ANNABELLE ist das Spin-off zu dem erfolgreichen Spukhaus-Exorzismus-Schocker CONJURING – DIE HEIMSUCHUNG und gleichzeitig Kernstück der Sammlung der Warrens, die in ihrem Haus in Connecticut besessene Gegenstände unter Verschluss hielten. Annabelle war in ihrer Sammlung der gefährlichste Gegenstand, so dass jede Woche ein Priester vorbeikommen musste, um sie zu segnen. Nur so konnte ihre dämonische Macht im Zaum gehalten werden – auch wenn dies nicht immer klappte.
Annabelles Geschichte begann mit dem Ehepaar Form, das sein erstes Kind erwartet. Die werdende Mutter Mia (Annabelle Wallis) sammelt leidenschaftlich gern Puppen. Durch eine Aufmerksamkeit ihres Ehemannes John (Ward Horton) kommt sie noch vor der Geburt in den Besitz der Puppe Annabelle, die vom Geist der jungen Annabelle Higgins besessen war, die als Kind in dem Haus ermordet wurde. Als eine satanische Sekte das Ehepaar überfällt, beschwören sie einen uralten Dämon, für den die Puppe zu einem Tor in die menschliche Welt wird…
Spin Offs haben leider oft den bitteren Beigeschmack, dass sie aus reinen kommerziellen Gründen gedreht werden und die Masse sich wie geblendet in diese begibt. Leider ist ANNABELLE da keine Ausnahme, dabei hat die Geschichte durchaus Potential und der Trailer ließ auf solide Horrorkost hoffen. Zugegeben sind besessene Puppen nichts Neues, aber seit CHUCKY sind viele Jahre ins Land gezogen und das Erscheinungsbild von ANNABELLE ist schon gruselig, dass war es dann im Großen aber auch schon fast. Das Setting in den 60er-jahren ist zwar geglückt, aber die Auswahl der Darsteller dagegen gar nicht. Nicht nur, dass sie weder authentisch in die Epoche passen, noch können sie beim Zuschauer Sympathien erzeigen – eher im Gegenteil. Ward Horton ist ein amateurhafter Zahnpastawerbeschönling ohne jeglichen Tiefgang in seinem hölzernen Spiel, während Annabelle Wallis vor allem damit glänzt immer perfekt gestylt zu sein und den ganzen Tag nur zu nähen scheint. Schrecklich. In einigen Sequenzen wird es zwar geschafft eine unheimliche Grundstimmung zu erzeugen, doch werden diese jäh durch billige Schockelemente zerstört. Ein Lichtblick stellt da noch Alfre Woodard dar, die aber leider wie im Horrorgenre oft typisch zu einer Klischeeschwarzen verkommt und dementsprechend abdanken darf. Sie ist zwar die einzige Figur die etwas Tiefe erhält, aber eben auch nur um ihre Opferung legitimieren zu können. Wer jetzt denkt: „Na danke, nun haste auch noch gespoilert!“ – dem sei gesagt, es ist schlichtweg egal, denn jedes Horrorfilmklischee wird in ANNABELLE bedient, dass dies gleich bei der Einführung der Figur ohnehin omnipräsent ist.
Schade, hier wurde wirklich enorm viel Potential verschenkt. Ein paar nette Ideen gab es zwar dann doch, aber leider reiht sich ANNABELLE dann doch eher in die Kategorie der überflüssigen Spin Offs (und Remakes) ein, anstelle auf Oldschool-Horror oder neue Wege zu setzen. Steckt Euch lieber einen Horrorklassiker a la CARRIE oder MAMA in den DVD-Player, habt ihr mehr von!

Regie: John R. Leonetti
Genre: Horror
Darsteller: Annabelle Wallis, Ward Horton, Alfre Woodard, Tony Amendola