Plötzlich Papa (OT: Demain tout commence)



Die Daten

Regie: Hugo Gélin | Drehbuch: Hugo Gélin, Mathieu Oullion, Jean-André Yerlès | Musik: Rob Simonsen | Kamera: Nicolas Massart | Schnitt: Grégoire Sivan und Valentin Feron

Darsteller: Omar Sy, Clémence Poésy, Gloria Colston, Antoine Bertrand, Ashley Walters


Die Story

Als Samuel (Omar Sy) von einer ehemaligen Liebhaberin (Clémence Poésy) einfach so ein Baby in die Hand gedrückt bekommt reist dieser ihr nach London nach um das kleine Mädchen schnell wieder loszuwerden. Als das nicht funktioniert, bleibt er mit Gloria (Gloria Colston) erstmal in London.


Die Einleitung

Schaut man sich das Cover und vor allem den Titel Plötzlich Papa an, bekommt man schnell den Eindruck schon zu wissen wie der Hase filmtechnisch läuft: Eine locker-leichte Komödie aus Frankreich über das Vatersein. Und gerade mit dem Zusammentreffen von Samuel und dem von Antoine Bertrand dargestellten Bernie in London verstärkt sich dieser Gedanke sogar noch: Zwei Männer kümmern sich um ein Baby. Hat man alles schon mal gesehen. Nur legt der Film dann einen ordentlichen Zeitsprung von acht Jahren hin, verwandelt sich in ein sehr charmantes und stellenweise berührendes Vater/Tochter-Stück, bei dem aber auch der Humor nicht zu kurz kommt, bevor es zum Ende hin eine weitere kleine Wendung hin zum Familien-Drama nimmt.


Die Schauspieler

Die große Stärke von Plötzlich Papa ist natürlich das Gespann aus Omar Sy und Gloria Colston: Während Sy gewohnt sympathisch aufspielt und seinem Samuel über den Film eine gute Entwicklung auf den Weg gibt, spielt sich Gloria Colston komplett in die Herzen der Zuschauer mit ihrem einen zuckersüßen Spiel und der Chemie zwischen ihr und Sy. Antoine Bertrand spielt wie bereits in Starbucks stark auf in der Nebenrolle als Freund der kleinen Familie und Agent von Samuel und fungiert gerade in den letzten Szenen sehr eindrucksvoll als Gewissen des Films. Komplett undankbar dagegen ist die Rolle der Mutter Kristin die schon jetzt den Titel der schlimmsten Mutter des Filmjahres innehaben müsste. Da kann einem Clémence Poésy schon fast ein wenig leid tun mit ihrer komplett irrational handelnden und ohne Wenn und Aber unsympathisch angelegten Figur.


Das Einspielergebnis

In seiner Heimat war der Film 2016 die zweiterfolgreichste französische Produktion und hatte 3.237.948 Besucher. In Deutschland startete er in diesem Jahr und verfehlte knapp die 1 Mio-Marke: 976.160 Besucher.


Das Fazit

Was schnell zu einer weiteren lustigen Variante von Drei Männer und ein Baby – der im Original ja auch aus Frankreich stammte – werden könnte, entpuppt sich als sehr charmanter Vater/Tochter-Film mit starken Leistungen von Omar Sy und Gloria Colston sowie von Antoine Bertrand. Dass der Film zum Ende hin etwas an Dramatik gewinnt, unterstreicht den sehr guten Eindruck sogar noch.

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  • kaik

    Ich mag ja französische Komödien – Schtis und Monsieur Claude fand ich z.B. wirklich toll. Aber ich glaube, mit Omar Sy komme ich nicht zurecht. “Ziemlich beste Freunde” fand ich total lahm und 08/15 – ich weiß, da bin ich die Minderheit. Vielleicht schau ich mir hier den anhand deiner Kririk mal an, macht Lust.

    • Patrick

      Sehr sympathisch, auch ich fand “Ziemlich beste Freunde” bei weitem nicht so gut wie er gemacht wurde. Nett war der, aber für mich bei weeeeitem überbewertet und nein es geht uns nicht alleine so!

      Also soll ich Omar Sy nochmal ne Chance geben? Er soll aber besser bei französischen Filmen bleiben, in Hollywood wurde er bislang ja nur in bedeutungslosen Nebenrollen verschleudert.