Saving Mr. Banks

Saving Mr. Banks

Walt Disney versuchte bereits seit den 1940er Jahren die Erlaubnis zur Kinoadaption von Mary Poppins von Autorin P.L. Travers, zu erhalten, doch erst in den 60ern konnte er sich durchsetzen.

„Saving Mr. Banks“ erzählt zum Einen von den Verhandlungen und massiven Änderungswünschen der Autorin und zum Anderen die Entstehungsgeschichte, die im engen Zusammenhang mit ihrer traumatischen Kindheit steht. Oft werden hierfür sehr kitschige Bilder komponiert, doch irgendwie erwartet man dies auch von einem von Disney produzierten Film über Walt Disney auch. Wenn man zudem darüber hinwegsieht, dass Colin Farrell etwas eintönig den alkoholabhängigen Vater verkörpert und Emma Thompsons Figur die meiste Zeit ziemlich garstig darherkommt, dann kann man an dem Film durchaus seine Freude haben, denn Tom Hanks (als Walt Disney), Paul Giamatti (Als Chauffeur Ralph) und vor allem auch Emma Thompson liefern hier wirklich gute Leistungen ab. Letztere ist arrogant und charmant, witzig und ernst zugleich, so dass man als Zuschauer sehr ambivalent zu ihrer Figur steht, auch wenn schnell deutlich ist, dass sie das Herz am richtigen Fleck hat. Ebenso überzeugend sind die Ausstattung, die Kostüme und vor allem die Filmmusik von Thomas Newman, die in meinen Augen seine beste Arbeit seit „Zeiten des Aufuhrs“ ist und zurecht für den Oscar nominiert wurde. Besonders schön sind die auch vielen Anspielungen, Songs und Sequenzen aus Mary Poppins von 1964, die sicherlich die Herzen der Liebhaber des Films höher schlagen lässt. Für Nostalgiker und Disney-Liebhaber definitiv ein Pflichtbesuch. Für Kinogänger, die darin eine Beweihräucherung von Disney durch Disney sehen, bietet der Film natürlich viel Nörgelpotential.


USA – 2013 – 2 Std. 05 Min.
Regie: John Lee Hancock
mit Emma Thompson, Tom Hanks, Paul Giamatti, Colin Farrell, Rachel Griffiths, Kathy Baker
Genre: Komödie / Drama / Biografie

Oscarnominierung:

Beste Filmmusik (Thomas Newman)

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  • Dennis

    Du bist ja ziemlich großzügig. Fand den Film sehr enttäuschend, muss ich sagen, was vor allem am Drehbuch lag. Mehr als 3-4/10 bekommt der von mir nicht. Der Film fängt zwar gut an, bleibt dann aber leider in Dauerschleife in seiner Darstellung hängen und wirkt somit sehr eindimensional. Es passiert gefühlt gar nix. Ich fand's zum gähnen…

    • Patrick

      Vielleicht liegts daran, dass ich den auf Englisch in einem rehct vollen Saal gesehen habe, da zündeten die meisten Gags schon. Ich kann aber verstehen, wenn man ihn kritisieren möchte, aber solche Filme genießen bei mir ein wenig den Welpenschutz und ich war schon etwas kritischer, denn bei imdb hat er sogar 7,8/10.

      • Dennis

        Hab ihn auch auf englisch gesehen 😉

        • Patrick

          upssss… ja dann! 😉 Vielleicht wollte ich den ja auch ein wenig mögen! 😉 Nur was war mit Colin Farrell los? Das hätte ne echt geile Rolle sein können, wenn man sich nur mal Brendon Gleeson oder so in der Rolle vorgestellt hätte! hmm…

  • kaik

    ich fand den film toll. hat mich sehr überrascht – weil er interessierte mich 0.

  • Stefan T.

    Die Filmmusik ist sicherlich einer der größten Vorzüge des Films – und sicherlich auch Thompson. Ich habe ihn zwar noch nicht gesehen, aber ich bin echt überrascht, dass er dermaßen wenig Beachtung gefunden hat. Danach sah es ja am Anfang keinesfalls aus!

  • Heiko

    Habe ihn gestern endlich auch gesehen. Sehe das ähnlich wie Patrick. Aus nostalgischen Gesichtspunkten ein wunderbarer Film mit einer toll aufgelegten Hauptdarstellerin, einem wunderschönen Original-Score (zurecht Oscar nominiert!) und vielen witzigen bis traurigen Einblicken in den Entstehungsprozess dieses Meisterwerks. Ich werde "Mary Poppins" in Zukunft auf jeden Fall mit völlig anderen Augen sehen!
    Kritiseren könnte man höchstens die etwas zu eindimensionale Charakterzeichnung Walt Disneys (der in Kollegenkreisen ja recht berüchtigt gewesen zu sein scheint was cholerische Anfälle und ähnliches während eines Filmprozesses angeht). Da hätte Hanks auf jeden Fall noch mehr rausholen können. Colin Farrell bleibt auch etwas zu blass und die von mir sehr geschätzten Ruth Wilson und Rachel Griffiths haben leider zu wenig Screentime um ihrer Figur noch mehr Tiefe geben zu können.
    Emma Thompson ist dafür als Pamela Travers wie bereits erwähnt gewohnt sehr gut und man merkt ihr die Spielfreude zu jeder Sekunde an.
    Von mir bekommt "Saving Mr Banks" daher summa summarum eine 7,5/10