Der Andi ist wieder da

FFLU Der Andi ist wieder da Review


Andreas Schäfer (Nicholas Reinke) arbeitet als Star-Architekt in Berlin, zumindest glauben das Alle in der badischen Heimat. Er hat zwar bereits einen Preis gewonnen, doch in Wahrheit steht ihm das Wasser bis zum Hals, denn keines seiner Projekte wurde je gebaut und aufgrund massiver Schulden muss er nun auch seine Szene-Wohnung räumen. Also packt er seine Sachen und fährt nach langer Zeit wieder zu seiner Familie, in der Hoffnung ein wenig Kapital abgreifen zu können.

Doch dort ist er nicht wirklich gern gesehen, sein alkoholkranker Vater (Tilo Prückner) spricht schon seit Ewigkeiten nicht mehr mit ihm und sein mittlerer Bruder Michael (Michael Kranz) hat nur Verachtung für ihn übrig. Einzig seine Mutter (Tatja Seibt) und sein jüngster, geistig behinderter, Bruder Ecki (Emanuel Fellmer) freuen sich, dass “der Andi wieder da ist”.

Andreas’ Verschwinden vor gut 20 Jahren hatte einen bestimmten Grund, doch die genauen Hintergründe kennen nur er, Michael und sein Vater. Und die alten Wunden brechen sofort wieder auf. Während Mutter Hilde krampfhaft versucht zwischen den zerstrittenen Parteien zu vermitteln, verhärten sich die Fronten jedoch weiter. Und da ist es natürlich auch nicht gerade hilfreich, dass Andi wieder mit seiner ehemaligen Flamme (Dagmar Leesch) anbandelt, ist diese doch mittlerweile seine Schwägerin. …

“Der Andi ist wieder da” ist ein gutes Familiendrama mit bittersüßem Humor. Die Story wird zwar recht konventionell erzählt, doch der Twist um das wohl gehütete Familiengeheimnis erhebt sie über vergleichbare TV-Produktionen. Zudem wird durch geschickt platzierte Rückblenden das Spannungslevel oben gehalten. Das Schauspielensemble leistet durch die Bank hervorragende Arbeit, besonders Tilo Prückner und Emanuel Fellmer muss man dabei jedoch hervorheben.

Ein kleiner unaufgeregter Film über das vermeintlich heile Familienleben auf dem Land und die Schicksale dahinter. Er wird voraussichtlich noch im Laufe diesen Jahres in der ARD zu sehen sein.


D – 2014 – 1 Std. 30 Min.
Regie: Friederike Jehn
mit Nicholas Reinke, Tilo Prückner, Michael Kranz, Tatja Seibt, Emanuel Fellmer, Dagmar Leesch, Anne von Keller
Genre: Familiendrama

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  • Patrick

    Die Thematik klingt interessant, da scheint was drin zu sein. Mich schreckt nur ein wenig ab, wenn ein Film "Fernsehproduktion" geschimpft wird und das auch noch im "deutschen Lande"! 😉 Scheint aber ja durchaus gelungen zu sein!

    • Heiko

      Ja es gibt auch hervorragende deutsche TV-Produktionen. Ich empfehle da auch besonders die Reihe "Das kleine Fernsehspiel" vom ZDF. Da sind manchmal echte Perlen darunter! Man muss sie nur suchen. 😉