Das hält kein Jahr…! (OT: I Give It A Year)

Das hält kein Jahr

Sind wir mal ehrlich; erfolgreiche romantische Komödien sind in der Regel sehr einfach gestrickt. Zwei Menschen treffen aufeinander und verlieben sich Hals über Kopf, aber wilde Turbulenzen lassen die Beziehung unmöglich erscheinen, doch sie überwinden diese und finden nach 90 Minuten ein glückliches Ende oder bei Variante Nr. 02 hassen sich zuerst, müssen aber miteinander auskommen und merken zum Ende hin, dass sie füreinander bestimmt sind. Tausend mal gesehen, funktioniert aber in vielen Fällen immer noch und spricht die einfach gestrickte Masse einfach an.„Das hält kein Jahr“ geht einen recht ungewöhnlichen Weg für eine Komödie und fängt beim Happy End und zeigt Karrierefrau Nat (Rose Byrne) und „Schriftsteller“ Josh (Rafe Spall) sich vor dem Traualtar das Ja-Wort geben.

Jetzt würde die Friede-Freude-Eierphase anfangen, doch die beiden bekommen im ersten Jahr ihrer Ehe zu spüren, dass sie überhaupt nicht zueinander passen und sie sich emotional immer weiter voneinander entfernen. Um die Ehe zu retten, suchen sie eine Paartherapeuthin auf, doch ob sie bei der sarkastisch–frustrierten Paartherapeuthin (herrlich: Olivia „Tyrannosaur“ Colman) an der richtigen Adresse sind darf bezweifelt werden…Wo wir dann doch wieder bei Phase 1 angelangt wären: Der Gentleman Guy (Simon Baker) tritt auf Nats Bildfläche und umwirbt sie mit allen Mitteln. Dabei stößt er keinesfalls auf unfruchtbaren Boden. Josh wird indessen von seiner Vergangenheit eingeholt, und die kommt in Form seiner Ex-Freundin Chloe (Anna Faris).

Diese Konstellation ermöglicht eigentlich viel Spielraum, doch das Werk ist dann doch zu gradlinig und kann sich nicht so recht entscheiden ob es eine romantische Komödie sein möchte oder nur Brachialhumor bieten möchte. Die romantische Stimmung wird gekonnt durch niveaulose Witze abgekühlt und jede Sympathie für die Hauptdarsteller durch übertriebe Slapstick-Passagen auf die Probe gestellt. So bleiben ein paar halbherzige Lacher und viel Potential was nicht ausgekostet wird. Das stets holprige Auf-und-Ab hinterlässt eher Fragezeichen als Entspannung. Trotzdem fand ich den Film solide und die 98 Minuten waren recht kurzweilig. Meine 5 weiblichen Begleitungen hingegen waren alle eher enttäuscht, weil sie sich durch den Werbeslogan „Witzigster britischer Film seit Jahren“ mehr versprochen hatten.

Positives ist aber zumindest noch über den Cast zu sagen, denn Rose Byrne mimt überzeugend die karriereverliebte außen hart/innen weich-Traumfrau und auch Simon Baker wird seiner Rolle als schleimiger, aber gutaussehender Kavalier gerecht. Daneben verkörpern Rafe Spall und Anna Faris realitätsnähere Charaktere und machen ihre Sache gut, auch wenn ich persönlich nicht verstehen kann, wie man Anna Faris überhaupt wegen ihrer eher beschränkten Mimik und ihrer zum Teil sehr schlimmen Optik (tut mir echt leid für sie, aber ihre Mundpartie ist echt grausam) besetzen kann. Hervorragende Leistung liefern neben Rafe Spall, vor allem Stephen Merchant, der als bester Freund nicht unsympathischer und taktloser sein könnte und Minnie Driver als Nat´s dauernörgelnde Schwester, die an ihren eigenen Mann kein gutes Haar lässt. Alle anderen Parameter, wie Musik, Drehbuch oder Regie sind nicht nennenswert, da sie unspektakulär bis mittelmäßig sind.

Wertung60

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  • Luisa

    wenn ich nach deiner kritik gehen soll, habe ich eine schlechtere wertung erwartet.