Beasts of the Southern Wild

Im Zuge der Viennale, dem Wiener Filmfestival, gab es neben Ben Affleck’s “Argo” auch noch einen zweiten Film, den ich mir unbedingt ansehen wollte. Dabei handelte es sich um Benh Zeitlin’s “Beasts of the Southern Wild”.

Erzählt wird die fantasievolle Geschichte der kleinen Hushpuppy, die bei ihrem Vater Wink inmitten eines abgelegen Sumpflandes in Louisiana aufwächst. Sie leben dort im sogenannten “Bathtub”, einer großen, glücklichen Gemeinschaft, die jedoch fern ist von zivilisierten Leben & Verhältnissen, wie wir sie kennen. Wink erkrankt schwer und möchte seine aufgeweckte Tochter auf ein Leben nach seinem Tod vorbereiten. Als dann auch noch ein riesiger Sturm naht, welcher die Bewohner in Angst & Schrecken versetzt und sich mystische Fantasiegestalten auf den Weg zu Hushpuppy machen, scheint die gewohnte Welt in Gefahr zu geraten.

Benh Zeitlin hat es bei seinem Spielfilm-Debüt auf eindrucksvolle Weise geschafft, triste Themen wie Armut und Krankheit in einen wundervollen Fantasie-Mantel zu hüllen. Funktionieren kann das natürlich auch nur, wenn jemand wie Quvenzhané Wallis (“Hushpuppy”) ihre Rolle nicht nur spielt, sondern scheinbar auch lebt. Mit ihrer unbekümmert, sorglosen und direkten Art verleiht sie gemeinsam mit Dwight Henry (“Wink”) dem Film eine ganz besondere und vor allem liebevolle Note.

Neben der eigentlichen Regiearbeit, war Benh Zeitlin auch noch für das Drehbuch und die Filmmusik zuständig. Eine Aufgabenaufteilung, wie wir sie auf ähnliche Weise ansonsten nur von Clint Eastwood oder John Carpenter kennen. Besonders die Musik verdient es in meinen Augen bzw. Ohren hervorgehoben zu werden. Die Mischung aus traumhafter Fantasie und bedrückender Realität zu finden und musikalisch festzuhalten, verdient höchste Anerkennung. Ben Richardson ist es zu verdanken, dass er in großartiger Manier die Vielzahl an Emotionen via Kamera festhalten konnte. Seine Kamerarbeit fügt sich perfekt in’s makellose Gesamtbild des Films.

Eine Welt aus der man nicht fliehen möchte. Ein Traum aus dem man nicht aufwachen will. Ein Film wie er nicht besser hätte sein können. Einzigartig und unverwechselbar!


USA – 2012 – 1 Std. 35 Min.
Regie: Benh Zeitlin
mit Quvenzhané Wallis, Dwight Henry, Levy Easterly
Genre: Drama

Über Johannes Marksteiner

Hauptberuflich: Radio-Redakteur und Sprecher Nebenberuflich: Passionierter Cineast
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  • Heiko

    Vergiss mir bei bei den produzierenden Regie führenden Filmmusik schaffenden Drehbuchschreibern Dick Maas und Tom Tykwer nicht 😉

  • Kev

    loves it!

  • @0fa0a855f7ec84b33e96e513eea60c2b:disqus hast natürlich vollkommen recht! Vor allem Tom Tykwer mit seiner Musik zu "Das Parfüm" und aktuell auch "Cloud Atlas" ist da eigentlich ein ganz wichtiger Vertreter 🙂