A Serbian Film (OT: Srpski Film)

A Serbian Film 3

“Härtester Film aller Zeiten!” “Wirklich abartig krank.” sind nur einige von vielen identischen Meinungen zu diesem Film.

Als ich letztes Jahr das große Aufsehen und die heftigen Diskussionen in diversen Foren zu “a serbian film” laß, bestand für mich als Horrorfan kein Zweifel, dass ich diesen Film unbedingt sehen muss, um mir ein eigenes Urteil zu bilden.

Denn was bedeutet schon “härtester Film aller Zeiten”? Die Schmerzgrenze ist bei jedem anders, so mag für den einen Saw, oder Hostel schon schlimm sein und jemand anderes wiederum, lächelt nur müde über diesen Film.

So beschloß ich  “a serbian film” zusammen mit einigen meiner Freunde (sowohl Frauen als auch Männer) im Zuge eines DVD-abends anzuschauen. Gleich nach Beendigung kam mir der Gedanke: – schlimmer gehts wirklich nicht mehr! – (dazu muss ich sagen, dass ich “leider” mittlerweile eines Besseren belehrt worden bin)

Im Gegensatz zu anderen Filmen dieser Art (Torture-porn), hat dieser eine wirkliche Handlung:
Ein ehemaliger Pornodarsteller soll eine einmalige Rolle in einem Avantgarde-film spielen, ein Porno, dessen genaue Handlung er, im Vorfeld, nicht kennt.
Da er das Geld dringend für sich und seine kleine Familie braucht, geht er darauf ein.
Zu spät bemerkt er, dass es sich bei diesen Porno, um einen übelsten Snuff-film handelt, dessen Regisseur dies als neue Kunst bezeichnet.
Als er aussteigen will, wird er unter einer sehr starken Droge gesetzt, die in zu einem Sextier ohne eigenen Willen macht.

Doch was macht diesen Film, zum wohl heftigsten Film aller Zeiten?

In diesem Film kommen Szenen vor, die meiner Meinung nach die Grenze des Zulässigen total überschreiten, so sind wirklich alle Fetische vertreten, welche man sich nur vorstellen kann: Nekrophilie (Sex mit Toten), Pädophilie (die berühmte Newborn-porn-szene, in der cut – Version nur angedeutet),Torture porn (hier:u.a. während des Sex gequält bis zum Tode), Inzest uvm.
Vorallem die sehr eindringliche Musik, verleiht dem schon sehr dunklem Ambiente des Snuff-films, eine zusätzliche Härte.

Gestritten wird sich auch darüber, ob der serbische Regisseur Srdjan Spasojevic mit diesem Film einen tieferen Sinn beabsichtigt hat, so wird von einigen die Verarbeitung von Kriegserlebnissen hinein interpretiert. Meiner Meinung nach, ist dies nur eine Rechtfertigung derjenigen, die diesen Film gut fanden, um nicht als perverse und annormale Persönlichkeiten abgestempelt zu werden, denn ich sehe absolut keine tiefgründige Parallele zu Kriegsereignissen, so sehr ich mich auch anstrenge.

Letzlich bleibt gesagt, dass dieser Film, egal wie heftig und grenzüberschreitend er ist, wirklich gut gedreht worden ist und nicht, wie der erste Eindruck sein mag, ein billiger Amateuerfilm mit aneinander gereihten abartigen Szenen. Im Gegenteil! Guter Schnitt, mit einer wirklich passenden Musikuntermahlung mit monotonem, elektronisch harten Beats.

Die Bewertung soll nicht wiederspiegeln, dass ich Gewalt jeglicher Art gut heiße, sondern dieser Film hat ganz klar erreicht, was er erreichen wollte: nämlich dass der Zuschauer mit einem flauen Gefühl zurück bleibt, den Kopf schüttelt und anschließend darüber redet, wie krank dieser Film ist!


Serbien – 2010 – 1 Std. 45 Min.
Regie: Srdjan Spasojevic
mit Srdjan Todorovic, Sergej Trifunovic, Jelena Gavrilovic
Genre: Horror, Thriller

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