweife ab: Typ soll Maske wiederbeschaffen und bekommt es nicht nur mit der heißen Nachbarsschnitte von Elvis-Elvis zu tun (die ihn zuerst Vater nennt (wie fühlt es sich an, älter zu werden Slater?)) und dann schließlich unverfänglich Onkel! Schließlich küsst man seinen Vater nicht! Okay, wen haben wir da noch: Eine noch heißere Killerin, die Edgar-Allen-Poe-Gedichte raushaut, während sie Leute abknallt; zwei durchgeknallte Sheriffs, von denen einer der Typ aus diesem bescheuerten Jessica Alba-Film ist, irgendwas mit Glücksbringer; der Stecher von der heißen Nachbarin; einen Killer-Indianer; einen Rancher; einen Cowboy; und noch einen Big Boss-Indianer! Es wird viel geschossen, viel geredet (worüber? Keine Ahnung!), noch mehr geschossen, ständig dreht sich der Film um die eigene Achse und in ein-zwei Szenen bekommt man auch Gary Oldman zu Gesicht. Was der wohl in der Zwischenzeit gemacht hat? Wahrscheinlich bessere Filme gedreht, die über das Mittelmaß hinauskommen! Der Plot ist dünn, die vielversprechenden Elvis-Darsteller verlassen innerhalb von Minuten das Gebäude (versteht ihr? Elvis has left the building? Nein? Ach egal!)… den Film, die Auflösung möchte furchbar clever sein und irgendwie hat man den ganzen Film über das Gefühl, als ob da einer versucht hätte 3000 Miles to Graceland – Part 2 zu drehen; aber so wie ihn Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez gedreht hätten!

Wenn du es bis hier hin geschafft hast: Meinen Glückwunsch! Und jetzt möchtest du meine ehrliche Einschätzung? Knall dich ordentlich mit Bier oder Tequilla zu; und wenn du dann betrunken auf deinem Sofa liegst (oder auf dem Boden, Bett, whatever) und Christian Slater dabei zusieht, wie er über 90 Minuten fast nur auf die Fresse bekommt, dann macht das doch irgendwie Spaß. Es ist kein guter Film; die Anleihen an solche Genrevorbilder wie sämtliche Filme von eben Tarantino und Rodriguez oder auch Lucky # Slevin oder Kiss Kiss Bang Bang sind nicht zu übersehen; aber die Action stimmt in ein-zwei Szenen und manchmal sitzt auch der eine oder andere Spruch. Außerdem bekommt Christian Slater permanent seine Kauleiste gerichtet! Also wenn man dabei keinen winzigen Funken an Spaß verspürt, dann weiß ich es auch nicht! Und jetzt entschuldigt mich, ich werde wieder nüchtern…


USA – 2011 – 1 Std. 30 Min.
Regie: Michael Winnick
mit Gary Oldman, Helena Mattsson und Christian Slater
Genre: Krimi

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  • Heiko

    Sensationell geschriebene Kritik, im Theater würde man jetzt wohl laut 'Brava' oder gar 'Bravissima' rufen!
    Kenne den Film zwar nicht, aber kann voll und ganz mitfühlen.
    Wobei… "Crime is King" find ich bis heute eigentlich recht cool (da fällt mir ein, muss den mal wieder schaun, der fährt hier noch irgendwo rum 😉 ). Vielleicht geb ich mir den hier sogar mal, du hattest mich eigentlich eh schon nach der Coverbeschreibung. 😀

  • Stefan T.

    Gott, oh Gott! Sowas hätte ich nicht mal kurz vor dem alkoholischen Koma ertragen! 😀