Star Trek Into Darkness

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Ich bin zwar kein Hardcore-Trekkie, habe aber bis zur 2. oder 3. Staffel von “Deep Space Nine” doch alle Serien, sowie natürlich sämtliche Kinofilme gesehen und bezeichne mich daher eindeutig als Fan. Ich besitze zudem zwar nicht gerade das gesamte Hintergrundwissen wie die “waschechten” Trekkies, kann aber denke ich doch bei den wichtigsten Fakten mitreden.
Und so war ich vor dem Kinobesuch entsprechend aufgeregt wie Abrams seinen sehr gelungenen Vorgänger weiterführen würde und ob er es tatsächlich schaffen sollte dem Geist der Originalreihe weiterhin treu zu bleiben. Die Trailer sahen bereits sehr vielverspechend aus und auch der Film hat mich letztenendes nicht enttäuscht, im Gegenteil.

Er beginnt ganz klassisch mit der neuen “Star Trek”-Titelmelodie von Michael Giacchino, die bereits nach einem Film denselben Wiedererkennungswert hat wie die weltberühmten Fanfaren der Original-Serie bzw. der Kinofilmreihe. Für mich auch ein schönes Symbol dafür, dass das Reboot mittlerweile wirklich zu einem festen Bestandteil im “Star Trek”-Universum geworden ist.
Danach folgt eine Verfolgungsjagd auf dem Klasse M-Planeten Nibiriu auf dem Kirk und Co. den Ausbruch eines Vulkans verhindern wollen, der die Existenz der noch recht wenig entwickelten Bewohner bedroht. Als dabei jedoch Spock in Lebensgefahr gerät und Kirk beim Versuch ihn zu retten ein waghalsiges Manöver befiehlt wird die Enterprise von den Einheimischen gesehen, was eine Verletzung der “obersten Direktive der Föderation” darstellt, die die Beeinflussung fremder Kulturen strengstens untersagt. Kirk liefert daraufhin der Sternenflotte einen gefälschten Bericht ab. Spock erstattet aber seinerseits einen korrekten Bericht woraufhin Kirk von seinem Mentor Admiral Pike das Kommando über die Enterprise entzogen und Spock auf ein anderes Schiff strafversetzt wird.
Parallel zu diesen Ereignissen wird in London die krebskranke Tochter eines Sternenflotten-Mitarbeiters durch einen geheimnisvollen Fremden geheilt, der von diesem als Gegenleistung die Zerstörung eines angeblichen Sternenflotten-Archivs verlangt. Der Fremde wird schnell als ehemaliger Sternenflotten-Offizier John Harrison identifiziert und daraufhin in der Hauptzentrale eine Krisensitzung einberufen bei der u.a. auch Pike, Kirk und Spock anwesend sind. Kirk kommt aber etwas seltsam vor und erkennt, dass Harrison durch die Explosion genau diese Sitzung erzwingen und alle Anwesenden auslöschen möchte. Doch ist es schon zu spät, der Konferenzraum wird von Harrison angegriffen und Pike und Weitere Ranghohe werden getötet. Kirk kann Harrisons Fähre zwar abschießen, doch schafft es dieser sich noch rechtzeitig wegzubeamen. Kirk wird infolgedessen wieder von Admiral Marcus als Captain der Enterprise eingesetzt, holt Spock zurück an Bord und bekommt in einer geheimen Mission den Auftrag Harrison zu töten, dessen Aufenthaltsort auf einem unbewohnten Teil von Kronos, dem Heimatplaneten der befeindeten Klingonen ausgemacht wurde. Die Enterprise bekommt dazu 72 Torpedos an Bord mit denen sie Harrison außerhalb des Planeten abschießen soll um einen Krieg mit den Klingonen bei einem verbotenen Eindringen zu verhindern. Nachdem Bordingenieur “Scotty”, der die Torpedos zuerst untersuchen will, dies aber verboten wird, quittiert er den Dienst. Mit der anfangs undurchsichtigen Carol Wallace hat sich aber bereits eine weitere Waffenexpertin an Bord “geschmuggelt”. Als die Enterprise gerade den Beschuss Harrisons vorbereitet erleidet der Warpkern-Antrieb jedoch einen Schaden, woraufhin Kirk den Plan ändert und das Schiff auf Kronos landen und Harrison verhaften statt umbringen möchte. Sie werden jedoch von den Klingonen entdeckt und zur Landung gezwungen. Als der Vermittlungsversuch der Kommunikations-Offizierin Uhura fehlzuschlagen droht, wird die Crew von Harrison “gerettet” indem er die Klingonen-Patrouille im Alleingang ausschaltet und sich daraufhin bereitwillig von Kirk und Spock festnehmen lässt. …
mehr sei an dieser Stelle nicht verraten!

Was dann im weiteren Verlauf des Films geschieht hat mir ganz ehrlich die Freudentränen in die Augen getrieben.
Abrams zieht das ganze Register, er reiht herrlich anzusehende spannende Action-Sequenzen aneinander, spart nicht mit einer großen Portion Humor, und baut so viele wunderbare Reminiszenzen an die Original-Fernsehserie sowie -Kinofilme ein, dass einem förmlich das Herz übergeht. “Star Trek”-Neulinge werden es daher zwar im Gegensatz zum ersten Film deutlich schwerer haben der Handlung völlig zu folgen und alle Handlungsweisen der Figuren zu verstehen, alle die aber schon mal den oder anderen Kontakt mit der Materie hatten werden garantiert auf ihre Kosten kommen!
Abrams gelingt zudem wieder einmal die Quadratur des Kreises. “Star Trek Into Darkness” dient einerseits als perfekte Überleitung zur Serie mit Shatner und Co., da die Enterprise am Ende des Films zu ihrer berühmten fünfjährigen Reise in “unendliche Weiten und fremde Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat” aufbricht, funktioniert aber auch als direkter Vorläufer für die Kinofilmreihe und lässt sogar noch die Option auf mind. einen weiteren Film, zu Beginn der Serienhandlung oder währenddessen, offen.
Zudem hat er wieder mal ein glückliches Händchen für die Besetzung erwiesen, denn neben der kongenialen Enterprise-Crew des ersten Films um Pine und Quinto agiert hier besonders der herausragende Benedict Cumberbatch absolut genial (v.a. wenn man den Gesamtzusammenhang kennt)! Zudem hat mich das Cameo von Noel “Mickey” Clarke aus “Doctor Who” sehr gefreut. 🙂

Dieser Film ist ein wahres Fest für Augen und Ohren und erreicht genau das was man von ihm erwartet: spannende Unterhaltung mit tollen Darstellern, einem genialen Score und fantastischen Effekten gepaart mit einer Prise Humor und einem guten Schuss Nostalgie! Noch besser als sein Vorgänger!
Prädikat: besonders wertvoll!

Wertung40
USA – 2013 – 2 Std. 10 Min.
Regie: J. J. Abrams
mit: Chris Pine, Zachary Quinto, Zoë Saldaña, Karl Urban, Anton Yelchin, John Cho, Simon Pegg, Benedict Cumberbatch, Bruce Greenwood & Alice Eve
Genre: Science-Fiction, Action

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  • kaik

    Sehr gut! Und – ich verrate nix – als was sich Harrison in der Mitte des Films rausstellt und die daraus kongenialen resultierenden Hommagen…wirklich ein Fest, wobei der erste J:J:A: Star Trek besser war…hier gabs nicht mehr so das spezielle Feeling…aber trotzdem richtig gut…..

    ….J.J. Abrams ist ein Wunderkind und ich freue mich so sehr auf sein Star-Wars-Universum; endlich wurde es Lucas aus den Händen gerissen.

  • Patrick

    Besser spät als nie und so habe ich ihn heute endlich auch gesehen und ich kann mich da wirklich größtenteils anschließen. Für mich rundum gelungen, sehr episch und auch bisschen in die Tiefe, mit einem herrausragendem Cumberbatch, der trotz einer recht langen Laufzeit kurzweilig war! Toll! 8/10 von mir!