Interstellar

Matthew McConaughey


Mit “Interstellar” hat Christopher Nolan seinen bisher wohl kontroversesten Film gedreht. Entweder man verehrt ihn nach dem sehen abgöttisch, oder man zerreißt ihn achtkantig in der Luft, dazwischen gibt es wohl nur wenig Spielraum. Ich gehöre jedenfalls definitiv zur ersten Kategorie.
Denn “Interstellar”, den Nolan erneut zusammen mit seinem Bruder Jonathan geschrieben hat, ist nicht nur visuell einer der beeindruckendsten Filme der letzten Jahre, sondern auch inhaltlich ein absolutes Meisterwerk und einer der größten Mindfucks der jüngeren Filmgeschichte. Für mich bereits jetzt Nolans größter Geniestreich, und das soll schon etwas heißen.

Die Erde in einer nicht allzu fernen Zukunft. Der verwitwete frühere Ingenieur und NASA-Testpilot Cooper (Matthew McConaughey) arbeitet seit einem traumatischen Unfall als Maisbauer auf einer Farm irgendwo im Mittleren Westen der einstigen USA. Er lebt dort mit seiner zehnjährigen Tochter Murphy, genannt Murph (Mackenzie Foy), seinem 15-jährigen Sohn Tom (Timothée Chalamet), sowie seinem Schwiegervater Donald (John Lithgow) zusammen.

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Die Menschheit steht kurz vor ihrem Untergang, der weltweite Getreidebestand wurde durch flächendeckenden Mehltaubefall zerstört, und auch die meisten anderen überlebenswichtigen Nährpflanzen existieren nicht mehr. Auch die Maisbestände sind durch den sich ausbreitenden Ungezieferbefall bedroht. Zudem wird das Land durch die fortschreitende Erosion von immer heftiger werdenden Sandstürmen heimgesucht. Wirtschaft, Militär und Forschung sind weitestgehend abgeschafft.
Durch eine zufällig entdeckte Gravitationsanomalie in Murphs Kinderzimmer (welche sie anfangs für einen Geist hält) stößt Cooper auf kodierte Geländekoordinaten, die sie zu einem geheimen Stützpunkt führen, welcher sich als die ehemalige NASA herausstellt, die, geschützt vor den Augen der Öffentlichkeit, an einer Lösung vor dem drohenden Exitus arbeiten. Die Leiter der Einrichtung sind Coopers ehemaliger Förderer Professor Brand (Michael Caine) und dessen Tochter Amelia (Anne Hathaway). Sie arbeiten an einem letzten großen Raumfahrtprogramm, bei dem drei bemannte Sonden durch ein in der Nähe des Saturns entdeckten (von unbekannten Mächten künstlich erzeugten) Wurmloch geschickt wurden um erdähnliche Planeten in einer weit entfernten Galaxie ausfindig zu machen. Dabei sind schließlich drei Kandidaten in der engeren Auswahl gelandet. Als größte Mission soll nun ein letztes Erkundungsteam durch dieses Wurmloch reisen und den einen perfekten Planeten bestimmen, sowie Vorkehrungen für den letzten großen Exodus der Menschheit vorbereiten. Als Plan B, falls die Menschen nicht mehr rechtzeitig gerettet werden können, sollen tiefgefrorene Embryonen an Bord einen kompletten Neuanfang der menschlichen Spezies ermöglichen.
Neben Amelia wird auch Cooper für die Mission ausgewählt, da er der einzige Pilot ist, der schon einmal wirklich geflogen ist und nicht nur zuvor in einem Simulator trainiert hat. Doch Cooper trennt sich im Streit von Murph, die ihm nicht verzeihen kann, dass er die Familie so lange im Stich lässt. Die weiteren Crewmitglieder sind die Physiker Romilly (David Gyasi) und Doyle (Wes Bentley), sowie die beiden hochintelligenten Roboter TARS (O-Stimme: Bill Irwin) und CASE (O-Stimme: Josh Stewart).

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Nach zwei Jahren Flug im Kälteschlaf zum Saturn kann die Mannschaft endlich den Sprung durch das Wurmloch ansetzen. Als sie auf der anderen Seite ankommen, steuern sie den ersten der drei in Frage kommenden Planeten an, der von dem Kommandanten Miller entdeckt wurde. Doch dabei gibt es ein massives Problem, Miller liegt in der Nähe des riesigen Schwarzen Lochs Gargantua durch das die Raumzeit gekrümmt wird. Da Millers Raumschiff seit geraumer Zeit als verschollen gilt, will die Mannschaft ihre Kameraden in einer Rettungsmission zurückholen. Doch durch die Zeitkrümmung würden selbst bei nur einer Stunde Aufenthalt auf diesem Planeten rund 7 Jahre Erdzeit verstrichen sein. Nachdem sie einen Weg gefunden haben, die Bergung in einem kürzest möglichen Zeitraum zu absolvieren, fliegen Cooper, Brand und Doyle mit einer Rettungskapsel auf die Oberfläche, müssen dort jedoch feststellen, dass Millers Schiff komplett durch eine gigantische Flutwelle des dortigen Meeres zerstört wurde. Ihre Kapsel gerät dabei selbst in höchste Gefahr. Doyle stirbt und bis es Amelia und Cooper wieder zurück an Bord ihres Schiffes schaffen sind bereits über 23 Jahre Erdzeit vergangen und Romilly entsprechend gealtert. Und auch Coopers Kinder sind bereits erwachsen. Tom (jetzt: Casey Affleck) hatte bisher als Einziger jahrelang diverse Videobotschaften über die NASA an seinen Vater geschickt, gibt die Hoffnung ihn jemals wieder zu sehen jedoch nun auf. Dafür meldet sich Murph (jetzt: Jessica Chastain) zum allerersten mal seitdem Cooper weggeflogen war. Sie arbeitet mittlerweile selbst bei Prof. Brand und macht alsbald eine schreckliche Entdeckung. …

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Soviel kann man getrost zur Story erzählen ohne zu viel zu spoilern. Denn ab da geht die Handlung im Prinzip auch erst richtig los. Und wie!
Wenn man dem Film etwas vorwerfen möchte, ist es eigentlich nur das bis dahin stellenweise langsame Erzähltempo und die vielen, teils echt wirren, Fragen die er bis dato aufwirft ohne auch nur einen winzigen Ansatz einer Antwort zu liefern. Doch wenn man sich voll darauf einlässt wird man fortan definitiv belohnt, und am Ende ergibt alles einen glasklaren Sinn. Wobei mancher wohl auch das dem Film vorwerfen könnte. Macht er damit schließlich doch genau das, was Stanley Kubricks Über-Meisterwerk “2001: Odyssee im Weltraum”, mit dem “Interstellar” im Vorfeld oft (übrigens vollkommen zurecht!) verglichen wurde, bewusst vermeidet.
Doch sind das in meinen Augen Haarspaltereien. Und die Konklusion der Geschichte entschädigt wie gesagt für alle evtl. vorherigen Längen, wobei sich diese eben dann nicht mehr als solche entpuppen.
Dass die Nolan-Brüder es drauf haben gleichsam unterhaltsame wie tiefsinnige Geschichten zu schreiben ist nichts Neues, mit “Interstellar” katapultieren sie sich jedoch (im wahrsten Sinne des Wortes) in eine völlig neue Dimension und übertrumpfen beim “Mindfuck”-Faktor selbst ihre bisherigen Spitzenreiter “Inception” und “Memento” noch um ein Vielfaches. Der philosophische Überbau wird sicher auch nicht jedem schmecken, ich fand ihn jedoch absolut passend und fantastisch mit allen Plots verwoben.

Technisch setzt der Film ebenfalls neue Maßstäbe. Die visuellen Effekte gehören zum besten was bislang über die große Leinwand geflackert ist und stellen selbst die Genialität des letztjährigen Oscar-Gewinners in dieser Kategorie, “Gravity”, noch in den Schatten. Ton und Tonschnitt sind ebenfalls das derzeitige Maß der Dinge, besonders die Schnitte von lärmenden und ächzenden Geräuschen innerhalb des Schiffs oder auf den verschiedenen Planeten zur absoluten Geräuschlosigkeit des Alls (welche wohl noch nie zuvor so realistisch dargestellt wurde, genau wie die Hyperraum-Reisen) sind ganz großes Kino und garantieren mehr als ein Mal kräftige Gänsehaut. Die Oscars in diesen drei Kategorien sollten “Interstellar” daher wohl nicht zu nehmen sein (auch wenn es “Planet der Affen: Revolution” sicher nicht minder verdient hätte, “Interstellar” ist definitiv noch mal ein ganz anderer Schnack)!

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Die Äs­the­tizität der Bilder von Hoyte Van Hoytema ist auch kaum in Worte zu fassen. Wunderschön beschreibt noch nicht mal ansatzweise was dem Zuschauer hier optisch dargeboten wird. Wes Bentley sagte in seiner Rolle als Ricky Fitts in “American Beauty” den vielzitierten Satz: “Es gibt manchmal so viel Schönheit auf der Welt, dass ich sie fast nicht ertragen kann, und mein Herz droht dann daran zu zerbrechen”. Sinngemäß könnte man diesen Satz hier auf die den gesamten Weltraum anwenden. Auch mein Herz ist während des Schauens beinahe vor lauter Schönheit dahingeschmolzen. Und bevor hier wieder jemand meckert, das sei doch alles im Computer entstanden, irrt. Licht, Kamerafahrten, Farben, all das und weit mehr stammt aus der meisterlichen Hand Van Hoytemas.
Gleiches gilt für den erneut grandiosen Score von Hans Zimmer, der wieder mehr back to the roots geht, und entsprechend über weite Strecken ruhig und verträumt klingt (Philip Glass oder Alexandre Desplats lassen grüßen) und sich somit auch wohltuend von seinen Bombastklängen der letzten Jahre abhebt, wenn auch hier natürlich phasenweise die großen Fanfaren ausgepackt werden. Oscar-Nominierungen für Film, Regie, Kamera, Musik und Ausstattung sollten daher ebenfalls gesetzt sein. Des Weiteren ist durchaus auch eine Nominierung für das Original-Drehbuch vorstellbar.

Darsteller-Nominees sollten dagegen ausgeschlossen sein, auch wenn McConaughey (der sich immer mehr zu einem meiner neuen Lieblinge mausert), Chastain und Hathaway wieder durch die Bank großartig agieren. Gerade bei diesem Film wäre ich zudem für eine Cameo-Sparte dankbar, denn was Burstyn allein in ihren 2-3 Minuten durchgehender Screentime an Emotionen rüber bringt ist unglaublich.
Und apropos Emotionen. Für einen Science-Fiction-Film, die doch oft sehr technisch und kühl wirken, strahlt “Interstellar” eine überdurchschnittlich große Menge an Herzenswärme aus. Manche mögen dies als Kitsch abtun, für mich ist dies allerdings unverfälschte pure Romantik.


USA/GB – 2014 – 2 Std. 49 Min.
Regie: Christopher Nolan
mit Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Michael Caine, Mackenzie Foy, Timothée Chalamet, John Lithgow, Casey Affleck, Topher Grace, David Gyasi, Wes Bentley, William Devane, David Oyelowo, Bill Irwin, Matt Damon, Josh Stewart & Ellen Burstyn
Genre: Science-Fiction, Drama

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  • Stefan T.

    Da bin ich jetzt aber extrem überrascht, denn ich hatte schon befürchtet, dass man es hier mit einem "Gravity"-Abklatsch zu tun hat, aber wie es scheint, habe ich da geirrt. Ursprünglich wollte ich "Interstellar" vor allem wegen Chastain, Hathaway und Caine sehen, doch nun bin ich in der Tat sehr gespannt, wenn du beinahe die Höchstwertung vergibst. Bin gespannt, ob die Effekte "Gravity" wirklich toppen können, kann es mir aber noch nicht so recht vorstellen… Und bezüglich deines Ausschlusses von Darstellernominierungen: So unrealistisch muss das gar nicht sein! Schließlich ist noch nicht endültig raus, ob Chastain für "A Most Violent Year" als Nebendarstellerin an den Start geht. Wenn nicht, hat sie für diese Rolle vielleicht ganz gute Chancen.

    • Heiko

      "Interstellar" hat mit "Gravity" soviel gemein, wie "Der Pate" mit "Sex and the City". 😉
      Will heißen, der Handlungsort ist derselbe, aber inhaltlich sind das zwei komplett verschiedene Paar Stiefel!
      Das fängt schon beim Genre an. Während "Gravity" ein ganz normales Actiondrama ist, dessen Setting einfach in der Erdumlaufbahn verhaftet ist, ist "Interstellar" klassisches episches Science-Fiction-Kino, wenn auch mit realistischerem Anstrich als "Star Trek" und Konsorten.
      Man kann ihn in der Tat noch am ehesten mit "2001" vergleichen. Nolan hat sogar viele unübersehbare Reminiszenzen eingebaut, angefangen beim Grundplot und der philosophischen Thematiken, was die Menschheit menschlich macht z.B..

      • Stefan T.

        Ich meinte es ja auch bezogen auf die visuelle Wirkung. 😛

  • Was bin ich froh, dass wir auf der selben Wellenlänge sind. "Interstellar" hat auch bei mir einen ganz, ganz tiefen Eindruck hinterlassen. Bin normal nicht nah am Wasser gebaut aber mir sind 2-3 mal Tränen heruntergekullert weil ich so ergriffen war. Wenn etwas so schön und traurig zugleich ist, dann pack ich das gar nicht. 😉 Werde jetzt nicht einen großen Schwall loslassen, dir jedoch 1:1 zustimmen. Nolan liebt oder hasst man. Dazwischen gibt es – wie du richtig sagst – nur wenig Spielraum. Habe ich auch in der Preview gemerkt, als ein Kritikerkollege vor mir gesessen ist und in einer tief emotionalen Szene lautstark zu lachen begonnen hat. Da dacht ich mir: WTF?! Deshalb ist mir auch von vornherein klar gewesen, dass die Kritiken auseinander gehen werden.
    Ich empfehle, dass man sich einfach komplett auf diesen Film einlässt. Handy abschalten – zurücklehnen – kein ständiges Popcorn essen und Cola schlürfen und diesen großartigen 169 Minuten folgen und genießen.

    • Heiko

      Ja , in meiner Vorstellung saß auch Jemand zwei Reihen vor mir, keine Ahnung aus welcher Anstalt die den entlassen haben, der meinte er müsste alles, aber auch wirklich alles gestisch nachspielen was er gerade auf der Leinwand sieht, um sich darüber lustig zu machen. Angefangen bei den schaufelartigen Bewegungen von CASE oder Hathaways "Begegnung der dritten Art" während der Reise durchs Wurmloch. Ganz schlimm solche Leute. Zum Glück saß der schräg vor mir, so dass mir das nur aus dem Augenwinkel heraus aufgefallen ist. Wäre er direkt vor mir gesessen, hätte ich mit Sicherheit irgendwann meinen vollen Getränkebecher (3 Stunden ohne trinken wäre mir dann doch etwas zu lang gewesen 😉 ) nach ihm geworfen.

      In meinem Kino war es übrigens so, dass schätzungsweise rund 3/4 des Publikums wie ich schwer begeistert waren, das restliche Viertel sah hingegen eher bedient aus. 😉
      Ergriffen und mitgenommen waren zudem wohl auch Einige. Zumindest habe ich es lange nicht mehr erlebt, dass weit mehr als die Hälfte während des kompletten Abspanns ruhig sitzengeblieben ist.

      Ich bin zugegeben auch ein Nolan-Fanboy, aber gerade deshalb gehe ich in seine Filme nicht mit der rosaroten Brille, sondern sogar beinahe extrakritisch. Meine Erwartungen sind nämlich doch jedes mal sehr hoch.
      Und wenn mir ein Film von ihm nicht gefallen sollte, sage ich das auch. War aber bisher noch nicht der Fall. 😉 Einzig "The Dark Knight Rises" fand ich schwächer als erwartet und liegt bei mir daher auch "nur" bei 7/10.

  • Dennis

    Puh…dann mache ich mir wohl gleich wieder Feinde. Aber das war ja nicht anders zu erwarten, oder?

    Eines vorweg: Eure Meinung "entweder, oder" kann ich nicht ganz teilen. Ich für meinen Teil zähle mich nämlich zu einem Nolan-Fanboy. Ich liebe die Dark Knight-Trilogie, auch wenn der letzte Teil mich enttäuscht hat. Und die alleinstehenden Werke "Memento", "Prestige" und "Inception" sind großartige Meisterwerke der jüngeren Kinogeschichte. Auch "Insomnia" ist ein durchaus clever inszenierter Thriller und kann als äußerst gelungene Fingerübung für zukünftige Werke betrachtet werden. Die fällt (aus meiner Sicht) aber mit INTERSTELLAR erstmals extrem schwarz in der Filmographie des Regisseurs aus. INTERSTELLAR ist mit Abstand der schlechteste Film, den Nolan bislang auf die Leinwand gebracht hat.

    Dabei ist die Grundidee gar keine schlechte. Der Umstand, dass in naher Zukunft die Lebensmittel-Ressourcen auf der Erde knapp werden und die Menschen in ferne Galaxien aufbrechen, um ihre Spezies zu retten, finde ich einen sehr spannenden Ansatz. Die Umsetzung in Nolans Film ist jedoch katastrophal und stark versetzt mit kitschiger Sentimentalität, Pseudo-Philosophie und jeder Mege saublöder Einfälle. Ich glaube das letzte Mal bin ich so sauer bei MAN OF STEEL aus dem Kino gekommen.

    Die Story beginnt relativ vielversprechend und fällt in dem Moment wie ein Kartenhaus zusammen, wenn Cooper (McConaaughey) mitten in der Wüste auf die Nasa trifft. Ganz zufällig begegnet er dort seinem alten Mentor, Prof. Brand (Caine). Nach einer kurzen Besprechung, was hier geplant ist, geht die Wand eines Büros auf und eine Rakete steht da (in dem Moment dachte ich, Austin Powers kommt gleich um die Ecke) und zwei Minuten später soll Coop das Ding bitte auch ins All fliegen (Ganz ohne Training versteht sich). Er sei ja schließlich der einzige, der das könne. Na was ein Glück, dass der Kerl 5 Minuten vorher am Nasa-Zaun stand. Sowas unfassbar bescheuertes und aus den Fingern gesaugtes, habe ich wirklich schon ewig nicht mehr gesehen. Gefolgt von diesem unglaubwürdigen Story-Dämpfer erlebt der Zuschauer unfreiwillig komisch-kitschige Abschiedszenen (ja, ich habe auch gelacht im Kino….und war nicht der einzige) und Weltall-Sequenzen, die an Langeweile nicht zu überbieten sind. Ich brauche mir jetzt wirklich nicht ansehen, wie ein Raumschiff 10 Minuten irgendwo versucht anzudocken. Der Film verstrickt sich anschließend immer mehr in triefender Sentimentalität und erstickt letzten Endes daran. (Liebe!!!) Der soganannte Mindfuck (ohne jetzt zu spoilern) ist genau das, was man am Anfang des Films bereits vermutet, sobald die ersten Bücher aus dem Regal fallen. Wie diese Vermutung dann letztenendes umgesetzt wurde, ist dann der Gipfel der absouluten Peinlichkeit. Ich glaube den Hochmut, dass Nolan und sein Bruder es sich tatsächlich herausnehmen, zu definieren, was am Ende mit Coop passiert, war der Todesstoß für den kompletten Film. Obwohl auch schon die ganzen verblechten sprechenden Cornflakes-Packungen,dem ganzen Film ein unnötige Komik verpasst haben, die mich an Jar jar Binks erinnert. Diese Roboter und ihre Flachwitze waren einfach zum kotzen! Grauenhaft! Die Szene wo TARS (der sprechende Blechroboter) Anne Hathaway aus dem Wasser rettet, ist so vollgestopft mit unfreiwilliger Komik, dass es fast schon weh tut, dass tatsächlich mein Regieheld Nolan das verbrochen haben soll.

    • Dennis

      FORTSETZUNG:

      Den Lob an sie SFX kann ich zudem absolut gar nicht teilen. Gar nicht, gar nicht! Ganz im Gegenteil: Das war unterirdisch bis in die Hölle und ist Lichtjahre von den Arbeiten in GRAVITY entfernt. Das hat nicht ansatzweise den optischen Glanz, von dem, was heutzutage möglich ist. Da erwarte ich von einer solchen Produktion absolute Perfektion. Die Andock-Szenen sahen jedoch aus, als hätte man versucht mit Klopapierrollen im Stop-Motion Verfahren ein Raumschiff zu simulieren. Opulente Bilder, wie zb. in INCEPTION habe ich komplett vermisst. Der versprochene Augenschmaus blieb aus – eine hohe Welle, zwei gelangweilte Weltraumbilder und eine Eislandschaft reichen mir da bei 169 Minuten definitiv nicht aus. Das mit dem Score von Hans Zimmer in Sachen "Back to the Roots" stimmt schon – ich brauche die dröhnenden Fanfaren nun auch nicht mehr unbedingt – aber die 80er Orgeltröten waren jetzt nicht wirklich weniger nervtötend.

      Als positiv können aber sämtliche Schauspieler betrachtet werden. So schlimm der Film und seine vermurkste Geschichte auch sind, so schaffen es die Darsteller stellenweise doch, dass man halbwegs an manchen Stellen bei der Stange bleibt. Vor allem McConaughey knüpft äußerst positiv an seinen Oscargewinn an. Jessica Chastain und Matt Damon sind weitere kleine Highlights. Die Soundgeschichten muss ich ebenfalls lobenswert erwähnen, das hatte an manchen Stellen in der Tat seine Reize, vor allem in den von Heiko oben beschriebenen Szenen. Hier könnte ich mich auch mit Nominierungen anfreunden. Für alles andere wäre es in meinen Augen ein Witz. Wenn Nolan für diese Pseudo-philosophosche Kacke seine erste Nominierung als Regisseur bekommt, lache ich mir ins Fäustchen.

      Ich war gestern mit 5 Leuten im Kino – alle (!) fanden den Film durchweg bescheuert und hatten teils noch mehr zu bemäkeln als ich. Und auch da waren zwei eingefleischte Sci-Fi-Fans und Nolan-Fanboys mit von der Partie, die maßlos enttäuscht gewesen sind.

      Mehr als 3,5/10 ist da leider nicht drin. Meine Erwartung war wirklich ne 9/10. Gerechnet habe ich dann mit ner 6-7/10, falls er mich doch enttäuschen sollte. Dass der Film letztenendes aber so unterirdisch ausfällt, hätte ich mir nie erträumen lassen. Nominierungen für Sound und Soundeffekte wären okay. Alles andere wäre unfassbar peinlich, wobei ich fast befürchte, dass die SFX da auch berücksichtigt werden. Das wäre allerdings total daneben, wenn man bedenkt was wir in diesem Jahr für grandiose Produktionen in Sachen SFX hatten (ganz vorner: Planet der Affen)!

      Ich freue mich jedenfalls schon auf Nolans nächsten Film – denn da kann ja alles nur besser werden!

      • Heiko

        Mist, ich hätte doch um Geld wetten sollen, denn von dir habe ich im Vorfeld exakt eine solche Hasstirade gegen den Film erwartet. 😉 Die nächsten werden dann wohl ebenfalls wie erwartet von Stefan und Patrick kommen. 😉

        Aber das ist natürlich völlig legitim, speziell bei diesem Film. Ich schätze wie gesagt, dass am Ende etwa 2/3 unserer Community den Film abgöttisch lieben werden und 1/3 ihn abgrundtief hassen.
        Deine 3,5/10 kann ich somit auch sehr gut nachvollziehen. 6/10 hätte ich dir dagegen echt übel genommen! Denn wenn "Interstellar" eines NICHT ist, dann Mittelmaß!
        Ich lehne mich jetzt auch mal sehr weit aus dem Fenster und behaupte, dass es bei uns am Ende auch keine einzige Wertung zwischen 4/10 und 7/10 geben wird, sondern nur darüber oder darunter. Und wenn doch haben Diejenigen den Film dann mit Sicherheit entweder nicht bis zum Ende gesehen oder ihn einfach nicht verstanden!

        Der einzige Punkt den ich dir übrigens definitiv nicht abnehme, ist dass du den Twist schon von Anfang exakt so vorausgehen haben willst. Es sei denn du hast das Drehbuch im Vorfeld gelesen. 😀

        • Dennis

          SPOILER:

          Also was wir (nicht nur ich) voraus gesehen haben, war, dass Coop sich die Nachrichten selbst schickt. Unter welchen Umständen, wussten wir natürlich nicht, aber wir haben zumindest direkt geahnt, dass er es sein wird, der da mit Hilfer der Bücher und Gravitation zu kommunizieren versucht. Sorry, aber das fand ich relativ vorhersehbar, dass er der "Geist" ist.

          • Heiko

            Ich sehe das zwar nicht so, dass es zwingend voraussehbar war, aber gut. Mag ja in deinem Falle zutreffen.

          • Stefan T.

            Bitte nicht vorab für mich sprechen… Das kann ich gar nicht haben!

          • Heiko

            Ist ja auch gar nicht gegen Dich gemünzt. Aber man kann nach all den Jahren halt doch recht gut die jeweils anderen Filmgeschmäcker einschätzen. Und Fakt ist: bei diesem Film wird es definitiv zwei getrennte Lager geben.
            Sollte er Dir aber gefallen, umso besser. 😉

  • kaik

    Danke Heiko! So sehe ich es auch, ein nahezu perfektes Meisterwerk; da kann man einfach das Wort "KInomagie" verwenden. Ich werde am Sonntag nochmal reingehen. Könnte ein Klassiker wie "2001" werden.

    WUNDERBAR!

    • kaik

      Ach so, Wertung (momentan) 9,5/10

    • Patrick

      Also 2001 ist ein Meisterwerk durch und durch. soweit würd eich bei INterstaller leider nicht gehen. Da fan dich GRAVITY noch nen Ticken besser und der war ja auch schon überbewertet. Aber ganz so Grütze wie Dennis fand ich den dann doch nicht, wenn ich auch dieselbe Kritikpunkte im Grunde habe, siehe Ausführungen!

  • Patrick

    Puhhh… jetzt bin ich wiedre verunsichert! *lach* Dennis und ich sind seeeehr oft in den letzten Jahren auf einer Wellenlänge, dabei will ich den Film eigentlich mögen, trotz Hathaway, aber ich habe Hoffnung, da man bei mir viel über Emotionen bewirken kann, denn ich bin nah am Wasser gebaut. Selbst wenn ich weiß, welche Knöpfe ein Regisseur drückt, kullern die Tränen in der Regel. Aber alle Kritiken sind entweder euphorische Nahe der 10/10-Wertungen oder 3/10-Wertungen, da die Effekte immer noch positiv mit einfließen in die Wertungen. Man wird sehen! Planet der Affen wird keinen Oscar bekommen. Der erste Teil hat den sicheren Effektoscar an HUGO verloren – ging gar nicht, obwohl ich Hugo sehr mochte, aber der Oscar hätte gesetzt sein müssen und so denke ich, wird dasselbe mit INterstellar passieren. Der ist den Technics gesetzt, wenn der seite 250 Mio. in den USA einspielt. Der Bewertungsspiegel ist im gegensatz zu GRAVITY natürlich "nur" bei 76/100 statt 97/100, aber Gravity ist für mich nach wie vor leider etwas überbewertet. Er war gut, aber da hab ich mir auch mehr versprochen und ich habe nichts gegen eine One-(Wo)Man-Show, aber der hatte in den 90 Minuten schon Längen… aber egal. geht ja um Interestallar, der mit 169 Minuten echt lang ist und ich hoffe keine Zeitverschwendung sein wird. Morgen Abend dann mehr! 😉 Gesehen haben muss man ihn als Academy-Mitglied der ersten Stunde ja eh! 😉

    Leider gehöre ich zu den wenigen, der MEMENTO und INCEPTION nicht für die Meisterwerke hält, wie die Meisten. Gute Filme, die sich bei mir um die 7,5/10 einordnen, aber die Schallmauer zu 8/10 nicht erreicht haben. Da fehlte immer das Quäntchen zu einem perfekten Film für mich. Von einem Meisterwerk ganz zu schweigen. Datk Knight bisher sein Bester, gefolgt von The Prestige für mich. Dark Knight Rises war ne Enttäuschung und Hans Zimmers Fanfaren gehen mir auf den Kecks. Immer dasselbe. subtile musikalische Untermalung geht einfach anders! ABER ich hoffe ich werde morgen eines besseren belehrt! 😉

    • Stefan T.

      Trotz Hathaway? Was hat die Frau dir eigentlich getan?

    • kaik

      Keine Angst Patrick, ich denke, dir wird der Film gefallen…ist eine MIschung aus "2001" und "Contact"….ich finde ihn absolut top; es gibt zwei Wendungen (eine erahnt man, die anderen ist dermaßen geil). Und Zimmer hat m.E. den besten seiner Scores seit Jahren geschaffen.

      Lass dich auf den Film ein, er ist wirklich spektakulär (Inhalt und Machart).

  • Patrick

    sie dreht Filme! Reicht das nicht? Lach

    Spaß

    Finde sie leider maßlos überbewertet und frage mich was man ihr darstellerisch finden kann. In Les Miz war sie solide, überragend fand ich sie leider nicht, OBWOHL ich den Film sehr mochte. Nur in Rachelgetting married fand ich sie wirklich sehr gut, ansonsten haben ihr sämtliche Darsteller in PRADA (allen vorran Streep, Blunt und Tucci) und BROKEBACK MOUNTAIN die Show gestohlen! Man muss ja nicht alle mögen, manchmal ist das leider so. Vielleicht liegts aber auch ihrer miserablen Oscarmoderation. Keiner war je schlechter als Franco und vor allem Hathaway vor 4 Jahren. Das blieb hängen! ^^

    • Stefan T.

      Und da sie weder für "Brokeback Mountain" noch für "Der Teufel Trägt Prada" nominiert worden ist und für "Interstellar" sicherlich nicht werden wird, verstehe ich das Eindreschen auf ihre Person nicht, schon gar nicht wegen einer davon unabhängigen Moderation. Zwei berechtigte Nominierungen für außergewöhnliche Leistungen, ein erhaltener Oscar! Was gibt es da zu Meckern?

      • Heiko

        Stefan, mach Dir nichts draus. Haters gonna hate! Bei Paddy ist in der Hinsicht aber manchmal einfach Hopfen und Malz verloren!
        Wenn er jemand ein Mal nicht gut findet, ist der oder die bei ihm ja meist für alle Ewigkeiten schlecht. Ich nehme das Gebashe daher gar nicht erst ernst.

        • Patrick

          Ausnahme von McConaughey, wobei ich den menschlich immer noch übel finde! Aber sonst magste Recht haben! lol. Aber ich übertreieb gerne. Überragende Leistungen hab ich bisher wie gesagt noch nicht von ihr gesehen, nur eine wirklich gute in Rachel getting married. Die Rolle in Les Miz können viele genauso gut verkörpern! 😉 Wie gesagt, sie kann froh sein, dass ihre einzige Konkurrentin in dem Jahr Sally Field war und die hat bereits 2 Oscars!

          Hab gerade gelesen, dass viele sie in Interstellar als MISCAST bezeichnen, uppss! Mal schauen was das morgen wird! ^^

          Fands jedenfalls überraschend, dass Melanie, Heidi und Joschi Hathaway auch nicht soviel abgewinnen können. Dachte ich sei da alleine.

          • Patrick

            Freue mich aber tierisch auf Jessica Chastain! Im Gegensatz zu Hathaway wirklich mal ne herausragende Schauspielerin, die echt alles mit bravour meistert!

          • kaik

            ich war heute zum zweiten mal drin…kannst dich auf den kinoabend freuen.

  • Patrick

    Interstellar hat am ersten Wochenende ind en USA erwartungsgemäß 50 Mio. Dollar eingespielt, aber NICHT die Pole Position einstreichen können! Diese Ehre kommt Baymax – Riesiges Robowabuhu zuteil. Erstaunlich! Gone Girl wird in den USA zum Dauerbrenner, imer noch auf Platz 3! Denke, dass wird sich definitiv positiv auf die kommende Oscarsaison auswirken!

    • kaik

      Ich denke, Gone Girl und Interstellar sind für Filmnominierung gesetzt; Fincher für Regie…Nolan würde ich es wünschen.

  • Melanie Maria

    Ey, heiko. Saugeil! Ich wollte eigentlich heute rein, muss und darf aber spotan arbeiten. Jetzt ärgere ich mich fast…dann eben nächste woche .aber jetzt hab ich noch mehr bock drauf!

  • Patrick

    Sooooo ich komme aus dem Film und gleich eines vorweg Luisa sieht den Film bei 6/10, Micha bei 7/10 und ich würde mich gerne dazwischen einordnen! Dennis Kritikpunkte hab eich mir jetzt nochmal genau durchgelesen und sie decken sich mit meinem. Mal ganz im ernst, dass mit der "NASA im Maisfeld" ist wirklich Banane, auch ist der ganze Anfang wirklich viel zu lang. Ich hatte nach der ersten halben Stunde eigentlich auch keine Lust mehr auf den Film, doch im Weltall hat er mir dann doch gefallen. Vor allem die Szenen als Conaughey Botschaften seiner inwzsichen Erwachsenen Kinder empfängt war wirklich grandios gespielt! Er liefert echt ein Brett nach dem Anderen ab! Hathaways Darstellung schwankt zwischen guten Momenten und Blassen und Nervtötenden. Der Monolog über die Liebe war dagegen unfreiwillig komisch und ich kann kitsch ab. Aber da stimme ich Dennis zu, dass ist schon nah an der Pseudointilligenzgrenze. Dennoch hat der Film mich in dieser Phase in der meisten Zeit gut unterhalten. Die Effekte waren solide, etwas mehr Tempo hätte aber gut getan. Die musikalische Untermalung von Zimmer war in den ruhigen Momente brillant, in den spannungsgeladenen wieder mal zu aufbauschend. Haben eigentlich nur die Fanfaren gefehlt, aber dass haben ja hier die Orgeln übernommen. Etwas subtiler Herr Zimmer wäre wirklich mal angebracht. Dennoch wäre eine Nominierung hier mal wieder denkbar. Leider hat der Film auch einige Logiklöcher auf der Handlungsebene der Figuren von Matt Damon vor allem. Kein erfahrener Weltraumpilot wird die Schneise öffnen bzw. wissen was dann passiert: Keiner! Zudem war er erstaunlich blass in der Rolle. Da hätte ein unbekannterer Darsteller besser gepasst denke ich. Sowieso war der Film insgesamt eigentlich mit zuvielen Stars gepickt um realistisch zu wirken. Auch hat mir Cassey Affleck zum ersten Mal nicht so zugesagt, dagegen Chastain wieder einmal umso mehr. Die Frau hat einfach eine Präsenz vond er Hathaway nru träumen kann. Sie bringt mit kleinen Gesten soviel rüber und spielt gegen ihre eigentlich recht undankbare Rolle sehr gut gegen an. Ellen Burstyn tut ihr übriges in dem wundervollen Cameo, wobei ich es schon sher seltsam finde, dass sie ihren Vater gleich wieder "auf Mission schickt" und dann auch noch zu Hathaways unsympatischen Figur. hmmm…. *SPOILER* Kommen wir zur Szene hinter der Bücherwand bzw. dem Weg dorthin. Conaughey schießt sich ernsthaft mit dem Schleudersitz durch die Galaxy bzw. das schwarze Loch und alndet dann dort? Na gut, lassen wir das. Eigentlich will ich den Film doch mögen und ja es hatte was, wenn man den Kopf ausknipst. *SPOILERENDE*

    Irgendwie will ich auch nicht mehr weiter drauf eingehen, sonst korrigiere ich meien Meinung doch eher nach unten, dabei hab ich mich doch gerade auf ein Mittelmaß festgelegt. Der Grundstein der Geschichte ist gut, die Umsetzung hat diverse Lücken, hat dann aber doch auch wieder gute Ansätze. Technisch bin ich zufrieden, wobei GRAVITY bzw. PLANET OF THE APES dieses Jahr hier die Messlatte deutlich höher gelegt haben. Tippe aber mal die Academy wird "Interstellar" trotzdem hier auszeichnen. Ton- und Toneffekte gehen für mich aber vollkommen in Ordnung Da üerzeugt Interstellar auf ganzer Linie. Man kann ihn sich auch anschauen finde ich. Solange man sich berieseln lässt funktioniert der Film auch ganz gut, hat auch zum größten Teil gut Abschnitte, aber Nolan versucht für mich zu krampfhaft immer wieder den Zuschauer mit "intelligenten" Einföllen den Zuschauer zu überraschen. Das ist mir hier alles ein wenig zu bemüht. Den Kritikerspiegel von 73/100 begrüße ich. Das passt schon ganz gut. Die 9,1/10 der User von imdb (wird noch weiter fallen denke ich) bzw. Heikos 9,5/10 sind für meinen Geschmack etwas zu unkritisch beleuchtet und ja ich habe die Geschichte verstanden und ja ich finde den Abschnitt mit der Zeitreise auch genial, aber kann über diverse andere Löcher in der Geschichte nicht drüber wegsehen, würde aber dennoch sagen, dass man ihn sich einmal gut anschauen kann, würde ihn aber mit 6,5/10 als seinen Film mit den größten Angreifpunkten betiteln, gefolgt von Dark Knight Rises (7/10). Seine bisher besten Werke "The Dark Knight" (8,5/10) und The Prestige (8/10) hat er für mich leider nicht übertreffen können, von einem Sidney Lumet, Billy Wilder oder Hitchcock ist Nolan für mich aber weiterhin noch weit entfernt. Vielleicht sollte er einfach mal versuchen sich mit einer kleinen Geschichte (ohne Mindfuck) zu beweisen! Würde mich reizen!

    • kaik

      spoiler

      er hatte doch keinen anderen ausweg – meinst du, er hat sich rauskatapultiert. weil er wusste, damit hinter das regal zu kommen???

      schade, dass er dich nicht so umgehauen hat – für mich ist er der neue 2001….und nolan gehört m.e. zu den 10 besten regisseuren aller zeiten.

      nominierung für film wird er bekommen und einige mehr.

      btw. fällt mir bei dir immer auf, wie du kritikerspiegel nur hinzuziehst, wenn es dir passt (hat einer früher auch immer gemacht, aber dessen beiträge lese ich nicht mehr)…aber wenn avengers 92/100 hat, ist das egal.

      interstellar ist ein sci-fi-film, ich verstehe da nie, wie man sagen kann "ja das ist unlogisch"

      • Stefan T.

        @ Kai: Außer Patrick stützt sich eigentlich niemand so stark auf RottenTomatoes, IMDB und Co. 😉 Finde ich auch immer etwas unglücklich, da ja der eigene Eindruck zählen sollte.

    • Heiko

      *SPOILER*

      Cooper katapultiert sich aus dem Shuttle, weil das am zerbersten war und er sonst draufgegangen wäre. Das nennt sich Überlebenstrieb! 😉
      Was mit ihm im Schwarzen Loch passiert, war für ihn auch absolut unklar. Und dass er "hinter Murphs Bücherregal" landet, hat er ebenfalls erst geschnallt, als er drin war. Zudem ist das die 5. Dimension, von der ständig die Rede war. Nur räumlich oder zeitlich zu denken, ist daher Käse (erkläre einem Strichmännchen mal den dreidimensionalen Raum 😉 )! Will heißen ob das logisch oder unlogisch ist, ist die falsche Frage. Das kann kein Mensch auch nur im Ansatz verstehenoder nachvollziehen. Was wir hier also bei "Interstellar" zu sehen bekommen, ist einfach und allein Nolans Versuch die in Einsteins Relativitätstheorie bzw. der von Einstein, Boris Podolsky und Nathan Rosen postulierten Thesen in der Quantenmechanik praktisch greifbar zu machen und umzusetzen. Wurmlöcher heißen ja deswegen physikalisch korrekt auch Einstein-Rosen-Brücken.
      Diese Umsetzung kann man natürlich doof finden, keine Frage. Ich fand sie hingegen mehr als genial und in der Tat intellektuell äußerts raffiniert!
      Und wie Kai schon geschrieben hat, ist das auch immer noch ein Science-Fiction-Film, der muss nicht mal realistisch oder phsyikalisch korrekt sein, ansonsten dürfte man keinen einzigen "Star Trek"- oder "Star Wars"-Film mit mehr als 1/10 bewerten.
      Dem Film also diese sogenannten "Logiklöcher" vorzuwerfen halte ICH für extrem Banane. Will Dir bzw. Euch damit aber keinesfalls auf den Schlips treten, bitte nicht falsch verstehen. Ich erachte die von Dir postulierten Fehler allerdings nicht als solche. Insofern ist meine Review auch nicht unkritisch dahingerotzt, wie Du es bezeichnet hast, sondern schon absolut durchdacht!
      Und weil schon wieder der Vergleich mit "Gravity" aufkam, "Gravity" ist eben KEIN Sci-Fi-Movie, sondern ein Action-Drama dessen Handlungsort halt nicht die Autobahn, sondern der Weltraum ist. "Gravity" hat also (im Gegensatz zu "Interstellar") durchaus die Intention zu annähernd 100% physikalisch korrekt rüberzukommen. Daran scheitert er aber m.E. auch mehrere Male: ich sage nur "Rückwärtsschub" um die russische Kapsel zu erreichen. In der Realität wäre Bullocks Figur dabei, wie die von Clooney, chancenlos ins All hinausgetrudelt.
      "Interstellar" ist hingegen neben "2001" und "Contact", der bisher realistischste Science-Fiction-Film aller Zeiten!

  • Luisa

    dennis ich musste bei deiner kritik schmunzeln…wirklich genau meine meinung..nur dass ich ihm 6,5 gegeben habe, da viele dinge einfach meiner meinung nach gut umgesetzt waren…3,5 sind für mich schon die wirklich schlechten filme wie annabelle :b
    finde nolans filme sonst auch super..the dark knight ist mein absoluter favorit von batman und inception und prestige sowieso hammer…aber interstellar kann da leider nicht anknüpfen

    • Dennis

      Ja schade, ich fand den Film nur leider tatsächlich richtig schlecht. Umsetzung hat mir nicht gefallen, story war selten dämlich, die Wendungen nich dämlicher und alles was mit Emotionen zu tun hatte war entweder zu kitschig oder zu lachhaft. Ich freue mich aber das Patrick und du diese blöde These wiederlegen, dass man den Film entweder voll geil oder voll scheisse finden muss und ihr euch auf ein Mittelmaß einigen konntet. Zu mehr reicht es bei diesem Mschwerk nämlich wirklich nicht – dafür ist er zu gewollt.

  • Luisa

    dennis ich musste bei deiner kritik schmunzeln…wirklich genau meine meinung..nur dass ich ihm 6,5 gegeben habe, da viele dinge einfach meiner meinung nach gut umgesetzt waren…3,5 sind für mich schon die wirklich schlechten filme wie annabelle :b

    • Dennis

      Ja schade, ich fand den Film nur leider tatsächlich richtig schlecht. Umsetzung hat mir nicht gefallen, story war selten dämlich, die Wendungen noch dämlicher und alles was mit Emotionen zu tun hatte war entweder zu kitschig oder zu lachhaft. Ich freue mich aber das Patrick und du diese blöde These wiederlegen, dass man den Film entweder voll geil oder voll scheisse finden muss und ihr euch auf ein Mittelmaß einigen konntet. Zu mehr reicht es bei diesem Machwerk nämlich wirklich nicht – dafür ist er zu gewollt.

      • Patrick

        Das mit dem "gewollt" sehe ich genauso! Da ist aber meines erachtens bei Nolan schon oft in Ansätzen aufgeblitzt, hier aber extrem! Warum immer größer und epischer? Er sollte mal ein kleines Drama drehen, dass kann genauso eine herausforderung sein! Interstellar ist einfach zugekleistert und Zimmer ist da eben genau der Richtige für. Er kleistert jede Szene zu, meistens mit ohrenbetäubenden Fanfaren, auch ein Grund warum ich und die Academy den INCEPTION Score bei weitem nicht besser als den von Trent Reznor und Atticus erachte.

  • Luisa

    Heiko deine Begründung es sei ein Sci-Fi Film und daher sei die Kritik an Logiklöchern nicht so angebracht;, finde ich falsch:Der Film beginnt von Anfang an damit physikalische Theorien einzu bringen und erklärt diese wissenschaftlich Korrekt..Sei es die Singularität, Zeit-Raum Theorie usw. Wenn ein Film den Eindruck vermittelt physikalisch richtig zu sein und sich keine FIKTIVEN Theorien behilft um seinen Film zu erklären, sind in meinen Augen Logiklöcher erlaubt.Ein weiterer Logikfehler ist zb auch die Übertragung der Morsezeichen auf die Uhr..Wie lässt es sich erklären dass er die Möglichkeit hat den Zeiger durch das Glas zu bewegen und dass der Zeiger Jahrelang die Morsezeichen immer wiederholt ohne dass die Uhr stehen bleibt (Batterie leer oder bei Automatik muss die Uhr in Bewegung bleiben sonst bleibt sie auch stehen) auch dass die Uhr nicht weiter läuft ist unlogisch da Nolan zwar erklärt wie Cooper hinter den Schrank kommt, nicht aber wie man Gegenstände beeinflussen kann. .Dann hätte man ja noch weiter in dasGGeschehen eingreifen können.

    • Heiko

      siehe meine und Sir Donnerbolds Antworten in Deiner Kritik. 😉

  • Stefan T.

    Ich glaube, ich werde durch den Film genau so wenig durchsteigen wie durch die Diskussionen. 😀

    • Melanie Maria

      😀 😀 😀

      • Patrick

        Schaut ihn Euch an, dann könnt ihr mitreden! 😉 Gubt 3 Lager. Grottig, Gut mit diversen Abtrichen und Meisterwerk! Wo werdet ihr wohl liegen? ^^

        • Stefan T.

          Eine Frage hätte ich aber noch, bevor ich ihn mir auch ansehen werde. Warum wurde der in 2D veröffentlicht? Angesichts einiger Rezenseionen wäre das doch die perfekte Grundlage für die (leider oft so dermaßen unnütze) 3D-Technik gewesen, oder?

          • Heiko

            weil Nolan 3D ablehnt. "Interstellar" wurde noch nicht mal digital gedreht, sondern auf gutem altem Film!

  • Luisa

    Da geb ich Stefan recht. .3d hätte hier gepasst auch wenn ich persönlich darüber froh war dass es nicht so war…ich finde 3d Filme total überbewertet und lenken nur vom wesentlichen ab durch die blöde übertriebene Effekthascherei

    • Patrick

      Gibt auch Ausnahmen wie HUGO oder LIFE OF PI da hat es den Film mehr Tiefe gegeben.

  • Felix H.

    Achtung Spoiler!
    Also ich habe den Film nun einige Tage auf mich wirken lassen. Und ich bleibe bei der Meinung, die ich nach der Vorstellung bereits hatte. Es ist einer der besten Filme der letzten Jahre. Vielleicht sogar ein Meisterwerk. Selten erlebte ich es, dass im Kino fast alle Zuschauer am Ende des Films sitzen blieben, den Abspann schauten und den Film noch auf sich wirken ließen. Wir alle waren sprachlos. Und das ist aus meiner Sicht ein gutes Zeichen für einen Film.
    Sicher wird der Film die Leute spalten. Doch ehrlich gesagt kann niemand an den visuellen Effekten und Bildern wirklich etwas aussetzen. Das war einzigartig. Gerade die Schlusssequenz, die Reise durch Schwarze Loch usw., zeigt etwas im Kino nie dagewesenes. Es erschlägt einen förmlich. Wie man Raumkrümmung so genial darstellen kann ist mir ein Rätsel. Zudem wurde noch nie so realistisch und kompromisslos die Stille im All dargestellt.
    Auch was die Story an sich angeht finde ich keine großen Schwächen. Es wird eine glaubhafte emotionale Vater-Tochter Geschichte erzählt. Die Liebe als Schlüssel für die Rettung der Menschheit. Gut vielleicht ist das etwas Kitsch, aber am Ende ist doch genau das auch eine Botschaft des Films. Nicht alles kann in der Theorie gelöst werden, es gehören menschliche Komponenten dazu. Diese vermittelt der FIlm einzigartig.
    Kritisch kann man sicher bemerken, dass es etwas sehr plausibel ist, dass die NASA so im Verborgenen herumexperimentiert und Cooper dann so plötzlich ins All aufbricht. Doch man sollte sich daran nicht zu lang aufhalten. Denn es ist umso erstaunlicher, was Nolan aus dieser einfachen Zutat gemacht hat. Logiklöcher gibt es sicher in jedem Film, wenn man lange genug danach sucht. Wichtiger ist, dass er authentisch ist, und das ist hier gegeben.
    Auch wenn ich mir während des Films nicht ganz sicher war, was ich davon halten soll – ich hatte den Film irgendwie anders erwartet, doch Nolan überrascht eben immer wieder – will ich vorsichtig von einem Meisterwerk sprechen. Im Gegensatz hierzu war Inception nur ein kleines Frühstück. Vielleicht löst dieser Film sogar meinen bisherigen Lieblingsfilm von Nolan – Prestige – ab. Da bin ich mir noch nicht sicher. In jedem Falle sollte der Film auch bei den Oscars eine wichtige Rolle spielen, und zwar nicht nur bei Effekten und Ton. Ein Regieoscar wäre durchaus angebracht. Und während Gravity zwar visuell auch beeindruckend war, aber von der Story her hinkte, liefert dieser FIlm das bessere Gesamtpaket und eine gelungene Balance zwischen den verschiedensten Genres und Themen.
    Für mich liegt der Film irgendwo zwischen 9,5 und 10.
    PS: Eine kleine Anmerkung sei noch zu deiner Kritik gebracht Patrick:
    "Sowieso war der Film insgesamt eigentlich mit zuvielen Stars gepickt um realistisch zu wirken."
    Wieso wirkt ein Film mit zuvielen Stars unrealistischer. Das Argument ist für mich nicht wirklich schlüssig.

    • Patrick

      Dann geh ich da mal drauf ein! Ich sehe gerne viele gute Darsteller auf einem Haufen, doch manche haben einfach einen zu großen Namen, dass man sie in jeden Film stecken kann, will heißen Brad Pitt funktioniert in vielen Filmen einwandfrei, für "12 Years a Slave" passte er leider ganz und gar nicht und ist mein einziger Kritikpunkt an dem sonst so schön kompromisslosen Werk.

      Hier wirkte es teilweise wie große Stars fliegen ins All. Was bringt es die noch so kleinste Nebenrolle mit Stars zu bespicken? The Equalizer hat auch Darsteller, die Filmkenner kennen, aber eben nicht der Ottonormalverbraucher und das hat den Film authentischer wirken lassen für mich. Das ist so ne Gefühlssache. Bei manchen Projekten passt es auch wenn man große Namen zusammenführt, doch bei einem Science-Fiction-Film, der ja meist eh etwas Unbekanntes bietet wirken große Stars auf mich eher befremdlich, muss aber ja nicht bei Jedem so sein!
      Ich hoffe man versteht nun besser was ich sagen wollte! ;-P

      Ich fand mich wie gesagt mit 6,5/10 echt noch human und wie betont es liegt nicht an den Logiklöchern der Geschichte, dass es Punktabzüge gab, dass ist mir herzlich egal, da gab es wichtigere Dinge zu beanstanden! ^^

      • Patrick

        Und auf den Regieoscar wirste bei Nolan noch warten müssen! Ich glaube weder an einen Regieoscar für ihn noch für Fincher, obwohl sein Regieführung und das Gesamtprodukt viel besser ist. stefan glaubt an Jolie, ich an Linklater bis dato. Innaritu wäre ein guter Kandidat gewesen, aber ich glaube nach Cuaron nicht an einen zweiten Regieoscar infolge für einen Mexikaner. Schwierig. Dieses Jahr glaube ich aber, dass es keinen Split geben wird zwischen Regoe und Film. 2x hintereinander war schon die große Ausnahme, wobei ich ja persönlich Fan von einem Split bin, je nachdem wer die beste Regiearbeit und wer eben das beste Gesamtprofukt abgliefert hat. Oft spielt dies ja zusammen, manchmal überwiegt aber eine Version eines Regisseurs, dem Gesamtprodukt eines Anderen, aber ich schweife ab! ^^ Mal wieder! ;-P

        • Felix H.

          Vielen Dank, dass du diese These nochmal erläutert hast. Kann es jetzt, vor allem durch das passende Beispiel mit Brad Pitt, besser nachvollziehen, wenngleich ich das bei Interstellar ander sehe.
          An einen Regieoscar oder zumindest eine Nominierung glaube ich dennoch weiter, bis mich die Academy eines besseren belehrt. Ich denke einfach, dass die Art und Weise der Inszenierung eine Nominierung und je nach Konkurrenz auch einen OScar rechtfertigen würde. Auch Gravity hat den Regiepreis bekommen, verdientermaßen. Und ich denke, dass Interstellar regietechnisch Gravity in nichts nachsteht. Wäre also nur fair. Zumal Nolan aufgrund der Versäumnisse bei TDK und Inception auch überfällig ist und die Academy vergisst so etwas nicht. Nominierungen sind also aus meiner Sicht Pflicht. Was den Preis angeht, da muss man noch abwarten wie stark die Konkurrenz ist. Ich sehe aber auch Linklater als Frontrunner. Dennoch wäre bei einem hart umkämpften Feld ein Split die richtige Wahl. Das war vor 2000 noch Gang und Gäbe, hat sich seitdem aber irgendwie geändert, obwohl es das eine oder andere Mal angebracht gewesen wäre einen Split zu wagen, siehe Fincher und Social Network.