The Wolf of Wall Street

the wolf of wall street

„The Wolf of Wall Street“ basiert auf der gleichnamigen Autobiographie des Börsenmaklers Jordan Belfort, der im Film von Leonardo DiCaprio verkörpert wird. Das Wall Street-Drama widmet sich dem Aufstieg und Fall des New Yorker Brokers. Der Millionär Jordan Belfort war in den 1990ern in krumme Börsengeschäfte und einen Korruptionsskandal verwickelt. Der Broker wurde 1998 wegen Geldwäsche und Wertpapierfälschung angeklagt und musste anschließend für 22 Monate ins Gefängnis. Außerdem führte er ein ausschweifendes Partyleben und hatte ein ernsthaftes Drogenproblem.

Ich gebe zu, als ich Joschis Kritik mit seiner 9,5/10-Wertung gesehen habe, war der erste Gedanke, dass er den Film bekennender Scorsese- und DiCaprio-Jünger einfach unkritisch emporheben musste, doch die Kritik in der er „The Wolf of Wolf Street“ als den „besten Film seid Good Fellas“ bezeichnet hat, hat mich wirklich heiß auf den Film werden lassen und obwohl ich deren Zusammenarbeiten in „Gangs of New York“ und „The Aviator“ nur mittelmäßig finde, muss ich mich bei der nun 5. Kollaboration zwischen den Beiden geschlagen geben, denn der Film ist von Anfang bis Ende ein „fucking Masterpiece“. Super Rasant und trotz seiner Lauflänge von knapp 3 Stunden nicht langatmig. Wer den Film wegen seiner Drogen- und Party-Exzesse ablehnt der ist m.E. Selbst Schuld, denn so schmuddelig muss ein Scorsese sein, so lieben wir ihn und nicht anders und wer in ihm keine fiese Finanzsatire mit richtig bissigem Humor zu erkennen vermag, dem ist eh nicht zu helfen. An diesem Werk stimmt einfach alles, von der Liebe zum Detail bei der Austattung, den eingeblendeten Bildern, ich möchte fast Gimmiks sagen, bis zu den wirklich fantastischen darstellerischen Leistungen vom gesamten Cast, schafft Scorsese ein sehr stimmiges Bild und befeuert die Leinwand mit den erdenklich coolsten Sprüchen, Zitaten, Anspielungen und Bildern ohne zum Selbstzweck zu verkommen. Grandios! Über die Lauflänge lässt sich natürlich streiten, ich persönlich fand diese genau richtig und habe mich seit langer Zeit nicht so gut unterhalten gefühlt! Endlich mal kein Drama, dass bei mir ganz oben auf der Jahresbestenliste stehen wird. Danke Martin Scorsese und großen Dank auch an LeonardoDiCaprio, der hier seit „Gilbert Grape“ seine beste darstellerische Leistung abliefert. Zurecht für den Oscar nominiert und wenn Chiewtel Ejiofor und Matthew McCnaughey nicht deutlich stärker sind, dann darf er das Ding dieses Jahr sehr gerne mit nach Hause nehmen. Das war Gordon Gekko (Michael Douglas Paraderolle in Wall Street und herrlich zitiert im Film) auf höchstem Niveau: Sympatisch, schleimig, exzessiv, brilliant, korrupt – so hat sich DiCaprio selten in einer Figur verloren! Großartig! Einfach nur großartig!

Fast ebenso brilliant agiert Jonah Hill, der von keiner Guilde in Betracht gezogen wurde und dennoch für viele überraschend auf der Nominierungsliste der Academy aufgetaucht ist. In meinen Augen völlig zurecht. Was Joe Pesci für Robert DeNiro war, könnte Jonah Hill für DiCaprio werden. Mehr davon! Absolut gerechtfertigte Nominierung auch für ihn!

Morgot Robbie steht indes in nichts nach. Die Frau hat hoffentlich noch eine große Karriere von sich und überragt in jede ihrer Szenen und Matthew McConaughey hinterlässt in seiner geringen Screentime einen nicht minder beeindruckenden Auftritt.

Als Fazit bleibt mich nur in Superlativen zu wiederholen: Ein rundum gelungener Film in Perfektion und ein Meilenstein in Scorseses und DiCaprios an Meilensteinen schon so reicher Karriere. Reingehen, zurücklehnen und eine riesengroßes Feuerwerk auf der Leinwand bewundern.

Zudem sollte ihr bis zum 2. Abspannsong im Kinosessel verweilen, denn da wird Euch nochmal ein ganz besonderes Schmankerl an Ohrwurm geboten, der Euch zumindest den Rest des Abends nicht mehr loslassen dürfte. Chapeau!


USA – 2013 – 3 Std. 00 Min.
Regie: Martin Scorsese
mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Kyle Chandler, uva.
Genre: Biografie/Crime/Comedy

Oscarnominierungen:

  • Bester Film
  • Beste Regie (Martin Scorsese)
  • Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio)
  • Bester Nebendarsteller (Jonah Hill)
  • Bestes adapt. Drehbuch (Terence Winter)

 

 

 

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  • Heiko

    Ich komme gerade selbst aus dem Kino und bin immer noch so übelst geflasht wie schon länger nicht mehr. Kann Deine und Joschis Kritik wirklich nur voll und ganz unterschreiben.
    Ein absolutes Meisterwerk mit einem überragenden DiCaprio, der seine bisherigen Bestleistungen in "Gilbert Grape" (an dessen Spiel ich mich übrigens ein wenig bei der "Krabbelszene" im "Lemmon"-Rausch erinnert fühlte 😀 ), "Django Unchained" und "Revolutionary Road" tatsächlich noch toppen kann! Der schiere Wahnsinn! In einer gerechten Welt wäre ihm dafür der Oscar eigentlich nicht zu nehmen.
    Da wir aber die Academy und ihre Einstellung zu Leo kennen, ist es schon ein Gewinn, dass er überhaupt auf der Nominiertenliste auftaucht. Wenn jetzt nicht noch ein Wunder geschieht, z.B. einem Votesplit zwischen McConaughey und Ejiofor, dürfte aber der Preis wohl an einen der beiden Genannten gehen. Ich muss zwar "12 Years a Slave" und "Dallas Buyers Club" erst noch sehen, aber wie auch immer, sollte Leo tatsächlich den Oscar holen, dürften meine Freudenschreie vermutlich noch in Bremen und Wien zu hören sein. 😀
    Verdient hätte er es nach dieser Monsterperformance aber auf jeden Fall. Und das sage ich nicht nur als Fanboy.

    Aber auch Jonah Hill muss man auf jeden Fall hervorheben. Früher konnte ich den Typ ja echt nicht ab, aber seit "Moneyball" hat er sich wirklich in meiner Gunst positiv gewandelt und spätestens mit "Wolf of Wall Street" stößt er nun endgültig in die Reihe meiner momentanen Lieblingsschauspieler vor.

    Ich werde vor den Oscars wohl auch noch eine ausführlichere Kritik im Rahmen einer geplanten Artikelserie mit den wichtigsten Oscarnominerten schreiben. 🙂

  • kaik

    leo bekommt den oscar!!! grandioser film und diese performance hat mich umgehauen – aber auch jonah hill. das drehbuch wäre auch auszeichnungswürdig.

    • Patrick

      Definitiv, aber "Drehbuch" und "Film" müsste trotz einiger Unkenrufe an "12 Years a Slave" gehen. Ejiofor oder DiCaprio würde ich mir wünschen, aber kann auch mit McConaughey leben, der ja auch in seiner kurzen "Screen-Time" in "Wolf" mächtig geil war. Sympatisch finde ich ihn aber immer noch nicht und mcConaughey vor Leo mit einem Oscar zu sehen, ist indes etwas bizarr, aber Leo ist in einer uten Position! Also abwarten und ich würde ja die "Overdue"-Karte spielen, wenn ich er wäre! ;-P

      Jonah Hill auch absolut verdient aufd er Nominierungsliste!

      • kaik

        Ich glaube an Leo, weil es erinnert mich an das Duell:

        Sean Penn vs. Mickey Rourke

        Beide gleich gut – und da zählte der Faktor, wer ist den Votern symapthischer. Dieses Jahr gibt es die Frage

        Leonardo DiCaprio vs. Matthew McConaughey

  • Ein grandioser Film mit bissigem Humor, Tragik und gelungenen Überzeichnungen. Hervorragend: Die Anspielungen auf die kapitalistische (USA) Gesellschaft: Gier frisst Hirn- egal ob kleiner Farmer oder superreicher Bonze- alle wollen reich werden, ohne etwas dafür tun zu müssen. Matthew McC. hat es mit dem Wort "Fairydust" getroffen. Existiert nicht, ist aber schön, daran zu glauben (und wer weiß, vielleicht gibt es Pixydust ja doch ;-)).

    Der Kult um Jordan Belfort in seiner Firma erinnert stark an Mehmet E. Gökher (Doku: Versicherungsvertreter – Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker), ebenfalls eine wahre Story.

    Fazit: Ein super Film, grandiose Darsteller, unterhaltsam, aber nicht flach- so muss es sein!